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Das Interesse an der Heimatgeschichte wächst

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Traunstein – Die Heimatgeschichte und die Bemühungen des Historischen Vereins für den Chiemgau zu Traunstein, sie zu erfassen und die Ergebnisse dann in die Öffentlichkeit zu tragen, stoßen unter den Bürgern in der Region auf ein immer größeres Interesse. Wie schon 2013 seien auch im vergangenen Jahr wieder rund 40 neue Mitglieder hinzugekommen, sagte Vorsitzender Hans Helmberger in der Jahreshauptversammlung in der Zieglerwirtsstube im Heimathaus in Traunstein. Der aktuelle Mitgliederstand: 340. Die Anwesenden würdigten die Arbeit an der Spitze des Vereins und bestätigten die gesamte Vorstandschaft im Rahmen der turnusgemäß anstehenden Neuwahlen einstimmig im Amt.


Als Vertreterin der Stadt betonte Ingrid Bödeker, Traunstein sei »stolz« auf den Historischen Verein. Insbesondere in seinen Jahrbüchern präsentiere er die Geschichte der Region immer wieder aus einem anderen Blickwinkel. Über die Vergabe des Max-Fürst-Preises würdige der Verein nicht nur herausragende Leistungen von Erwachsenen, sondern – dann im Verbund mit dem Landrat – auch und gerade von Jugendlichen.

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In seinem Rückblick auf 2014 sagte Helmberger, dass der Verein sein 125-jähriges Bestehen würdig gefeiert habe. Das Jubiläumsjahr sei im Zeichen der Erinnerung an den Maler und Heimatforscher Max Fürst gestanden. In zwei Ausstellungen im Kunstraum Klosterkirche wie im Heimathaus habe der Verein dessen Wirken ins Gedächtnis zurückgerufen.

Depot in einem Gebäude am Friedhof

Einmal mehr veranstaltete der Verein auch im vergangenen Jahr wieder Exkursionen – unter anderem auch zur Landesausstellung Ludwig der Bayer nach Regensburg. Und auf dem Programm für 2014 standen auch wieder viele Vorträge, die von Dr. Alfred Kotters Ausführungen über die Anfänge des Historischen Vereins bis zu Helmut Ubers Ausführungen über Bodendenkmäler im nördlichen Rupertiwinkel reichten.

In seinem Ausblick sagte Helmberger unter anderem, dass er in diesem Jahr versuchen wolle, alle historischen Vereine in der Region zusammenzubringen. Sein Ziel: Alle Vereine zusammen sollten gemeinsam ihre Anliegen zum Ausdruck bringen.

Als Mitglied des Vorstandes der Stiftung Heimathaus berichtete der Vorsitzende des Historischen Vereins, dass die Stadt ein Depot in einem Gebäude am Friedhof zur Verfügung gestellt habe – mit der Folge, dass nun alle Sammlungsstücke des im Heimathaus untergebrachten Museums, die bislang an verschiedenen Orten in der Stadt aufbewahrt worden waren, künftig an einer Stelle deponiert werden können.

Von einer »gefüllten Kasse« sprach Kassiererin Silvia Fröhler. Unterm Strich habe sich im Jubiläumsjahr ein Plus von rund 8000 Euro ergeben, womit der Verein nun etwa 12 000 Euro zur Verfügung habe.

Archivverwalter Werner-Paul Hellmuth berichtete unter anderem, dass das Archiv, die Bücherei, immer weiter wachse. Zusammen mit Helmut Kölbl treibe er das Projekt der Straßenbücher voran. In den vergangenen fünf Jahren wurden insgesamt bereits 181 Straßen, Wege, Plätze und Weiler in Traunstein in jeweils eigenen, kleinen Büchern mit Bildern dokumentiert. Diese Straßenbücher seien als Unikate im Heimathaus einsehbar. Cirka 130 Straßen seien noch zu bearbeiten.

Museumsleiter Dr. Jürgen Eminger erinnerte unter anderem an das Ausräumen des alten Depots. Die Mitarbeiter des Bauhofs schafften die Sammlungsstücke seinen Angaben zufolge »mit größter Umsicht und Sorgfalt« in das zentrale Lager am Friedhof. Die Räumlichkeiten dort seien »deutlich besser«.

Salinenpark zeigt Salzgeschichte

Die fälligen Neuwahlen der Vorstandschaft leitete Altoberbürgermeister Fritz Stahl. Vorsitzender bleibt Hans Helmberger, Stellvertreter Herbert Klein, Schatzmeisterin Silvia Fröhler und Schriftführerin Susanne Mittermaier. Die Beisitzer heißen Helmut Abele, Dr. Alfred Kotter und Willi Schwenkmeier.

Und am Ende streifte Helmberger dann auch noch die Kommunalpolitik: Er begrüßte ausdrücklich, dass der Stadtrat beschlossen hat, eine Spende in Höhe von einer Million Euro anzunehmen und nun in der Au einen Salinenpark zu schaffen (wir berichteten). Der Salinenpark bringe die Bedeutung der Salzgeschichte zum Ausdruck. pü