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Das Holz noch vor dem Jahreswechsel ernten

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Wonneberg. Zuversicht verbreitete der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Laufen-Berchtesgaden (WBV), Tobias Glück, bei der Herbstversammlung im Gasthaus Alpenblick in Weibhausen angesichts des Preisverlaufs beim Holzverkauf. Vor den Mitgliedern der Ortsverbände Waging am See, Otting, Wonneberg, Weibhausen und Nirnharting berichtete er über Aktuelles vom Holzmarkt.


Nach dem Jahreswechsel kommt der »Bauernbuckel«

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Wer das Holz noch vor dem Jahreswechsel im Sägewerk habe, fahre beim Erlös immer noch am besten. Danach gebe es wieder den »Bauernbuckel«, wie das größere Holzangebot von den Sägewerkern genannt wird, weil zum Jahresende viele private Waldbesitzer Holz einschlagen. Bis dato wurden über die WBV rund 16 000 Festmeter Holz vermarktet. So werde die angestrebte Menge von 22 000 Festmeter für das laufende Jahr wohl nicht mehr erreicht.

Für eine wirtschaftliche Abfuhr der Stämme sollte nach Möglichkeit eine bestimmte Menge erreicht werden. Dazu sollten auch Sammellager mehrerer Waldbesitzer angedacht werden. Da der Laubholzmarkt nach wie vor zu wünschen übrig lasse, biete diese Möglichkeit eine bessere Chance zur Vermarktung, meinte Glück. Wichtig sei beim Laubholz noch, dass die Sägewerker wirklich nur Winterholz wünschten und der Einschlag bis Februar getätigt sein sollte, fügte Glück an. Derzeit beliefere die WBV acht Heizwerke mit Hackschnitzeln. Waldbesitzer, die Hackschnitzel anbieten könnten, sollten mit der WBV Verbindung aufnehmen.

Für die Wertholzsubmission kann noch bis zum 29. November Holz gemeldet werden. Dabei sei es wichtig, so Glück, die Stämme von Fachkräften der WBV oder vom Amt bewerten zu lassen. Denn es werde hohe Qualität gefordert, die aber von den Bietern auch geschätzt und durch sehr gute Preise honoriert werde, sagte Glück. Sollte sich ein Waldbesitzer nicht schlüssig sein, ob ein Stamm geeignet ist, kann der Stamm auch stehend bewertet werden. Die letzte Entscheidung könne jedoch nur im gefällten Zustand gemacht werden, da man erst hier eine eventuelle Stockfäule oder ähnliches erkennen könne, so Glück.

Gegen die Sturmanfälligkeit des Bestandes etwas tun

Die Idee der Nachhaltigkeit sei vor 300 Jahren ein energiepolitischer Begriff gewesen, meinte dann Revierförster Max Poschner, der über »Nachhaltigkeit und Bayerisches Standortinformationssystem« (BASIS) informierte. Heute gehe es auch um die Anforderung des Bodenschutzes, der durch die Anlage von Rückegassen realisiert werden könne. Dadurch könne die flächige Verdichtung des Waldbodens vermieden werden. Zugleich werde die Verjüngung geschont.

Die Einzelstamm- und kleinflächige Nutzung sei eine Möglichkeit, gegen die Sturmanfälligkeit des Bestandes zu wirken und fördere zugleich die Altersstruktur im Wald. Der Waldbau sei eine Gemeinschaftsaufgabe der Waldbesitzer, und so sollten der Wegebau, aber auch die Käferüberwachung zusammen realisiert werden, meinte Poschner.

Das System BASIS schaue, welche Baumarten bei welchen klimatischen Verhältnissen auf den verschiedenen Standorten wachsen. Dafür wurden die Standorte kartiert. Das BASIS könne beim Waldumbau bei der Wahl der richtigen Baumsorten helfen. Ziel für den Waldumbau sei der gestufte, gemischte Wald. Wichtig sei dabei, dass der junge Bestand eine Beschirmung durch den älteren Bestand erhalte. Dazu sagte der WBV-Vorsitzende Franz Käsmeier an, dabei spiele die Durchforstung eine wichtige Rolle. So könne bereits in der Jugend des Waldbestandes die gewünschte Durchmischung gefördert werden.

Aus der Diskussion kam die Anregung, an Waldrädern zu Wiesen hin Streifen antizyklisch zu mähen oder wenn möglich sogar mit einer eigenen Wildmischung einzusäen. Somit hätte das Wild auch bei großen Ernteflächen Möglichkeiten zu äsen. Zugleich würde der Druck im Wald reduziert. Auch könne auf solchen Streifen der Abschuss besser realisiert werden, der, durch die Verjüngung im Wald wegen der besseren Deckungsmöglichkeiten für das Wild, immer schwerer werde. MP

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