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»Das ist doch ein Tag wie jeder andere auch«

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Albert Winkler wird heute 100 Jahre alt. (Foto: Mix)

Traunreut. Albert Winkler aus Hörpolding feiert heute seinen 100. Geburtstag. Er wurde am 12. Februar 1913 in Narnberg geboren und lebt mit seiner Frau Walburga seit über 60 Jahren in Hörpolding.


Albert Winkler stammt aus einem Bauernhof in Narnberg, nicht weit von Hörpolding entfernt, und war als junger Mann als Schweizer in der Landwirtschaft tätig. 1939 wurde er eingezogen und musste in den Krieg, aus dem er erst 1948 wieder kam. Während der russischen Gefangenschaft arbeitete er in einem Kohlebergwerk im Donetz-Gebiet und durchlebte dort harte Jahre. »Wir haben nicht viel gekriegt damals, meistens nur Wasser und Brot«, erzählt der Rentner.

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Nach seiner Rückkehr kam er zunächst bei seinem Bruder auf dem Hof unter, bekam dann aber bald Arbeit bei Siemens in der Montage, wo Herdplatten hergestellt wurden. Bis zu seiner Rente im Jahr 1976 blieb Albert Winkler bei Siemens. 1950 erwarb er ein kleines Haus in Hörpolding, wo er mit seiner Frau Walburga nach der Hochzeit im Mai 1951 einzog. Noch heute leben die beiden in diesem Haus zusammen mit Sohn Albert und Schwiegertochter Rita. Das Paar hat neben Sohn Albert noch Tochter Walburga, fünf Enkel sowie vier Urenkel. Zwei weitere werden bald auf die Welt kommen. Der Jubilar hat sich zeitlebens gesund ernährt und viel an der frischen Luft bewegt. Bis vor wenigen Jahren war er noch mit dem Fahrrad unterwegs, bis er einen leichten Schlaganfall hatte und sich nicht mehr zu fahren traute. Er sammelte schon immer selber Kräuter und kochte sich daraus einen Tee, den er täglich trinkt. »Der Hunger im Krieg hat mir wahrscheinlich nicht geschadet«, meint er rückblickend, denn er lernte schon damals, sich mit wenig zu begnügen. Später bauten er und seine Frau im eigenen Garten Gemüse und Obst an.

Noch heute sitzt er bei schönem Wetter gerne auf der Bank vor dem Haus und genießt die Sonne. »Er ist ein richtiger Sonnenanbeter«, meint seine Frau. Einen Herzinfarkt überstand der Jubilar im Jahr 1990 und hörte daraufhin auf zu rauchen. Ansonsten war er kaum einmal ernstlich krank. Seine Leidenschaft waren über 60 Jahre lang seine Hasen, die er selbst züchtete und auf dem Markt verkaufte. In mehreren Vereinen im Ortsgebiet ist er Mitglied und besucht auch nach wie vor, wenn es irgendwie geht, die Versammlungen. Denn das Geschehen am Ort interessiert ihn noch immer sehr.

Über seinen heutigen Ehrentag hat sich Albert Winkler keine großen Gedanken gemacht. »Warum, das ist doch ein Tag wie jeder andere auch«, meint er und fügt hinzu: »Früher haben wir gar nicht Geburtstag gefeiert, da war der Namenstag viel wichtiger.« mix