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»Das Flair auf den Rosentagen ist einfach toll«

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Da strahlte die Sonne noch mit dem Ehepaar Wacker um die Wette – gestern war dann der Regenschirm gefragt (siehe Seite 9).

Traunstein – Wie abhängig solche Veranstaltungen vom Wetter sind, zeigten die sechsten Traunsteiner Rosentage: Nach zwei wunderschönen Tagen bei toller Stimmung und bestem Besuch, hatten gestern deutlich weniger Leute den Weg in die Große Kreisstadt gefunden. Trotzdem ist Thomas Miller, der Chef der Werbegemeinschaft, zufrieden. Etwa 17 000 Besucher haben sich die Rosen- und Gartenausstellung angeschaut.


»Im besten Jahr waren es 20 000 Besucher, aber uns hat am Sonntag einfach das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht«, sagt Thomas Miller. Er hatte am Sonntagmorgen einiges zu tun, denn viele Stände waren durch den starken Regen regelrecht abgesoffen. Spontan mussten also Hackschnitzel organisiert werden, damit die »Standler« und Besucher keine nassen Füße bekommen. »Da möchte ich besonders der Familie Bierl und der Firma Umkehrer danken. So haben wir auf die Schnelle noch 18 Kubikmeter Hackschnitzel bekommen«, betont der Chef der Werbegemeinschaft. Für ihn war die romantische Lichternacht ein ganz besonderer Höhepunkt der Rosentage. »Es war einfach eine ganz tolle Stimmung mit den vielen beleuchteten Ständen, den entspannten Besuchern und der Musik.«

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»Wir kommen gerne wieder«

Zeigte sich das Wetter am Freitag und Samstag noch von seiner besten Seite, schüttete es am Sonntagvormittag wie aus Eimern. Einem, dem das sogar entgegenkam, war Josef Neumair. Er verkauft mobile Holzbacköfen. Die Besucher blieben gestern gerne bei ihm stehen, um sich an der Flamme im Ofen die Hände zu wärmen. »Für uns ist das ein guter Tag, denn heute sind die Naturburschen unterwegs«, sagt der 57-Jährige aus Pfaffenhofen gestern im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Mit den drei Rosentagen ist er sehr zufrieden. »Wir kommen gerne wieder«, betont er. »Die Messeleitung ist einfach super, das läuft alles so menschlich ab.«

Voll des Lobes war auch Teresa Hain. Ihr Stand war gestern Morgen völlig unter Wasser gestanden. »Die Veranstalter haben wirklich super reagiert und spontan Hackschnitzel organisiert.« Die Leiterin des städtischen Kindergartens am Klosterberg in Traunstein ist »zum Ausgleich«, wie sie sagt, auch künstlerisch tätig. Sie zeigte sich überrascht, dass die Besucher trotz des Wetters gestern in bester Stimmung waren.

»Gartler sind ehrliche Leute«

Von Anfang an dabei ist Franz Wacker aus der Oberpfalz. Er kam heuer bereits zum 6. Mal auf die Rosentage nach Traunstein. »Ich bin auf vielen Märkten in Deutschland und Österreich unterwegs, aber das ist wirklich einer der schönsten«, schwärmt der Oberpfälzer. Er hat bei sich zuhause einen ungewöhnlichen »Paradiesgarten«, wie er es nennt. Auf zwei Feldern stehen seine Kunstwerke für den Garten aus Metall und Glas. Es gibt keine Öffnungszeiten. Jeder, der möchte, kann sich ein Kunstwerk mitnehmen und das Geld in einen dort aufgestellten Briefkasten werfen. »Das funktioniert wunderbar, Gartler sind ehrliche Leute«, sagt der Metallbaumeister.

