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»Das Geld reicht hinten und vorne nicht«

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Um möglichst viele Spenden für die Traunreuter Tafel zu sammeln, wurde beim Tag der offenen Tür auch eine Tombola mit vielen Preisen organisiert, die von den Konfirmanden der evangelischen Kirche an die Gewinner ausgegeben wurden. (Foto: Rasch)

Traunreut. Rose (48) und Samuel (32) nehmen regelmäßig das Angebot der Traunreuter Tafel wahr, um sich mit Lebensmittel zu versorgen. Rose verfügt nur über eine geringe Rente und Samuel kann sich durch Minijobs gerade so über Wasser halten. »Das Geld reicht hinten und vorne nicht, wir sind froh, dass es die Tafel gibt«, räumten die beiden Traunreuter beim Tag der offenen Tür der Tafel gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt ein.


Es gibt 45 ehrenamtliche Helfer

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Rose und Samuel gehören zu den etwa 400 Kunden der Traunreuter Tafel, die von rund 45 ehrenamtlichen Helfern des evangelisch-lutherischen Gemeindevereins jede Woche mit Lebensmitteln versorgt werden. Den Tag der offenen Tür nutzten die Verantwortlichen, um ihre Arbeit noch bekannter zu machen und Spenden für den in die Jahre gekommenen Ersatzbus zu sammeln. Gleichzeitig bot die Veranstaltung auch eine Plattform für die   Schüler des P-Seminars des Dr.-Johannes-Heidenhain-Gymnasiums, die für ihre Projektarbeit die Tafel gewählt haben. Durch ihre Mithilfe bei der Zubereitung von kleinen Speisen in der Küche der Lebenshilfe Traunreut, die sie dann den Besuchern servierten, konnten sie für ihre Projektarbeit praktische Erfahrungen sammeln.

Auf Anregung von Günter Neumann 1999 als Untergruppe des evangelisch-lutherischen Gemeindevereins ins Leben gerufen, gilt die Traunreuter Tafel heute als eine der größten im Landkreis Traunstein. Mit der ehemaligen Stadträtin Claudia Sörgel an der Spitze wurde die Tafel im evangelisch-lutherischen Gemeindezentrum aufgebaut. Heute leitet die Dritte Bürgermeisterin Rosl Hübner die Traunreuter Tafel. Waren es anfänglich rund 40 Bedürftige und Harz-IV-Empfänger, die jeden Samstag mit Lebensmitteln versorgt wurden, sind es heute nahezu 400.

Wie Rosl Hübner erklärte, sei aufgrund des raschen Anstiegs der Tafelkunden auch eine neue Logistik notwendig geworden. Mit Unterstützung der Stadt sei es gelungen, die neuen Räume am Egerweg anzumieten und die Ausgabe für die Tafelkunden auf drei Tage (Montag, Mittwoch und Freitag) auszudehnen. Die Fahrer aus dem rund 45-köpfigen Team fahren an sechs Tagen die Woche in einem Umkreis von 40 Kilometer die Spender an, die Lebensmittel für die Tafel bereitstellen. Die Waren müssen dann sortiert und ausgegeben werden.

Lob für das Engagement kam von allen Seiten

Dem Dank der Vorsitzenden an alle, die sich für die Traunreuter Tafel engagieren, schlossen sich auch die Vertreter der Kirchen und Bürgermeister Franz Parzinger an. »Durch Ihr Engagement können sozialschwache Familie unbürokratisch mit Lebensmitteln versorgt werden«, sagte Parzinger an die Verantwortlichen gerichtet und lobte gleichzeitig die Bereitschaft der Firmen und Geschäfte, die Lebensmittel spenden, oder die Einrichtung auch mit Geld- und Sachspenden unterstützen.

Die Tafel sei eines der erfolgreichsten Projekte des evangelisch-lutherischen Gemeindevereins, sagte der Erste Vorsitzende Pfarrer Stefan Hradetzky, der erst seit kurzem in Traunreut ist. Auch er lobte das Engagement, für Arme und Schwache mit Rat und Tat einzustehen. »Ich bin sehr angetan, was von der Tafel geleistet wird.« ga