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Der Abriss des alten Gebäudes in der Ortsmitte hat begonnen – Bis zum Jahr 2000 war die Feuerwehr dort untergebracht – Neubau an der Bahnlinie

Das alte Haslacher Feuerwehrhaus ist nach 50 Jahren Geschichte

Traunstein. Mit dem Abriss des alten Haslacher Feuerwehrhauses im Zentrum von Haslach ist ein weiteres Stück Dorfgeschichte Vergangenheit. Vor 50 Jahren, Anfang Juni 1964, wurde das Gebäude eingeweiht.

Das ehemalige Feuerwehrhaus in Haslach wird derzeit abgerissen. (Foto: Buthke)

»Im Herbst 1961 stellte man einen Antrag zur Errichtung eines neuen Feuerwehrhauses, da das alte Feuerwehrhaus wegen seiner geringen Größe und ungünstigen Lage für den Dienstbetrieb nicht mehr geeignet war«, so geschrieben im Buch »Geschichte der Gemeinde Haslach 1818 bis 1978« von Karl Rosenegger.

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Das neue Feuerwehrhaus war die Voraussetzung dafür, die Freiwillige Feuerwehr Haslach technisch besser ausrüsten zu können. Es wurde ein Ford Transit als Mannschaftsfahrzeug und vom Landkreis Traunstein ein Mercedes-Löschfahrzeug angeschafft. Damals war man noch mit einem gebrauchten Fahrzeug zufrieden, denn der Mercedes war Baujahr 1943 und wurde im Krieg noch in München eingesetzt. Im Fahrtenbuch des heutigen Feuerwehr-Oldtimers ist noch der erste Einsatz dokumentiert, wie die langjährigen Feuerwehrleute Franz Ober, Sigi Strohhammer und Stefan Siegerstetter berichten. 1968 wurde ein weiteres Löschfahrzeug angeschafft. Weil die Garage nicht beheizt war, baute Sepp Eichschmid extra einen Heizstrahler, der unter das Fahrzeug geschoben wurde, damit im Winter das Wasser am Tank nicht einfror.

An den Sonntagen wurden auch Feuerwachen gehalten, die in einsatzfreien Zeiten gemütliche Schafkopfrunden waren. Auf dem Gelände und im Unterrichtsraum war Platz genug, um für Leistungsprüfungen zu üben oder Kurse in Erster Hilfe und für Motorsägen abzuhalten. »Die Haslacher Feuerwehr hat dadurch eine Aufstockung auf rund 75 aktive Mitglieder erfahren«, so Siegerstetter.

Das neue Feuerwehrhaus war bald auch Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft und des Dorfgeschehens, denn das große Gelände und das Gebäude eigneten sich für die verschiedensten Feierlichkeiten der Ortsvereine. Auch das Haslacher Dorffest hat dort seinen Anfang genommen. »Weil es dort ein Klo gab«, erzählt Ober, der 2. Kommandant und 2. Vorsitzender bei der Feuerwehr war. Einmal sei sogar auch eine muslimische Hochzeit gefeiert worden, weil die Moslems damals in den Wirtshäusern nicht gerne gesehen worden seien, erinnert sich Strohhammer. Er war 40 Jahre Schriftführer des Feuerwehrvereins.

In den 1990er Jahren wurde das daneben liegende Schulgebäude verkauft. Die Zufahrt zum Feuerwehrhaus behinderte die weitere bauliche Entwicklung, sodass die Stadt Traunstein an der Bahnlinie ein neues Feuerwehrhaus baute, das 2000 bezogen wurde. Übergangsweise fand im alten Feuerwehrhaus die DLRG-Ortsgruppe Siegsdorf-Traunstein ein Unterkommen. Mit dem Beginn der Bebauung musste auch die Ortsgruppe ausziehen. Strohhammer berichtet von den spektakulären Hubschrauberlandungen auf der Wiese hinter dem Gebäude, wenn Hubschrauber DLRG-Retter für schnelle Einsätze aufnahmen. Aber das ist alles Geschichte. Bjr