»Das Flair auf den Rosentagen ist einfach toll«, betont Wolfgang Fegg von der Gärtnerei Fegg-Dobiasch in Traustein. Für ihn waren die Rosentage ein Erfolg, »weil ich auch mit Leuten in Kontakt komme, die von weiter her sind, also aus Österreich zum Beispiel.«

Begeistert vom Duft der Rosen war Theresa Hartl aus Traunstein. Wir trafen sie am Samstag, als sie gerade an einer Rose schnupperte. »Ich liebe das«, betont die Besucherin, die keinen Garten hat. »Deshalb muss ich hierherkommen, um diesen wunderbaren Duft zu riechen«, sagt sie und lacht. Doch nicht nur die Rosen hatten es ihr angetan, »auch das Kunsthandwerk, diese Kreativität – das gefällt mir einfach«.

»Auch Pflanzen sind der Mode unterworfen«

Eine, die sich mit der Königin der Blumen bestens auskennt, ist Gärtnermeisterin und Rosenzüchterin Margret Körtge. Rosen seien in der Regel Sonnenliebhaber, sagt die 68-Jährige. »Aber das hängt natürlich auch von der Sorte ab. Es gibt schon solche, die auch Halbschatten mögen.« Deshalb sei es beim Kauf einer Rose immer wichtig, dem Verkäufer zu beschreiben, wie der Standort aussieht. Eine »normale Rose« werde etwa 12 bis 15 Jahre alt, historische Sorten könnten auch 40 bis 50 Jahre alt werden. Besonders beliebt seien derzeit Rosen mit offenen Blüten in den Farben Rosa oder Lila. »Auch Pflanzen sind dem Modetrend unterworfen. Derzeit mögen die Leute diese Farbtöne. Vor 20 Jahren war es noch Orange.«

Zum ersten Mal einen Stand auf den Rosentagen hatte Barbara Born. Sie verkaufte für das »Kompetenzzentrum Grün Hohenfried e.V.« Heilkräuter in Traunstein. Hohenfried ist die Heimat von 46 Kindern und Jugendlichen sowie 155 Erwachsenen mit geistiger Behinderung, die beim Anpflanzen und Pflegen der Kräuter – soweit es ihnen möglich ist – helfen. »Das Publikum auf den Rosentagen ist immer so entspannt, das gefällt mir. Außerdem ist diese Ausstellung einfach super organisiert«, sagt die Gärtnermeisterin. Sie überlegt, ob sie nächstes Jahr zu den Rosentagen mit einem größeren Angebot kommt. »Denn wir haben in Hohenfried auch eine Schreinerei und eine Töpferei.«

Irgendwann wird geheiratet

Nicht an den Rosen, sondern bei der Hochzeitsausstellung »geschnuppert« haben am Wochenende Christina Steffan aus Aiging und René Jeschke aus Bergen. »Irgendwann ist es soweit«, sagen die beiden mit einem vielsagenden Schmunzeln. Ein Termin für die Hochzeit stehe zwar noch nicht fest, »aber wir wollten schon mal schauen, was es so alles gibt«. Besonders die Hochzeitskleider schauten sie sich genauer an. »Ich möchte auf alle Fälle in Weiß heiraten«, betont Christina Steffan. »Wir haben uns gute Anregungen geholt, wie die Hochzeit dann genau abläuft, das wissen wir noch nicht«, sagt sie – und er ergänzt mit einem Lachen: »Das hängt natürlich auch vom Geldbeutel ab.«

Neben Hochzeitskleidern, Anzügen und Ringen konnte man sich in der Ausstellung im Kulturzentrum, die heuer zum ersten Mal im Rahmen der Rosentage stattfand, auch über Geschenke, Tanzkurse, Hochzeitsreisen, Hochsteckfrisuren, Hochzeitsfotos und leckere Torten für den schönsten Tag im Leben informieren. Etwa vier bis fünf Stunden braucht Konditormeisterin Doris Gaisreiter – natürlich auch abhängig von der Ausführung – für eine Hochzeitstorte. Dabei durften die Besucher die verschiedenen Modelle nicht nur anschauen, sondern auch gleich noch ein Stück Kuchen probieren – auf Wunsch sogar mit einem Kaffee gratis.

Königlichen Besuch hatte Georg Unterhauser, der Fachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landratsamt. Er und die Bayerische Bienenkönigin Sabrina I sprachen mit den Besuchern anlässlich des »Jahres der Bienen« über die Bedeutung der Tiere für das heimische Ökosystem. KR