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Dank der Rosentage: Lommy und Benny geht es wieder gut

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Unermüdlicher Einsatz für die Tiere: Gnadenhof-Besitzerin Sophie Putz (Mitte) und ihre Helfer Berndt und Madeleine Sya haben die beiden Zwergponys Lommy (rechts) und Benny vor dem Verhungern gerettet. (Foto: Brenninger)

Nußdorf. Angebunden an einem Baum und halb verhungert: Als Sophie Putz vom Schicksal des Zwergponys Lommy und ihres Fohlens Benny erfahren hatte, wusste sie gleich: »Da muss was gemacht werden.« Doch dazu benötigte die Besitzerin des Gnadenhofs in Sondermoning erst einmal Geld – und das konnte sie auch dank der Traunsteiner Rosentage aufbringen. »Denn wir haben dort dank der Werbegemeinschaft Traunstein kurzfristig einen Tombolastand aufbauen können und durch den Erlös konnten wir die beiden Tiere kaufen«, erzählt Berndt Sya, der mit seiner Ehefrau Madeleine aktives Mitglied im Verein Gnadenhof Chiemgau ist und unentwegt bemüht ist, prominente Besucher nach Sondermoning zu holen.


Zustand mehr als kritisch

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Auf das Schicksal der beiden Zwergponys aufmerksam geworden ist Sophie Putz durch einen Zufall. Sie suchte für eines ihrer kleinen Ponys einen neuen Partner. »Unser Pony Hans hatte kein Selbstbewusstsein und ist daher mit den anderen Pferden hier auf dem Hof nicht zurecht gekommen«, erzählt sie. Bei ihrer Suche nach einem neuen Spielgefährten stieß sie schließlich auf die beiden Zwergponys, die am Tegernsee ihr Zuhause hatten. »Eine Frau hat sie damals schon aus der schlechten Haltung rausgeholt und bei sich aufgenommen«, erzählt Putz, »aber sie konnte sie auch nicht behalten, da sie selber schon Pferde hatte.« So zogen die beiden Zwergponys – Benny war erst wenige Wochen alt – erneut um. Ihr Zustand war damals noch verheerend. »Die Stute wurde sehr schlecht gehalten«, sagt Putz, »man hat sie mit dem Lasso fangen müssen, so verwildert war sie.« Putz ärgert es besonders, dass Zwerponys oft angeschafft werden, »weil sie so lieb sind, dann verkommen sie aber hinterm Haus, weil sie nur Arbeit und Kosten verursachen, da man sie ja nicht reiten kann.«

Auf dem Gnadenhof fühlten sich die beiden Neulinge schnell wohl. Auch Hans war zufrieden, dass er endlich zwei neue Weggefährten hatte. Doch das Glück der drei währte nicht lange. »Wir mussten Hans leider einschläfern«, sagt Putz traurig. Und auch mit den beiden neuen Zwergponys hat sie und ihre Helfer schon viel mitmachen müssen. Das kleine Fohlen Benny bekam nach gut zwei Wochen auf dem Hof plötzlich starke Koliken. »Vorher hüpfte er noch munter herum und dann lag er plötzlich auf dem Rücken«, erinnert sich Madeleine Sya. Die Koliken – hervorgerufen durch die schlechte Haltung – wurden schließlich immer schlimmer. »Er hat als kleines Fohlen alles gefressen, in seiner Not vor allem viel Sand«, sagt Putz. Und der staute sich im Magen des Ponys auf. »Sophie ist dann mitten in der Nacht in die Tierklinik nach München gefahren«, erzählt Berndt Sya. Und es war höchste Eisenbahn. »Benny wurde sofort notoperiert«, sagt Putz. Die Ärzte kämpften um sein Leben – und Benny schaffte es. »Er ist gleich nach der Narkose wieder aufgestanden und stand dann am OP-Tisch«, erinnert sich Putz. »Das ist sehr ungewöhnlich, normalerweise bleiben die Pferde ja erst einmal liegen.« Auch die Stute wurde in der Tierklinik behandelt und wieder aufgepäppelt. »Sie hatte auch richtige Mangelerscheinungen«, so Sophie Putz. Nach zehn Tagen in München durften die beiden wieder zurück auf den Hof – und dort geht es ihnen nun so richtig gut. »Sie haben alles gut überstanden«, sagt Putz. »Auch die Narbe bei Benny ist gut verheilt.« Die ersten Wochen musste er sich noch schonen, doch mittlerweile darf er auch schon wieder ein wenig herumtollen.

Paten für Tiere gesucht

Sophie Putz und ihre Helfer haben ihnen schon ein neues Zuhause gebaut. Der unermüdliche Einsatz der Tierliebhaber kostet aber auch eine Menge Geld. »Allein die Tierarztkosten für den kleinen Benny beliefen sich auf rund 2700 Euro«, so Putz. Auch die Kosten für das Futter sind enorm und der Gnadenhof ist deshalb auf Hilfe von außen angewiesen. Wer daher die Patenschaft für Benny oder eines der anderen Tiere auf dem Gnadenhof übernehmen möchte, soll sich bei Sophie Putz melden, Telefon 08669/78258 (vormittags).

Der Gnadenhof veranstaltet am 23. September ab 13.30 Uhr in Erlstätt am Dorfplatz auch ein Kürbisfest. Der Isarindianer Willy Michl wird dort zu Gast sein und Ludwig Van sorgt für die Musik. Auch für die Kleinen ist eine jede Menge geboten: Es gibt unter anderem ein Kinderschminken, ein Kürbisschnitzen, einen Malwettbewerb und eine Tombola. Der gesamte Erlös der Veranstaltung kommt den Tieren des Gnadenhofes zugute – und dort haben es Lommy und Benny und all die anderen Tiere garantiert richtig gut. SB