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»Das ganze Projekt ist sehr hochwertig und eine gute Sache«

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Die angedachten Höhen des neuen Almdorfs in Inzell wurden abgesteckt, sodass man eine annähernde Vorstellung von den jeweiligen Gebäuden hat. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Der Inzeller Gemeinderat beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans für das »Almdorf Inzell«, um die planungsrechtlichen Voraussetzungen zu schaffen. Zuvor hatten Bauherr Sepp Hohlweger und Architektin Belinda Reiser die fortschreitende Planung vorgestellt.


Es wurde festgelegt, dass eine dauerhafte Wohnnutzung im Almdorf nicht zulässig ist. Ausgenommen davon werden lediglich die zwei Betriebsleiter- beziehungsweise Personalwohnungen im Haupthaus der Anlage. Im hochwertigen Almdorf wird es 19 Häuser mit leicht unterschiedlichem Baustil geben, in denen jeweils eine Wohneinheit geplant ist. Die Zufahrt zum Baugebiet wird über die Schwimmbad- und Kreuzfeldstraße geregelt. Außerdem wird es einen Geh- und Radweg entlang des Almdorfs geben. Errichtet wird auch eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen auf der Nordseite der Anlage. Hinzu kommen fünf Stellplätze für an- und abreisende Gäste vor dem Hauptgebäude.

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Die Gestaltung der Häuser wurde ebenfalls planungsmäßig festgelegt. Diese sollen dem ländlichen Stil in der Gegend angepasst werden. Für die Fassaden sind helle Farbtöne vorgesehen, grelle Anstriche dagegen unzulässig. Möglich ist auch eine Errichtung der Wände in Holzblockbauweise und Balkone und Außentreppen sind ebenfalls in Holz gehalten. Ferner wurde festgelegt, dass Einfriedungen entlang der Außengrenzen als Holz- oder Drahtzäune errichtet werden dürfen. Letztere jedoch sind durchgängig zu hinterpflanzen.

Grundsätzlich ist beim Projekt einer Versiegelung des Bodens entgegen zu wirken. Die Oberflächenbeläge von den Stellflächen und auch die Fußwege werden wasserdurchlässig oder als befestigte Vegetationsflächen ausgeführt. Lediglich der »Dorfplatz« in der Mitte der Anlage und der Terrassenbereich am Empfangsgebäude sind als Pflasterfläche vorgesehen.

Markus Maier (CSU) erkundigte sich nach dem Wasserabfluss bei Starkregen. Auf dem Gebiet, wo die Tiefgarage und drei Häuser geplant sind, besteht Hanglage. Dort floss das Oberflächenwasser bisher immer ins Tal. Architektin Reiser entgegnete, dass dies bekannt sei und derzeit ein hydrologisches Gutachten erstellt wird, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Peter Spannring (Bürger für Inzell) sieht eine Problematik in den 19 Holzöfen, die in jedem Gebäude eingebaut werden sollen. »Gerade bei einer Inversionswetterlage, wie so oft in unserer Gegend, wird es eine starke Rauchentwicklung geben. Zudem gibt es viele Gäste, die sich mit dem Einheizen weniger gut auskennen.« Sepp Hohlweger gab zu verstehen, dass der Verbrauch an Holz nicht so groß sei. Dies würden Erfahrungswerte aus seiner Anlage in Ruhpolding zeigen. Eine solche Feuerstelle diene mehr als Qualitätsmerkmal. Benzolöfen als Alternative scheiden aus, weil diese Elemente zu anfällig seien. Annelie Gromoll (OBIC) wollte wissen, ob auch Solar- oder Photovoltaikanlagen vorgesehen seien. Hohlweger erklärte, dass dahingehend die Planungen zwar laufen, aber noch nicht genau geklärt ist, inwieweit die Energieversorgung sichergestellt wird.

Bürgermeister Hans Egger lobte die »beste Planung«, die für dieses Gebiet bisher vorgestellt wurde. »Das ganze Projekt ist sehr hochwertig und eine gute Sache. Es wird eine Aufwertung für die Gemeinde Inzell sein«, so das Gemeindeoberhaupt. hw