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Damit Kinder an etwas glauben können

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Sonja Weinmann aus Waging würde nicht als Sonja, sondern als Christkind im Mittelpunkt stehen wollen. Denn »das Christkind ist etwas für die Kinder, damit sie an etwas glauben können«.

Waging am See. »Ich möchte nicht als Sonja im Mittelpunkt stehen, sondern als Christkind«, sagt Sonja Weinmann und lacht. Dabei leuchten ihre Augen, und sie strahlt übers ganze Gesicht, wenn sie erzählt, wie sie sich das Christkind als Kind immer vorgestellt hat: »Es trägt ein weißes Kleid, das auch die Füße bedeckt, hat goldene Haare und ist ein bissl mysteriös, ein Geistwesen eben. Aber es gibt eben auch nur das Christkind und keinen Weihnachtsmann.«


Dabei gehört für die 17-jährige Wagingerin die Christmette unbedingt dazu. Als sie klein war, war am Heiligen Abend immer die Tür zum Wohnzimmer versperrt, »da hab ich den ganzen Tag darauf gewartet, dass das Essen fertig ist und endlich das Christkind klingelt«. Da freute sie sich immer auf die Kinderchristmette, die sie mit dem Papa und der Schwester besuchte, und das »Warten aufs Christkind« mit vielen anderen Kindern und der Kolpingjugend.

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Sie liebt Kinder und wäre insofern bereits perfekt vorbereitet auf die Rolle als Christkind: Als Mitglied der Kolpingjugend betreute sie selbst jahrelang am Heiligen Abend kleine Kinder, die sehnsüchtig aufs Christkind warteten.

Heute läuft Weihnachten daheim eigentlich genauso ab wie früher, nur dass die Tür nicht mehr abgesperrt ist. Und den Baum schmückt jetzt, wer gerade Zeit hat, mal Sonja, mal ihre große Schwester oder die Mama. Zu essen gibt es traditionell Kartoffelsalat mit Wiener Würstln. Einen Wunschzettel schreibt Sonja auch nicht mehr: »Ich wünsch mir vor allem Geld«, sagt sie mit Blick auf die gerade bestandene Führerscheinprüfung. Ansonsten dürfen's aber neben Kosmetika gern auch Bücher sein, denn Sonja liest gern, vor allem spannende Krimis.

Nach dem Realschulabschluss in Sparz lernt sie derzeit im zweiten Lehrjahr Bürokauffrau bei der Firma Pohlig in Traunstein, was ihr nach eigener Aussage »sehr viel Spaß macht«. Wenn sie von ihrem Beruf erzählt, gerät sie regelrecht ins Schwärmen, nicht zuletzt von den Kollegen.

Das Christkind ist für sie heute »vor allem etwas für die Kinder, damit sie an etwas glauben können.« Dass sie die Christkindlmarkt-Eröffnung gut hinkriegen würde, glaubt sie schon: »Natürlich ist man da aufgeregt.« Aber vor Publikum auftreten kennt sie aus dem Jugendsingkreis oder der Zeit, als sie für die Oma ein Gedicht in großer Runde aufsagte.

Und wie schrieb sie schon in ihrer Bewerbung ans Traunsteiner Tagblatt: »Warum ich das Christkind werden sollte? Ganz einfach, weil es auch braunhaarige Engel im Himmel gibt. Ich freue mich jedes Jahr auf den Christkindlmarkt und es wär' schön, wenn ich ihn dieses Mal selbst eröffnen dürfte.« coho