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Das Baugeschäft Berger hat Insolvenz angemeldet

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Traunstein. Das Baugeschäft Berger ist pleite. Wie Insolvenzverwalter Klaus Martin Lutz aus Rosenheim gestern in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt berichtete, habe die AOK wegen ausgebliebener Krankenversicherungszahlungen Insolvenzantrag gestellt. Rund 30 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.


Die Firma Berger Bauunternehmen ist ein traditionsreicher Traunsteiner Familienbetrieb. 1886 gegründet, hat er in seiner fast 130-jährigen Geschichte unzählige öffentliche und private Bauten errichtet. Für die Qualität und Zuverlässigkeit des von Armin Berger als persönlich haftendem Gesellschafter geführten Unternehmens sprachen die vielen öffentlichen Aufträge: Über die Jahrzehnte kam Berger nicht nur bei der Stadt Traunstein und dem Staatlichen Hochbauamt, sondern auch bei vielen Gemeinden im Umland immer wieder zum Zug, wenn es darum ging, Kommunalbauten zu errichten. Auch Hunderte private Bauherren konnten sich auf Qualität und Zuverlässigkeit von Armin Berger und seinen Mitarbeitern verlassen.

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Es gab offenbar größere finanzielle Probleme

In letzter Zeit geriet das Unternehmen aber offenbar zunehmend in Schieflage. Obwohl gut mit Aufträgen ausgestattet, gab es offenbar größere finanzielle Probleme. Wie ein Mitarbeiter berichtete, habe die Belegschaft seit März keinen Lohn mehr bekommen. Einige Beschäftigte hätten das Unternehmen daraufhin verlassen. Kompensiert wurden diese Ausfälle offenbar mit ausländischen Mitarbeitern, von denen einigen die fachliche Eignung gefehlt hat, was den Niedergang des Unternehmens zusätzlich beschleunigt haben dürfte.

Die beiden letzten Großbaustellen im öffentlichen Bereich für Berger waren der Bau der Kinderkrippe der Stadt Traunstein an der Vonfichtstraße und die Großbaustelle am Jugendgefängnis in Laufen-Lebenau. Vor allem dort, so erfuhr das Traunsteiner Tagblatt, seien erhebliche Fehlleistungen bei der Bauausführung erbracht worden.

Die Stadt Traunstein hat nach Auskunft von Oberbürgermeister Manfred Kösterke vor etwa einem Monat von der Insolvenz erfahren und daraufhin den Vertrag mit Berger-Bau fristlos aufgelöst. Die Baustelle wird inzwischen von einem anderen Unternehmen weitergeführt. Der Oberbürgermeister bezeichnete es gestern als ausgesprochen traurig, eines der letzten Bauunternehmen in der Stadt Traunstein zu verlieren.

Versteigerung der Geräte und Maschinen

Inzwischen laufen bereits die Vorbereitungen für die Versteigerung der Geräte und Maschinen. Weil Berger sowohl die Büroräume an der Herzog-Otto-Straße in Traunstein als auch das Baulager in Kirchanschöring nur gemietet hat, wolle man den Eigentürmern entgegenkommen und dafür sorgen, dass sie möglichst bald wieder über ihre Immobilien verfügen können. Bereits am 13. Juli versteigert das Auktionshaus Carus Deutschland aus Mainz öffentlich und meistbietend sämtliche Baumaschinen und Baugeräte sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung des Unternehmens im Bauhof Kirchanschöring. Angeboten werden über 400 Positionen, unter anderem ein Mobilbagger, ein Minibagger, vier Radlader, je zwei Baukräne, Gabelstapler und Tieflader, Schalungsmaterial, Baugerüste, ein Abrollkipper-LKW, mehrere Transporter und vieles mehr.

Interessenten haben die Möglichkeit am 12. Juli von 10 bis 17 Uhr und am Versteigerungstag von 8 bis 10.30 Uhr alle Gegenstände zu besichtigen. Die Versteigerung selbst findet um 11 Uhr im Gasthof Felberwirt statt. -K.O.-