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Das Bergkirchlein wurde saniert

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Das Bergkirchlein der evangelischen Kirchengemeinde in Reit im Winkl wurde saniert. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. In neuem Glanz erstrahlt das Bergkirchlein der evangelischen Kirchengemeinde in Reit im Winkl. In den vergangenen Wochen waren das Dach erneuert und die Außenfassade überarbeitet worden. Weit über 40 000 Euro müssen für diese Sanierungsarbeiten aufgebracht werden. Seit 1936 findet der kleine Teil an Protestanten am Ort in diesem kirchlichen Kleinod etwas oberhalb des Ortes auf dem Weg nach Birnbach sein religiöses Zuhause.


Eigentlich wollte man nur das Dach erneuern, erzählt der evangelische Pfarrer Thomas Schmeckenbecher, der von der evangelischen Kirchengemeinde Ruhpolding aus auch das Reit im Winkler Bergkirchlein betreut. Nach über 50 Jahren befürchtete man langsam aber sicher undichte Stellen in der Dachhaut. Tatsächlich sollten sich die Sanierungsarbeiten dann aber etwas ergänzen, da auch Teile des Dachstuhls erneuert werden mussten, wie sich herausstellte. »Und weil man schon dabei war und ein Gerüst aufgestellt hatte«, so Schmeckenbecher weiter, konnte auch gleich die Außenfassade überarbeitet und neu eingestrichen werden.

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Zudem wurde der Zugangsweg deutlich verbreitert, zunächst, weil die Baufahrzeuge Platz brauchten. »Aber das ist auch für die Kirchgänger jetzt viel praktischer, weswegen der Weg auch so breit bleiben soll.«

Im Frühjahr nun sollen etliche Anpflanzungen folgen. »Dann ist alles fertig«, freut sich der Pfarrer. Diese erfreuliche Nachricht heißt für die Gläubigen aber auch, einen Großteil selbst finanzieren zu müssen. Von der evangelischen Landeskirche könne man einen Zuschuss von etwa einem Drittel der Baukosten erwarten, 30 000 Euro müssten selbst finanziert werden. »In der Vergangenheit wurde intensiv über einen Erweiterungsbau am Kirchengebäude diskutiert und dafür auch Gelder gespendet. Da wir den Anbau nicht mehr verfolgen, können diese Spenden nun für die Sanierung hergenommen werden«, sagt der Pfarrer weiter. »Die Restsumme müssen wir halt noch aufbringen, ganz steht die Finanzierung noch nicht.«

Begründet wurde das Kleinod im Übrigen im Jahre 1936, zuvor mussten die evangelischen Kirchgänger bis nach Traunstein fahren, um an einem Gottesdienst teilzuhaben – damals war das ein beschwerliches Unterfangen. Nachdem unter den immer mehr werdenden Urlaubsgästen auch eine steigende Anzahl von Protestanten war, initiierten diese Gäste ab 1934 Sammlungen, um ein eigenes Gotteshaus bauen zu können. Schon nach zwei Jahren konnte dieses nach gemeinsamen Anstrengungen feierlich eingeweiht werden.

In der Gegenwart ist die örtliche evangelische Kirchengemeinde eigentlich viel zu klein für eine eigene Kirche, nur 160 Protestanten sind derzeit in Reit im Winkl registriert. Dass dennoch regelmäßig Gottesdienste abgehalten werden können, liegt heute wie damals an den vielen Gästen, welche ebenso die Messen mitfeiern. Zudem unterstützen zu den Saisonzeiten des Tourismus Urlaubsseelsorger den kirchlichen Betrieb. Dass dies nun auch über längere Zukunft gewährleistet bleibt, dazu haben die vor kurzem abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wesentlich beigetragen. Freuen wird dies also nicht nur die kleine Gemeinde an Protestanten am Ort, sondern auch die hohe Anzahl an Urlaubsgästen, die bald schon wieder am Ort erwartet werden. ost

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