»Das Bürgermobil war eine Vision, die ich schon länger hatte«

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Bei der Bürgerversammlung stellte sich die neue Gemeindemitarbeiterin Carmen Haas vor, die die Projekte »Nachbarschaftshilfe« und »Wohnen im Alter« betreut. Im Hintergrund ist Bürgermeister Josef Loferer. (Foto: Uwe Wunderlich)

Schleching – Mehr als 130 Bürger kamen in den Gasthof Zellerwand zur Schlechinger Bürgerversammlung. Nach dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Josef Loferer stellten die Bürger ihre Fragen.


Loferer begann mit Zahlen des Meldeamtes für das vergangene Jahr. 2270 Einwohner (1748 mit Hauptwohnsitz und 522 mit Nebenwohnsitz) sind in Schleching gemeldet. Acht Kinder wurden geboren, davon waren sieben Buben. 26 Menschen sind verstorben. Gewerbeanmeldungen gab es 23, Abmeldungen 16 und Ummeldungen 7.

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Ferner sprach Loferer über die diversen Baumaßnahmen, wie den neuen Kanal in Raiten sowie den Umbau des Dorfladens. Im Eingangsbereich des Rathauses wurde ein Büro geschaffen für die Fachstelle von Carmen Haas. Ein Dank ging an die Vereine, die an dieser Stelle ihre Fahnen gelagert hatten und den Raum zur Verfügung stellten. Erwähnt wurde auch die neue Eingangstür im Bürgerhaus, die seit November ein barrierefreies und bedienerfreundliches Betreten ermöglicht.

Der Bürgermeister berichtete über das Wohnprojekt über dem Dorfladen, für das nach einer Ausschreibung bereits Aufträge für die einzelnen Gewerke erteilt wurden. Es soll im Herbst/Winter für fünf Wohneinheiten bezugsfertig sein.

Ein weiteres Thema war die »Freiflächengestaltung«. Hier soll der Dorfcharakter erhalten bleiben. Loferer empfahl den Bürgern, sich vor eigenen Planungen im Rathaus zu erkundigen, was machbar ist, um sich Ärger und Kosten zu ersparen.

»Das Bürgermobil war eine Vision, die ich schon länger hatte und ich habe mich sehr um Sponsoren bemüht, die ich zu 100 Prozent in der VR-Bank gefunden habe«, berichtete Josef Loferer. Das Elektro-Auto ist von allen Bürgern für die Nachbarschaftshilfe nutzbar. Die Anmeldung geht über das Ökomodell, die Tankstelle befindet sich am Bürgerhaus.

Die Integration der neuen Mitbürger, die als Asylbewerber aus Eritrea gekommen sind, gelingt dank des engagierten Helferkreises um Dr. Bodo Sperling sehr gut. Die Gemeinde stellt die Räume für den Deutschunterricht zur Verfügung, so Loferer. Am Eingang des Gasthofs Zellerwand wurden Fototafeln aufgestellt, die die Arbeit des Helferkreises den Besuchern der Bürgerversammlung vorstellten.

Feuerwehr braucht dringend Nachwuchs

Außerdem ging es um die Feuerwehr. Loferer wies darauf hin, dass junge Menschen zur Ausbildung benötigt werden. Sie können ab 14 Jahren bei der Jugendfeuerwehr mitmachen. Die Feuerwehr leistet eine wichtige Unterstützung bei den gemeindlichen Aufgaben. Das Feuerwehrhaus ist Anlaufstelle bei Katastrophenfällen.

Für die Friedhofs-Wege hat sich der Gemeinderat im letzten Sommer für »grüne« Wege entschieden, da die Kieswege sehr schnell zuwachsen. Es soll wie in Raiten durch häufige und vor allem kurze Rasenpflege eine gute Begehbarkeit erreicht werden, so der Bürgermeister. Auf dem anonymen Grabfeld soll ebenfalls ein Kurzrasen gepflegt werden.

Zwei nachteilige Punkte musste der Bürgermeister ansprechen. Es ging um den Sträucher- und Baumschnitt, der neben der Straße in Mühlau unrechtmäßig abgelegt wurde. Es mussten zur Säuberung 40 Kubikmeter diverses Material abgefahren werden. Loferer appellierte an die Bürger, die erlaubten Entsorgungsangebote zu nutzen. Der zweite Punkt betraf den »rauchfreien Schulhof«. Er wurde immer wieder als Rückzugsort für Raucher genutzt. Für die 41 Schulkinder, die auch helfen, den Platz sauber zu halten, ist es sehr unerfreulich und die Raucher seien ein schlechtes Vorbild.

Im Rahmen der Bürgerversammlung stellte sich Carmen Haas vor, die für die Projekte »Nachbarschaftshilfe« und »Wohnen im Alter« eingestellt wurde. Sie kündigte eine Informationsveranstaltung zu ihrem Aufgabenbereich in der Gemeinde für März an.

Anschließend konnten die Bürger ihre Fragen stellen. Zunächst ging es um einen gewünschten Komposthaufen auf dem Friedhof. Dieser ist laut Aussage des Bürgermeisters nicht möglich. Auf die Frage, ob die Rücklagen von 162 000 Euro ausreichend wären, erklärte er, dass noch Fördergelder ausstehen, die dann in den Haushalt 2015 einfließen werden.

Einsatz für bessere Verkehrssicherheit

Zu der Frage eines Radweges von Schleching nach Kössen berichtete Loferer, dass im Februar ein Treffen im Rathaus Kössen über dieses Thema vereinbart ist. Auch zu der Frage nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung in Schleching berichtete der Bürgermeister von einem geplanten Termin mit dem Landratsamt und der Polizei im Frühjahr, auf dem er sich für eine bessere Verkehrssicherheit einsetzen will.

Eine weitere Frage wurde zur »Aufhebung der Lärmschutzverordnung« gestellt, auf die der Bürgermeister versicherte, dass die »Regelung der Rasenmähzeiten« im Frühjahr neu aufgelegt wird. Die Frage, »ob es bei der Geigelsteinbahn etwas Neues gibt«, konnte der Bürgermeister nicht beantworten, da die Bahn keine gemeindliche Einrichtung ist.

Abschließend gab es Berichte von Claudia Schwarz zum Thema »Innenentwicklungspotenziale der Gemeinde« und von Wolfgang Wimmer über »Sachstand Umsetzung Energiekonzept«. wun

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