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Das Angesicht Gottes in der Gesellschaft verankern

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Auf einer Säule steht im Siegsdorfer Friedhof nun eine von Walter Angerer dem Jüngeren gefertigte Stahlskulptur des Heiligen Haupts. (Foto: Krammer)

Siegsdorf – Auf dem Siegsdorfer Friedhof wurde eine neue Heilig-Haupt-Skulptur enthüllt und gesegnet.


Der Siegsdorfer Künstler Walter Angerer der Jüngere hatte sich anlässlich des bevorstehenden Jubiläums 300 Jahre Heilig Haupt in der Siegsdorfer Pfarrkirche mit dem Thema beschäftigt und ein einzigartiges Fastentuch für den Hochaltar geschaffen. Der gleiche Entwurf wurde nun von dem Künstler in eine Stahlskulptur umgesetzt, die gegenüber der Urnenwand im neuen Friedhof ihren Platz auf einer Säule fand. Ein idealer Platz, denn das Haupt Christi mit der Dornenkrone und Szenen aus seinem Leidensweg kommt vor dem weißblauen Himmel und neben dem imposanten, 65 Meter hohen, Kirchturm besonders gut zur Geltung.

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»Es ist wichtig, das Angesicht Gottes im täglichen Leben zu verfestigen und in der Gemeinschaft präsent zu halten«, nannte Pfarrer Thomas von Rechberg als Beweggrund, das 300-Jahr-Jubiläum der Übertragung des Heiligen Haupts in die Siegsdorfer Pfarrkirche mit der ganzen Gemeinde zu feiern. Der Pfarrer bedankte sich auch bei allen, die mitgeholfen hatten, die Aufstellung des Kunstwerkes zu verwirklichen, das Angerer der Pfarrei zum Selbstkostenpreis zur Verfügung gestellt hat.

Walter Angerer der Jüngere nutzte die Gelegenheit, seine Arbeit vorzustellen, und bedankte sich für das Vertrauen der Auftraggeber. Der Künstler freute sich über den »idealen Platz«, ging auf einzelne Details der Skulptur ein und nannte als oberste Maxime seiner Herangehensweise: »Meine Arbeiten müssen den Menschen gefallen«.

Die vor allem gegen den Himmel beeindruckend wirkende Skulptur des Heiligen Hauptes ruht auf einer hohen Säule, die von den Helferinnen des Frauenbunds festlich geschmückt worden war. Auf einem stilisierten »Dornenstock« sitzt das gepeinigte, von Dornen und Blutstropfen gekrönte Haupt Christi, und bei genauerem Betrachten sind auch ein »blutendes Herz« und der kreuztragende Jesus auf seinem Leidensweg zu erkennen. Angerer verstand es bestens, viele Details zum dargestellten Thema in die für die Statik notwendigen Strukturen zu verarbeiten und dem Betrachter Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk zu bieten.

Den 300. Jahrtag der Übertragung des Heiligen Hauptes in die Pfarrkirche – diese fand am 11. August 1715 statt – möchte die Pfarrei gebührend begehen, und damit auch dazu beitragen, dass die Verehrung des Heiligen Hauptes wieder mehr Bedeutung erlangt.

Von Freitag, 12. Juni um 15 Uhr bis Sonntag, 14. Juni um 7.30 Uhr ist ein 40-stündiges Gebet im Pfarrheim St. Josef anberaumt. Am Samstag, dem 18. Juli, erfolgt dann die Premiere des Freilichttheaters »Der schwarze Irta«, das Albert Rosenegger eigens für die Feierlichkeiten zur 300-Jahr-Feier geschrieben hat. Weitere Aufführungen im Park hinter der Grundschule sind am 19./25. und 26. Juli sowie am 1. und 2. August geplant.

Am Sonntag, 2. August, wird um 9 Uhr in einer feierlichen Prozession mit der Bevölkerung und allen Vereinen das original Heilige Haupt noch einmal von der Gam in die Pfarrkirche übertragen. Dort findet dann ein festlicher Pontifikalgottesdienst statt, der von Kirchenchor und Bläsern musikalisch gestaltet wird. FK