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Das erste Paar »traut« sich am 8. Mai

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Damit künftig auch in Schloss Pertenstein standesamtliche Trauungen durchgeführt werden können, unterzeichneten Bürgermeister Klaus Ritter (links) und der Vorsitzende des Heimatbunds Schloss Pertenstein, Hans Lauber, eine Nutzungsvereinbarung. (Foto: Rasch)

Traunreut – Schon vor über 30 Jahren sollen ein paar Traunreuter von der Idee begeistert gewesen sein, auch in Schloss Pertenstein standesamtliche Trauungen durchzuführen. Der damalige Bürgermeister Franz Haberlander schien aber von der Idee überhaupt nicht angetan gewesen zu sein. »Ja sonst no was!«, soll er nach Aussagen von Hans Lauber gesagt haben. Auch in der Ära seiner Nachfolger hatte es seitens der Verwaltung immer geheißen: »Es geht nicht.« Nun hat sich das Blatt gewendet. Das erste Paar »traut« sich am 8. Mai.


Dass in Pertenstein jetzt auch standesamtlich geheiratet werden kann (wir berichteten), liegt nach Angaben des Leiters des städtischen Standesamts, Werner Seehuber, an einer Änderung der gesetzlichen Vorschriften. Die Gesetzesmäßigkeit sei gelockert worden, sagte Seehuber auf Anfrage dem Traunsteiner Tagblatt. Die Räume, in denen die Trauungen vollzogen werden, müssen jedoch 365 Tage im Jahr der Stadt zugewidmet sein. Bürgermeister Klaus Ritter und der Vorsitzende des Heimatbunds Schloss Pertenstein, Hans Lauber, haben darum vergangene Woche einen Nutzungsvertrag unterschrieben, der ab dem 1. Mai gültig ist. Dieser Vertrag beinhaltet unter anderem, dass die Trauungen nicht unter freiem Himmel abgehalten werden dürfen, sondern ausschließlich im Bischofszimmer und im Orff-Saal. Die Gestaltung der Räume, für die die Stadt pro Trauung Gebühren entrichtet, obliegt dem Heimatbund. Sowohl die Standesamtsaufsicht des Landratsamts Traunstein als auch der Traunreuter Stadtrat haben die Widmung der Räume bereits abgesegnet. Die Trauungen durch die städtischen Standesbeamten werden aber nur an den Freitagen von 14 bis 16 Uhr und an Samstagen von 10 bis 12 Uhr abgehalten.

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Auch auswärtige Paare, die nicht in der Stadt Traunreut wohnen, können sich in Pertenstein standesamtlich trauen lassen. Sie müssen aber in der Traunreuter Stadtverwaltung eine Ermächtigung einholen. Mit diesen zusätzlichen Räumen biete die Stadt Paaren die Möglichkeit, sich auch außerhalb der Rathaus-Öffnungszeiten trauen zu lassen, sagte Ritter. Beeindruckt von den Räumlichkeiten des Schlosses sei es ihm ein Anliegen gewesen, das Projekt als Bürgermeister mit zu initiieren.

Damit kann die »Trilogie« auf Schloss Pertenstein – Standesamtliche Trauung, kirchliche Trauung und Feier – vervollständigt werden. Hans Lauber, der den Mehrteiler um eine Quadrologie ergänzte – in Pertenstein finden auch Taufen statt – sprach von einem historischen Tag. Er erinnerte auch daran, dass die umliegende Gastronomie von den Hochzeiten und Veranstaltungen, die auf Schloss Pertenstein stattfinden, profitieren würde. Viele der insgesamt jährlich 15 000 Hochzeitsgäste und Veranstaltungsbesucher werden in den umliegenden Beherbergungsbetrieben untergebracht. ga

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