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Das Ökomodell Achental stellte seine Arbeit im Marktgemeinderat vor

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Grassau. Für einen Sachstandsbericht und um die Arbeit des Ökomodell Achentals vorzustellen, besuchte Geschäftsführer Wolfgang Wimmer die jüngste Sitzung des Marktgemeinderats.


Dazu erklärte Bürgermeister Rudi Jantke, dass er es als wichtig empfinde, sowohl das Ökomodell Achental wie auch den Biomassehof den neuen Marktgemeinderäten vorzustellen. Wimmer sprach also über die Vereinsgründung 1999, den Werdegang und Maßnahmen. Es gehe um den Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft, die Stärkung der kleinstrukturierten Landwirtschaft wie auch um einen naturverträglichen Tourismus. In den letzten Jahren seien auch die erneuerbaren Energien hinzugekommen.

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Weiter informierte er, dass der Achentaler Bauernmarkt mit Sitz in Grassau heuer in der elften Saison bestehe. Im Bereich des Tourismus werde derzeit die neue einheitliche Beschilderung der Wanderwege vorangetrieben. Zum Erhalt der Naturlandschaft zähle neben Besucherlenkung und Landschaftspflege auch die Ausbildung von Wanderführern.

Beim Programm »Ländliche Entwicklung« arbeite man derzeit an der Umsetzung eines »Ökokontos« in Form eines Ausgleichsflächenkonzeptes mit allen Mitgliedsgemeinden. Er verwies auf den CO2-Rechner auf der Internetseite des Vereins, der sehr gut angenommen werde, wie auch auf die »Energiekarte«, die Fahrradtourenvorschläge mit energieinteressanten Höhepunkten enthält. Des Weiteren soll im Achental ein Netz von 15 Elektrotankstellen zum kostenlosen Aufladen von Elektrofahrzeugen entstehen.

Auch die Entwicklung des Biomassehofs sei erfreulich. So habe sich der Hof als Energieholzdienstleister für Gewerbe und private Nutzer bewährt und könne einen Jahresumsatz von knapp vier Millionen Euro vorweisen. Zum stillstehenden, benachbarten Heatpipe-Reformer, der durch Vergasung Wärme und Strom liefern sollte, informierte Wimmer, dass die Betreiberfirma Agnion im Insolvenzverfahren stecke, das in Kürze abgeschlossen werde. Nun werde nach alternativen Nutzungsmöglichkeiten gesucht. Er sei optimistisch, dass sich in dem Gebäude bald wieder etwas abspiele. Zu den Gipfelprojekten des Ökomodells zählte Wimmer auch die 2011 angelegte Kurzumtriebsplantage zur Holzgewinnung. Das erste Holz könne im Winter geerntet werden.

Im Ausblick betonte er, dass künftig vor allem im Bereich der Energie-Einspareffizienz gearbeitet werde. Ein weiteres Projekt könnte die Rekommunalisierung der Stromnetze im Achental sein. Hierzu gebe es eine Masterarbeit, die die Möglichkeiten eines gemeinsamen Versorgungsunternehmens darstellt. Als Großprojekt und für die Energieautarkie unerlässlich sei die energetische Nutzung der Tiroler Achen. Pro Standort hätte man die Möglichkeit, fünf Gigawattstunden zu produzieren und damit 1400 Haushalte zu versorgen. Zusammenfassend meinte Wimmer, dass die kommunale Zusammenarbeit der Gemeinden viele neue Perspektiven eröffne und die regionale Identität fördere.

Ob der Biomassehof das Holz aus der Region kaufen könne, oder ob Lieferverträge europaweit ausgeschrieben werden müssen, interessierte Hans Genghammer (FW). Laut Wimmer stamme das Holz aus einem Radius von maximal 50 Kilometern. Bürgermeister Jantke erklärte dazu, dass im Rahmen der Überprüfung der Wärmeversorgung der Prüfer erklärte, dass der Holzbezug europaweit ausgeschrieben werden müsste. Man habe daraufhin an die EU-Abgeordneten geschrieben und erklärt, dass es um regionale Wertschöpfung gehe. Von der Forderung werde nun abgesehen, da Regionalität hier als oberstes Ziel anerkannt wurde. Tb