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Das größte Circuszelt der Welt steht in sechs Stunden

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Beim Aufbau des Zeltes muss jeder Handgriff sitzen. Sechs Stunden haben die Mitarbeiter des Circus Krone Zeit, um das riesige Zelt aufzustellen. (Foto: Circus Krone)

Nur Superlative reichen aus, um das größte modernste und teuerste Circuszelt der Gegenwart angemessen zu beschreiben: Über 500 000 Euro kostete die 2012 fertiggestellte Sonderanfertigung mit einem Durchmesser von 48 mal 64 Metern und einer Höhe von 16 Metern. Allein das Dach besteht aus 30 Teilen und überspannt eine Fläche von rund 3000 Quadratmetern. Die Gesamtfläche des Zeltes entspricht fast der Größe eines Fußballfeldes.


Vier 20 Meter hohe Stahlmasten, vier Stahlgitter-Hilfsmasten, 12 Quaderpole, 120 Sturm- und Rondellstangen, sowie 250 Eisenanker sorgen dafür, dass die Konstruktion auch stärksten Stürmen standhält.

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Herr über Masten, Anker und Sturmstangen ist Zeltmeister Andon Kirov. Dem gewieften Handwerker und Circusfachmann stehen über 60 Helfer zur Seite, die das riesige Zelt in sechs Stunden aufbauen. Der Abbau hingegen geht schneller: In weniger als drei Stunden ist das »Chapiteau« verstaut.

Rund 30 Mal pro Saison lässt Andon Kirov das 4000 Zuschauer fassende Spielzelt aufstellen. Einige Tage vor jedem Gastspiel beginnt das Setzen der Masten. Zeltmeister und Betriebsinspektor begehen den Platz und legen den Aufbauplan der gigantischen »rollenden Stadt« fest. Kein Detail bleibt dabei dem Zufall überlassen, alles läuft nach einem bis ins kleinste ausgearbeiteten »Generalstabsplan« ab.

Sofort nach der Ankunft der Materialwagen beginnen die Techniker mit dem Ausrollen der riesigen Leinwandpacken des Hauptzeltes. Schnell geht es weiter: Aneinanderknüpfen der Planen, Hochziehen des Riesendaches, Einhängen der Rundleinwand, Sturm- und Rondellstangen werden fixiert und die vielen Hundert Eisenanker fachgerecht eingeschlagen. Danach beginnt der Aufbau des Gradins (so wird die Sitzeinrichtung in der Fachsprache genannt). In 90 Minuten ist er bewerkstelligt. Auch bei der Lichttechnik hat Circus Krone Maßstäbe gesetzt. Rund 140 festinstallierte Scheinwerfer, sowie acht »Golden Scans« sorgen für die unterschiedlichen Lichtstimmungen bei den einzelnen Nummern. Vier sogenannte Verfolger setzen Artisten und Tiere ins richtige Licht. Laser, UV-Lampen und pyrotechnische Einrichtungen sorgen zusätzlich für farbenprächtige Elemente. Eine computergestützte, hochmoderne Lichtanlage erlaubt es, die gewünschten Spezialeffekte möglichst schnell umzusetzen.

Während der Sommertournee spielen Hugo Strasser und die Streicher der Münchner Philharmoniker im Krone-Zelt – nein, nicht direkt. Ihre Musik ist auf CDs gespeichert und wird mittels elektronisch gesteuerter Lautsprecher- und Verstärkeranlagen wiedergegeben. Für den optimalen Sound sorgt eine der modernsten Tonanlagen, die es momentan auf dem Markt gibt. Die Folge: Eine Klangsymphonie, die eigens für Krone mit einer Big Band produziert wurde und nichts geht von der Romantik verloren. Perfekte Musik für eine perfekte Show. Dazu kommen Neukompositionen und Ballett-Arrangements durch Dieter Reith und Guido Naus.

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