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Dank des milden Winters weniger Salz

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Weniger Streusalz als im mehrjährigen Durchschnitt wurde im vergangenen Winter auf den heimischen Straßen ausgebracht.

Traunstein – Auf den heimischen Straßen wurde im vergangenen Winter etwas weniger Streusalz ausgebracht als im Durchschnitt der letzten Jahre. Das ergab eine kleine Umfrage, die das Traunsteiner Tagblatt bei den Dienststellen startete, die für den Räum- und Streudienst in der Region zuständig sind. Sowohl das Staatliche Bauamt als auch die Kreisstraßenverwaltung und der Bauhof der Stadt Traunstein meldeten einen geringeren Salzverbrauch.


10 500 Tonnen Streusalz benötigte das Staatliche Bauamt Traunstein bis zum Stichtag 31. März, um die von ihm betreuten 900 Kilometer Straßen von Schnee und Eis zu befreien. Die Behörde betreut nach Angaben des Leiters Betriebsdienst, Jürgen Weber, die Bundes- und Staatsstraßen in den Landkreisen Traunstein, Berchtesgadener Land und Altötting sowie die Autobahn zwischen Heldenstein und Marktl. Außerdem hat das Bauamt den Räum- und Streudienst für die Kreisstraßen im Berchtesgadener Land übernommen. 18 eigene Fahrzeuge und 30 Fremdunternehmer sorgen dafür, dass diese Straßen sicher befahrbar sind. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre hat das Bauamt nach Aussagen Webers 12 100 Tonnen Salz benötigt.

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Der Landkreis Traunstein betreut 380 Kilometer Kreisstraßen. Der Winterdienst des Landkreises begann Ende Oktober mit Sturm, Überschwemmungen und anschließenden heftigen Schneefällen im südlichen Landkreis. Ebenso turbulent endete der Winterdienst am Osterwochenende, als der Kreisbauhof aufgrund des Sturms Niklas und der laufenden Schneefälle permanent im Einsatz war.

An Weihnachten kam es zu den ersten starken Schneefällen. An sieben Tagen kämpfte man gegen massive Schneeverwehungen an. Mehr als 20 Mitarbeiter leisteten Meldedienst. 18 Winterdienstfahrzeuge, 6 eigene und 12 von Fuhrunternehmern, setzte der Landkreis ein. Rund 5000 Tonnen Streusalz wurden verbraucht; üblicherweise lagert der Landkreis 6500 Tonnen ein.

Fast täglich wurde vorbeugend Feuchtsalz gestreut, um die Straßen eisfrei zu halten. Weil die neue Salzhalle am Kreisbauhof in Litzlwalchen mit Soleerzeugungstechnik ausgestattet ist, können jetzt an allen drei Salzlagerstandorten (Litzlwalchen, Kienberg, Tengling) Trockensalz bzw. Sole verladen und als Feuchtsalzstreuung ausgebracht werden. Der Vorteil dieser Technik besteht darin, dass das Auftaumittel von den Autos nicht verweht werden kann.

Knapp unter dem mehrjährigen Durchschnitt lag der Salzverbrauch auch in der Stadt Traunstein. Hier schwanken die Verbrauchsmengen besonders stark. Man hatte schon Winter, in denen man mit 300 Tonnen auskam, aber auch welche, in denen man die vierfache Menge benötigt hat. Beim Städtischen Bauhof ist Wolfgang Honsa für den Winterdienst verantwortlich. Er berichtete, dass man mit einem Salzverbrauch von 650 Tonnen in diesem Winter knapp unter dem mehrjährigen Durchschnitt liege. Im Winter davor kam man allerdings mit nur 420 Tonnen noch besser weg. Elf eigene Fahrzeuge und sieben Fremdunternehmer teilen sich den Räum- und Streudienst in der Stadt. An 76 Tagen waren sie im vergangenen Winter im Einsatz. Im Traunsteiner Haushalt stehen pro Jahr 220 000 Euro für den Winterdienst zur Verfügung.

Auf dem Bauhofgelände wird auch die tägliche Neuschneemenge gemessen. Sie summierte sich in diesem Winter auf 2,02 Meter und war damit um fünf Zentimeter niedriger als im Durchschnitt der letzten 16 Jahre. 85 Zentimeter davon fielen allein zwischen 28. und 31. Dezember, weitere 93 Zentimeter zwischen 25. Januar und 3. Februar. Den ersten Wintereinsatz hat es erst am 9. Dezember gegeben, den bisher letzten am Dienstag.

Ein milder Winter freut nicht nur jene, welche für den Räum- und Streudienst zuständig, sondern auch die Kämmerer von Landkreisen und Gemeinden. Schließlich müssen die Kosten für das Salz sowie für Fahrzeuge und Personal über die kommunalen Haushalte finanziert werden. -K.O.-