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Das endlose Warten auf eine Straßenlampe in Kammer

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Traunstein. Manche Mühlen mahlen besonders langsam. Ein Beispiel dafür ist eine Anfrage, die Fred Herdy vor einem Jahr in der Bürgerversammlung in Rettenbach gestellt hat. Auf Wunsch eines Anliegers, der längst verstorben ist, hatte man vor Jahrzehnten beim Bau der Straße Moospoint an der Ecke Haunstätter Straße/Moospoint keine Straßenlaterne installiert. Das sollte man jetzt endlich nachholen, damit auch dieses finstere Eck erhellt wird.


Kein Problem, meinte vor einem Jahr Oberbürgermeister Manfred Kösterke; das werde man zeitnah erledigen. In der Bürgerversammlung am Montag im Gasthaus Jobst in Rettenbach hakte Hildegard Herdy nach: Geschehen sei nichts, obwohl man im Laufe des Jahres bei der Stadtverwaltung nachgehakt habe. Der betreffende Sachbearbeiter habe von der Angelegenheit überhaupt nichts gewusst. Im August habe man dann die Nachricht von der Stadt bekommen, dass die Sache in Ordnung gehe. Die Laterne steht bis heute nicht.

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Fred Herdy hatte auch angeregt, Äste eines Baumes zu entfernen, die ein Stück weiter neben einer anderen Straßenlampe beim alten Lehrerhaus stehen und den Lichteinfall vermindern. Am anderen Ende des Grundstücks habe man stattdessen eine alte Birke umgeschnitten, weil eine Mitarbeiterin der Diakonie, eine Allergie gegen diese Bäume hat, berichtete seine Frau. Den anderen Baum auf dem Grundstück habe man aber nicht gestutzt, wie das beantragt und für sinnvoll erachtet worden ist.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke sagte zur Kritik: »Da haben sie vollkommen recht«, und stellte in Aussicht, bezüglich des Freischneidens der Laterne könne man »schnell etwas bewegen«. Dass die Lampe an der Ecke zur Haunstätter Straße noch nicht installiert ist, liege an der Firma Bayernwerk. »Hätten wir das Stromleitungsnetz schon, dann würde die Lampe stehen«, sagte er und versprach nachzuhaken.

In der sehr gut besuchten Versammlung nahm der Oberbürgermeister auch kurz zu einem Thema Stellung, das in Kammer in den letzten Monaten sehr konträr diskutiert wurde: die Nachnutzung des alten Lehrerhaues. Wie berichtet, will die Diakonie dort eine heilpädagogisch-therapeutische Wohngruppe für Jugendliche einrichten. Bei einigen Nachbarn hat das heftigen Protest hervorgerufen. Nun berichtete Kösterke, es gebe in der Angelegenheit noch nichts Neues. Man prüfe noch immer, ob eine Sanierung und Vermietung des Hauses zu vernünftigen Bedingungen machbar sei. Vermutlich im Januar oder Februar werde man soweit sein und die Angelegenheit im Stadtrat entscheiden.

Zu den wenigen Wünschen, die in der Versammlung geäußert wurden, gehörte auch eine Geschwindigkeitsmessanlage für Rettenbach. Dazu hieß es, die Stadt wolle solche Anlagen bestellen und installieren.

Und schließlich kam auch das überall präsente Thema des zunehmenden Autoverkehrs zur Sprache. Georg Niederbuchner berichtete, dass auch die Kreisstraße TS 1 immer mehr zu einer Ausweichstrecke für den Schwerverkehr werde. Als einen der Gründe dafür vermutet er die ständigen Staus in der Ortsdurchfahrt von Altenmarkt. Er zitierte unsere Überschrift aus einer vorangegangenen Bürgerversammlung: »Jeder fährt mit dem Auto – aber keiner will den Verkehr vor seiner Tür.« Offenbar ist dem nichts hinzuzufügen. -K.O.-

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