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Das Hotelprojekt Gut Steinbach kommt voran

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So sieht das Gut Steinbach derzeit aus. Das große Gebäude soll das Stammhaus der beiden Hoteldörfer werden, die in unmittelbarer Nachbarschaft erbaut werden sollen. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Zwei wesentliche Schritte vorangekommen ist das Hotelprojekt »Gut Steinbach« unweit des Reit im Winkler Ortsteils Blindau in der jüngsten Gemeinderatssitzung: Zum einen votierte das Gremium einstimmig für den Durchführungsvertrag mit Claus Dieter Graf von Moltke, zum anderen wurde – ebenso ohne Gegenstimme – der Bebauungsplan aufgestellt. Hierzu wurden die Einwendungen der Behörden vorgetragen, auch die Reaktionen der Verwaltung darauf. Längere Stellungnahmen waren nur von der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes und vom Bund Naturschutz eingegangen.


16 Häuser, vorwiegend für die touristische Nutzung, sollen um den ehemaligen Steinbacher Hof entstehen. Der Rottach-Egerner Hotelier Claus Dieter Graf von Moltke hatte den alteingesessenen Betrieb 2011 erworben und nach eigenen Angaben für über vier Millionen Euro grundlegend saniert (wir berichteten mehrfach). Sein eigentliches Bestreben sind aber zwei Hoteldörfer, die rund um das Stammhaus gebaut werden sollen. Von über 30 Millionen Euro Investitionen ist die Rede.

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Während das Projekt am Ort überwiegend große Unterstützung erfährt, gab es bei der Behördenbeteiligung immer wieder auch skeptische Reaktionen, beispielsweise bei der Regierung von Oberbayern und beim Landratsamt Traunstein. In den vorherigen Stellungnahmen wurde kritisiert, ein derartiger Flächenverbrauch sei für Neuansiedelungen schwerlich darstellbar. Bei der Aufstellung des Bebauungsplanes ging es nun um die neuerlichen Reaktionen der Behörden. Allerdings gaben überraschenderweise jetzt weder das Landratsamt noch die Regierung eine entsprechende Stellungnahme ab und dies, obwohl beide Behörden zuvor um eine Fristverlängerung gebeten hatten.

Von den 13 Behörden kamen nur zwei Erklärungen: Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Traunstein weist den Bauflächen eine höhere ökologische Bedeutung zu als dies in der Bewertung des Antragstellers dargestellt ist.

Kritisiert wird aber auch eine große Streuobstwiese, die als Ausgleichsfläche geschaffen werden soll. Dadurch könnten bestehende seltene Pflanzenarten »vernichtet werden«. In diesem Punkt herrscht auch Übereinstimmung mit dem Bund Naturschutz, von dem die zweite, sehr umfangreiche Stellungnahme im Rahmen dieser Auslegung stammt.

Kritisiert wird auch hier der Flächenverbrauch: »Die Eingriffsfläche beträgt 3,1 Hektar, die überbaute Fläche 7660 Quadratmeter für 100 neue Betten. Dies halten wir nach wie vor für unverhältnismäßig«. Weiter ging es um die Auswirkungen auf verschiedene »Schutzgüter«, wie den Boden, das Landschaftsbild oder den Menschen. Wesentliche Änderungen aus diesen Anregungen ergaben sich für die Planungen allerdings nicht, die Gemeinderäte stimmten jeweils ohne Wortmeldungen den einzelnen Beschlussvorschlägen zu.

Vor dem abschließenden, grundlegenden Satzungsbeschluss signalisierten einige Gemeinderäte dem Antragsteller und Hotelier von Moltke, der den Sitzungsverlauf mitverfolgte, ihre breite Unterstützung: So erklärte der Zweite Bürgermeister Andreas Heigenhauser (CSU), er habe in den vergangenen Jahren »viele Investoren kommen und gehen« sehen, aber keiner habe »Fakten geschaffen«, wie von Moltke. Uschi Grünbacher (Freie Wähler) sagte, sie stelle immer wieder fest, dass Reit im Winkl um diesen Investor beneidet werde. Und Wolfgang Hechtl (Freie Wähler) ergänzte, durch dieses Großprojekt werde Reit im Winkl verstärkt von den Medien aufgegriffen, was Werbewirkung bedeute.

Ebenso einstimmig wie zu der »Satzung zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan« votierten die Räte zugunsten des Durchführungsvertrages. Diese wurde geschlossen zwischen der Gemeinde und dem Unternehmer. Vertreten wurde Reit im Winkl dabei von dem Münchner Rechtsanwalt Max Reicherzer, der die einzelnen Paragrafen des Vertrages erläuterte. Dieser Vertrag regelt alle Modalitäten des Bauprojekts, das konkrete Vorhaben und die zeitliche Planung.

Nach diesen beiden Beschlüssen, die »mit großem, beiderseitigem Aufwand« im Hinblick auf die Vorbereitung betrieben worden seien, so Bürgermeister Josef Heigenhauser abschließend, rückt ein Baubeginn bereits in diesem Jahr deutlich näher. ost