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Das Geld in Inzell reicht hinten und vorne nicht

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Die finanzielle Situation der Gemeinde Inzell ist alles andere als rosig.

Inzell – Auf großes Interesse stieß der kommunalpolitische Stammtisch der SPD / Bürger für Inzell. SPD-Ortsvorsitzender Sepp Rieder freute sich, dass mehr als 60 Bürger ins Schützenheim gekommen waren, um mit Bürgermeister Hans Egger aktuelle kommunalpolitische Fragen zu erörtern.


Rieder sagte, für den neuen Gemeinderat sei in erster Linie die finanzielle Situation der Gemeinde eine große Herausforderung. Bürgermeister Hans Egger freute sich über die konstruktive Arbeit im Gemeinderat. Der »kritische Haushalt« ziehe sich aber wie ein roter Faden durch alle Sitzungen.

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Um einen genehmigungsfähigen Haushalt zu haben, wurden mehrere geplante Investitionen, wie zum Beispiel die Renovierung von Straßen, gestrichen. Gleichzeitig mussten höhere Einnahmen wie zum Beispiel durch eine Erhöhung des Wasserbeitrages, realisiert werden. Als weitere Baustellen bezeichnete Egger die Max-Aicher-Arena, das Hallenbad sowie touristische Fragen.

Aber auch Positives wusste der Bürgermeister zu berichten: Die Neugestaltung der Dorfmitte schreite voran. Für das »Almdorf« gebe es mit Sepp Hohlweger einen Investor, der dieses im hochpreisigen Segment selbst betreiben will. »Warum in Inzell?« und »Ist die Finanzierung gesichert?«, lautete die Frage zu dem geplanten Almdorf.

Für Hans Egger ist die neue Planung gegenüber der von der Planungsgruppe Strasser vorgestellten deutlich besser. »Hier ist der Investor gleichzeitig der Betreiber« sieht Hans Egger den großen Vorteil.

Zu mehreren Themenbereichen entspann sich eine lebhafte Diskussion. Beim Hallenbad reichten die Meinungen von »sollte geschlossen werden« bis zu »muss unbedingt erhalten bleiben«. Sepp Rieder wies darauf hin, dass das Hallenschwimmbad korrekt berechnet ein Defizit von rund 700 000 Euro verursache. Sollte man keine Wege zur Erhaltung finden, liefere man die Argumente für die Schließung, sagte Rieder. Dann müsste man auch über alternative Nutzungsmöglichkeiten nachdenken, denn auch ein stillgelegtes Hallenschwimmbad koste Geld, bemerkte ein Diskussionsteilnehmer.

»Fällt uns das Dach der Max Aicher Arena wie in Bad Reichenhall auf den Kopf?« war eine provokante Nachfrage aus dem Publikum. Bürgermeister Egger erklärte dazu, dass die Konstruktionen nicht zu vergleichen seien. Allerdings »brauchen wir ein dichtes Dach«, deshalb sei er in Gesprächen mit den ausführenden Firmen. Auch der allgemeine Bauzustand und die laufenden Kosten wurden angesprochen. Hans Egger sagte, dass eine Arbeitsgruppe geplant sei, die sich mit dem Unterhalt und der besseren Vermarktung der Arena befassen werde.

»Hätte die Gemeinde für die neue Wasserversorgung nicht Abschläge verlangen können?«, wollte ein Diskussionsteilnehmer wissen. Ein anderer fragte nach der »Gerechtigkeit« der Verteilung von »Beitrag und Gebühren«. Rieder merkte dazu an, dass es für einen Abschlag im alten Gemeinderat keine Mehrheit gegeben habe. Zur Verteilung meinte er, dass die jetzige Lösung der Umlage nach Beitrag und Gebühr die gerechteste ist. Allerdings musste von der ursprünglich geplanten hälftigen Aufteilung deshalb abgewichen werden, weil das Landratsamt einen Beitrag von 2 Millionen Euro als Voraussetzung zur Genehmigung des Haushaltes verlangt wurde.

Die im Wahlkampf diskutierte Informationsfreiheitssatzung für Inzell und der Tourismus waren weitere Themen der Veranstaltung. Der Einsatz von Schneekanonen und die Einführung von Parkgebühren in Inzell wurden ebenfalls erörtert. fb