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Das »H« hat die Themen in Unterwössen geprägt

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Unterwössen. Am Ende war die jüngste Bürgerversammlung anders. Weil Bürgermeister Hans Haslreiter am 1. Mai sein Amt nach 18 Jahren übergibt, hat er sich nicht auf die nüchterne Bilanz des Geschäftsjahres 2013 beschränkt. Über die in einer Infobroschüre verteilten Jahreszahlen und Statistiken blickte Haslreiter auf 18 Jahre politische Arbeit und die Veränderungen in seinem Heimatort zurück.


In Haslreiters weitem Bogen mit Infrastruktur, Feuerwehrmodernisierung, Kinder- und Jugendarbeit stachen einzelne Themen hervor. Aus der Unterwössner Volksschule ist die Grund- und Mittelschule mit Bedeutung für das ganze Achental entstanden. Sie scheine den Herausforderungen der Zukunft gewachsen mit der guten Zusammenarbeit von Gemeinde und hervorragend motivierten Lehrern und Eltern. Haslreiter schilderte den engen Spielraum bei der Verwertung des Häringer-Grundstücks. Er nannte die Stolpersteine auf dem Weg zu dem neuen Markt im Dorfzentrum. Die beteiligten 19 Investoren, künftige Betreiber und Gemeinde hätten ihre Vorstellungen nie in Übereinstimmung bringen können. Zuletzt habe ein Bürgerbegehren eine bessere Verwertung des Grundstückes verhindert.

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Haslreiter blickte auf die Veränderungen im Tourismus zurück, die eine Herausforderung für Vermieter und Tourismusverband seien. Er sprach über Asylbewerber und Hochwasserschutz. Die Herausforderungen der Zukunft lägen im Hallenbadkomplex.

Bei der Entwicklung der Finanzen sah er vor allem einen erheblichen Schuldenabbau und eine gute Ausgangslage. In der letzten Woche packte die Gemeinde die Kanalsanierung in Hinterwössen an. Das Städtebauförderungsprogramm ermögliche die Neugestaltung des nördlichen Ortseingangs. Die Gemeinde investiert etwa 130 000 Euro in den Fuhrpark des Bauhofes. Für Brückensanierungen legt sie 45 000 Euro zurück. Auch in die Schule und öffentliche Gebäude werde weiter investiert.

Als Haslreiter seinen Bericht geschlossen hatte, zog er Bilanz. Er scheide mit Wehmut. »Es gab vieles in all den Jahren, das mir immens Freude oder auch Ärger bereitet hat. Aber ich bin auch dankbar, dass ich vieles erreichen und meine Aufgabe bei guter Gesundheit verrichten konnte.« Haslreiter bedankte sich bei seinen Weggefährten, mit an erster Stelle bei seiner Frau Sieglinde und der Familie. Sein Angebot zur Diskussion griff auf wiederholte Aufforderung niemand auf.

Zweiter Bürgermeister Barthel Irlinger sagte, Haslreiter sei geprägt von Idealismus. Das habe er zeitlebens im Dienst für die Gemeinschaft belegt als Feuerwehrkommandant, Gemeinderat, Zweiter Bürgermeister, Bürgermeister, AZV- Verbandsrat und -Vorsitzender und Ökomodell-Schatzmeister. Haslreiters Stärke liege im Miteinander, das ihm in seiner täglichen Arbeit im Umgang mit Mitarbeitern und Bürgern wichtig sei. Irlinger rechnet dem Bürgermeister hoch an, dass er Unterwössen und Oberwössen allzeit gleich behandelt habe, auch wenn ein mancher das subjektiv anders sehen wolle.

Der Hochwasserschutz werde als herausragende Leistung seiner Amtszeit gelten, meinte Irlinger, und wurde von den Zuhörern mit anhaltendem Zwischenbeifall bestätigt. Respekt zollte Irlinger Haslreiter, als er schilderte, wie zäh und nervenaufreibend Verhandlungen und Arbeitsgespräche auf dem Weg gewesen seien. Und als Irlinger am Ende meinte: »Wenn ihr meint, dass ich und der Bürgermeister immer gleicher Meinung gewesen seien, dann ist das nicht richtig!« Da musste selbst Bürgermeister Haslreiter lachen. Sekunden zuvor war er sichtlich ergriffen und berührt vom Lob seines Wegbegleiters. Irlinger sagte, in der Unterstützung seiner Familie sehe er einen großen Rückhalt für das Wirken Haslreiters. Da seien jetzt seine Blumen für Sieglinde Haslreiter nur ein kleines Zeichen der Anerkennung.

Zuvor hatte der künftige Bürgermeister Ludwig Entfellner auf Haslreiters ereignisreiche Jahre geschaut. Das »H« habe die Themen geprägt: Hochwasser, Hallenbad, Häringergrundstück, sagte Entfellner. Jedes dieser Themen sei für sich unberechenbar gewesen. Vor diesem Hintergrund habe der Bürgermeister mit seinem Gemeinderat das Mögliche erreicht. Haslreiter habe sich »mit allergrößtem Fleiß in die Dienste seiner Gemeinde gestellt«, so Entfellner. Er schloss, der Bürgermeister übergebe dem Nachfolger und seinem Gemeinderat ein gut bestelltes Feld mit ordentlichem Handlungsspielraum. lukk