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Das Gaufest 2016 wird in Unterwössen stattfinden

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Eine persönliche Note bekam die Bewerbung der Achentaler um das Gaufest 2016, als mit Martin Auer und Julia Stocker zwei Jugendliche in das Thema einführten. Julia hatte gehört, dass es vielleicht ein Gaufest in Unterwössen geben werde. Was das sei? Martin erwies sich im Frage- und Antwortspiel als Kenner und Fürsprecher. Mehr als einmal hob er das Besondere an dem »griabigen Fest« hervor. Er überzeugte nicht nur die Julia. Lachen und kräftiger Beifall der Delegierten und Gäste bewies deren Sympathie. (Foto: Flug)

Unterwössen. Das Gaufest 2016 des Chiemgau-Alpenverbandes wird in Unterwössen stattfinden. Das haben die 222 Vertreter der 23 im Gauverband zusammengeschlossenen Vereine bei der Delegiertenversammlung beschlossen, die am Wochenende in Unterwössen stattfand.


So klar war die Vergabe vor einigen Monaten noch nicht, denn ausgerechnet der Patenverein der Unterwössner, der Trachtenverein Hochgern aus Staudach, bewarb sich für 2016 ebenfalls. Lange Verhandlungen ließen am Ende die Unterwössner für 2016 allein übrig. In seiner Bewerbung verwies der Unterwössner Trachtenvorstand Reinhard Kurz-Hörterer auf diese Einigung. Die Bewerbung begründete er vor allem mit dem 125-jährigen Bestehen des Trachtenvereins.

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Der neue Bürgermeister Ludwig Entfellner – er ist auch Ehrenmitglied des Chiemgau-Alpenverbandes – sagte, er wolle das Fest nicht als Trachtler, er wolle es für die Gemeinde Unterwössen. »Wir sind geschickt«, meinte Entfellner. Er sagte die Unterstützung der Gemeinde zu. Entfellner sagte auch, bei den Unterwössner Trachtlern habe ein erfolgreicher Generationswechsel stattgefunden. Die heutige Vorstandschaft wurzele in einem guten Vereinsmittelbau.

8002 Mitglieder (bei steigender Tendenz) gehören dem Gauverband an. Mit unterhaltsamen Weisen von Musikwart Stefan Mix und seinen Unterwössener Volksmusikanten wurde die Zusammenkunft umrahmt. Reinhard Kurz-Hörterer als Vorstand des Trachtenvereins Unterwösssen hieß die Gäste willkommen und Bürgermeister Hans Haslreiter bezeichnete die Trachtler als belebende Förderer des kirchlichen und weltlichen Zusammenlebens.

Gauvorstand Miche Huber begann mit einigen Anmerkungen zum Ehrenamt und zu den Veranstaltungsformen. »Die Übernahme von Aufgaben ist nicht nur eine Pflicht und eventuell eine Last, sie kann auch persönlich bereichern und damit wohltuend sein«, so der Gauvorstand, der aufgrund der steigenden Aufgaben und Ansprüche empfahl, die Ämter und Arbeiten auf mehrere Schultern zu verteilen.

Gauschriftführer Jürgen Wiegmann gab nach seinem Rückblick auf 2013 bekannt, dass bei der Trachtlerwallfahrt nach Raiten an Christi-Himmelfahrt Weihbischof Wolfgang Bischof die Messe halten werde. Die Gauherbstversammlung ist am 5. Oktober beim Trachtenverein Chiemgauer-München in Verbindung mit einem anschließenden Oktoberfestbesuch. Der Gauball ist am 24. Oktober in der Mehrzweckhalle in Amerang.

Maria Höhne vom GTEV Amerang informierte als Trachtenwartin über verschiedene Kursangebote. Volksmusikwart Thomas Hiendl berichtete über vier Singstunden im Winterhalbjahr und eine Kindersingstunde in Übersee mit Hansl Auer vom Gauverband I. Das Konzept für die Reihe »Frisch aufg'spuit und g'sunga« soll geändert werden. Sänger und Musikanten werden bei Veranstaltungen des Festrings München teilnehmen, beim Pfingstspektakel in Regen und auf der »Oidn Wiesn« vom Münchner Oktoberfest.

Über die Öffentlichkeitsarbeit berichtete Anita Mokka. Für eigene Veranstaltungen hat der Alpenverband nun eine Plakatvorlage. Bereits sieben Proben hat heuer die Jugendgruppe des Gauverbandes abgehalten. Gaujugendwart Peter Voggenauer gab bekannt, dass der Chiemgau-Alpenverband am 21. Juni bei einer Jubiläumsveranstaltung des Gauverbandes I in Ruhpolding dabei sein wird und dass man am 9. August zum Gäubodenfest nach Straubing fährt.

Gauvorplattler Donat Fischer erläuterte den neu vereinbarten Modus beim Gaudirndldrahn mit zwei Wertungsklassen. Dieser Vorschlag fand die Zustimmung fast aller Delegierten. Für das Gaupreisplattln stellte Christian Singhartinger ein neues EDV-Auswertungs-Programm vor.

Gauvorstand Miche Huber will die Trachtenbewegung selbst in Bewegung halten. Für 2015 gibt der Chiemgau-Alpenverband mit Unterstützung der Brauerei Wieninger, der Raiffeisenbank Chiemsee und mit fachlicher Beratung des Fördervereins Bairische Sprache einen Tages-Abreißkalender heraus, der in 365 von Trachtenkindern gemalten Bildern und Erklärungen eine sympathische Förderung der heimischen Mundart darstellen soll.

123 Jahre alt wird heuer der Trachtenverein Staudach. Als Ausrichter des Gautrachtenfestes Ende Juli und Anfang August hat er das Motto gewählt »1-2-3 – mia san dabei«.

Wie Vorstand Klaus Weisser sagte, sind alle Vorbereitungen im Zeitplan, das Festprogramm liegt in Form einer kleinen Festschrift auf. Florian Hähle vom Trachtenverein »Chiemgauer« München lud anlässlich des 120. Vereinsgeburtstages zu einer Trachtlerschifffahrt auf dem Chiemsee am 28. Juni und zum Vereinspreisplattln mit Hoagascht am 11. Oktober in München ein. Der Gaujugendtag wird am 11. Oktober im Priental stattfinden.

Eindrucksvoll bewarb sich der Trachtenverein Unterwössen für das Gaufest 2016. Ein Kinderpaar stimmte mit einem heiteren Prolog auf die Vorfreude der Festvorbereitungen ein. Vorstand Kurz-Hörterer und der neue Bürgermeister Ludwig Entfellner (vormaliger Gauvorstand und Ehrenmitglied beim Chiemgau-Alpenverband) sagten ihre volle Unterstützung zu, die Vergabe erfolgte erwartungsgemäß einstimmig. Damit hat der Gauverband für die Gaufeste schon eine lange Liste an voraussichtlichen Kandidaten. lukk