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Das »Griessn-Feld« war wieder Thema im Gemeinderat

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In diesem Bereich des »Griessn-Feldes« befinden sich zwei Bauparzellen, die nach Ansicht von Behörden hochwassergefährdet sind. Dieser Bereich wird vorerst aus dem Bebauungsplan genommen und als »private Grünfläche« mit der Zweckbestimmung »Parkanlage« festgesetzt. (Foto: Burghartswieser)

Ruhpolding – Erneut ist das Baugebiet »Griessn-Feld« auf der Agenda der Ruhpoldinger Gemeinderatssitzung gestanden. Dieses Mal sollte zur Aufstellung des Bebauungsplans der Auslegungsbeschluss gefasst werden. Da das Kreisbauamt zwischenzeitlich die Genehmigung des Flächennutzungsplans für zwei, an der Urschlauer Ache gelegene Grundstücke verweigerte, beschloss der Rat einstimmig, ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten.


Auf dem in 18 Parzellen aufgeteilten Baugrundstück sollen ein Doppelhaus, ein Mehrfamilienhaus und 15 Einzelhäuser entstehen. Im Rahmen der Öffentlichkeit- und Behördenbeteiligung sind vor allem wegen der Hochwassergefährdung von zwei Grundstücken Stimmen laut geworden. Der Bund Naturschutz meldete Bedenken an und lehnte die vorliegende Fassung ab. Die Regierung von Oberbayern, die Bauaufsichtsbehörde des Landratsamts und das Wasserwirtschaftsamt äußerten ähnliche Bedenken. Es wird eine Planänderung gefordert.

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»Zur Hochwassersituation wurde im Auftrag der Gemeinde vom Büro BG Trauntal die hydraulische Berechnung erstellt«, sagte Bauamtsmitarbeiterin Rebecca König zur Abwägung der Gemeindeverwaltung. Daraus gehe hervor, dass im Fall eines Hochwassers HQ 100 die Urschlauer Ache diese beiden Parzellen mit 20 bis 40 Zentimetern überschwemmen könnte. Zwischenzeitlich habe aber das Wasserwirtschaftsamt jedoch die Abflusswerte reduziert. Außerdem bestehe die Möglichkeit, durch die Absenkung des parallel zum Fluss verlaufenden Wanderwegs eine Reduktionsfläche im nordöstlich angrenzenden Auwald auszubilden. Dadurch wären auch die Wohnhäuser am Parkweg besser geschützt.

Eine vorläufige Sicherung als Überschwemmungsgebiet erscheine aufgrund der geringfügigen Beeinträchtigung nicht erforderlich. Da das Kreisbauamt nun die Genehmigung des Flächennutzungsplans zur Ausweisung der zwei betroffenen Grundstücke nicht genehmigte, wird der Bebauungsplan entsprechend geändert und dieser Bereich als »private Grünfläche« mit der Zweckbestimmung »Parkanlage« festgesetzt, ergänzte Bauamtsleiter Hans Hechenbichler.

Das Landratsamt Traunstein meldete ebenfalls Bedenken an, denn »eine Würdigung des Immissionsschutzes sei nicht erkennbar«. Hierzu verfasste die Gemeinde in ihrer Abwägung, dass nach einer überschlägigen Berechnung des Verkehrslärms für das geplante Mehrfamilienhaus die zulässigen Richtwerte überschritten würden. Darum sollen für dieses Mehrfamilienhaus bauliche Schallschutzmaßnahmen etwa in Form von Schallschutzfenstern festgesetzt werden.

Bei der Öffentlichkeitsbeteiligung forderte die Familienbeauftragte der Gemeinde, Maria Haßlberger, die Vergabe der Baugründe nach dem Familienmodell der Gemeinde zu veranlassen. Der Bebauungsplan trage mit der Ausweisung von Einzel- und Doppelhäusern diesem Bedarf an familiengerechten Wohnungen bereits Rechnung, lautete die Antwort der Gemeindeverwaltung. Die Entscheidung über die Vergabe der Grundstücke bleibe aber dem Gemeinderat vorbehalten.

Ein weiterer Bauwerber möchte eine Parzelle Richtung Osten vergrößern. Dazu soll das Baufenster verschoben und vergrößert werden. Nach einer Vorberatung bei einer kürzlich stattgefundenen Fraktionssprecher-Sitzung mit Architekt Hans Romstätter meinte dieser, dass die Bauweise mit der vergrößerten Grundfläche, der verminderten seitlichen Wandhöhe sowie die Verlagerung der Garage aus ortsplanerischer Sicht befürwortet werden könne. Darum stellte der Gemeinderat die Verschiebung der Baugrenzen für das Einzelhaus mit der geänderten Bauweise für ein nachfolgendes Änderungsverfahren in Aussicht.

Das Kommunalparlament billigte schließlich die Planänderungen für das Bebauungsgebiet »Griessn-Feld«, beauftragte aber auch die Verwaltung, ein Planfeststellungsverfahren für den Bereich der Urschlauer Ache einzuleiten. hab