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»Danke Gott, dass ich diesen Tag erleben darf«

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Pfarrer Johann Löb (rechts) feierte sein Goldenes Priesterjubiläum, mit Pfarrer Engelbert Wollmann zog er in die Kirche in St. Georgen ein. (Foto: Mix)

Traunreut. Pfarrer Johann Löb feierte am 14. Juli 1963 in St. Georgen Primiz und jetzt, genau 50 Jahre später an gleicher Stelle, sein Goldenes Priesterjubiläum. Den feierlichen Gottesdienst gestaltete der St. Georgener Heimatpriester als Dankgottesdienst: »Ich danke Gott, dass ich diesen Tag erleben darf.«


Johann Löb wuchs als einer der beiden Söhne des »Holzreiters« in der Nähe von Anning auf und entschied sich in seiner Jugend schon bald dafür, Pfarrer zu werden. Er ging zielstrebig seinen Weg, absolvierte das Priesterseminar und empfing am 29. Juni 1963 in Freising die Priesterweihe von Weihbischof Johannes Neuhäusler. In seiner Heimatpfarrei St. Georgen feierte der Jungpriester am 14. Juli 1963 seine Primiz, die von zahlreichen Helfern der Pfarrei sehr festlich gestaltet wurde, wie sich der Jubilar erinnert.

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In der Predigt ging Löb unter anderem auf den Priestermangel ein. Er macht den schwindenden Glauben der Menschen und die fehlende Bindung an Gott beziehungsweise die Scheu, sich für ein ganzes Leben zu binden, dafür verantwortlich, dass immer weniger den Beruf des Priesters ergreifen. Zur Ehelosigkeit der Priester sagte er: »Auch Verheiratete können in tiefer Verbundenheit mit Gott leben, aber Unverheiratete können sich halt noch mehr um die Sache des Herrn annehmen«, so Löb.

Er betonte: »Der Zölibat ist kein Gebot Gottes, sondern ein Rat, er könnte auch aufgehoben werden.« Dazu seien allerdings einige Überlegungen notwendig. So fordere der Beruf des Priesters den Menschen voll und ganz und es könnte schwierig sein, seine Zeit zwischen Kirche und Familie aufzuteilen. Auch stelle sich die Frage, was bei einer eventuellen Scheidung passiere.

Löb stellte fest: »Ich bin gern Priester, es ist ein schöner und sehr abwechslungsreicher Beruf. Man hat mit Menschen zu tun, mit jungen wie alten, mit Kranken, Sterbenden, Trauernden. Man kann da und dort helfen und ist immer wieder neu gefordert.«

Für das Erinnerungsbild zu seinem Goldenen Priesterjubiläum wählte Johann Löb das Bild von Jesus als gutem Hirten. Gott kenne als Hirte jedes seiner Schäflein. Er treibe es nicht mit dem Stock an, sondern trage es auf seinen Schultern, »so, wie er auch uns trägt«. Als Priester sieht sich Löb auch selbst wie ein Hirte. Insofern sei er »Diener der Pfarrgemeinde« und nicht deren Herr und Meister.

Bis September 2012 war Johann Löb 38 Jahre lang Pfarrer in der Pfarrei St. Josef in Karlsfeld (Kreis Dachau). Nun lebt und wirkt der 76-Jährige als Ruhestandspfarrer in Eching, wo er den dortigen Priester in vielfältiger Weise in seinen Aufgaben unterstützt.

Soweit es ihm Zeit und Gesundheit erlauben, will Johann Löb auch weiterhin an einem Tag an der alljährlich stattfindenden Sebastiani-Woche in Irsing teilnehmen. Beim Stehempfang im Anschluss an den Gottesdienst traf Pfarrer Löb auf so manche St. Georgener, die er noch gut kennt und mit denen er alte Erinnerungen austauschte. mix

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