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Damals umstritten, heute beliebt

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Verschiedenste Handwerkskünste konnte man im Rahmen des Aktivmarktes ausprobieren, wie das Weidenflechten. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Der Naturpavillon im Überseer Zellerpark ist eine der beliebtesten und am meisten genutzten Umwelteinrichtungen im Chiemgau. Im Beisein vieler Ehrengäste und mit einem Aktivmarkt der unterschiedlichsten traditionellen Handwerkskünste hat der Naturpavillon jetzt sein 30. Jubiläum gefeiert.


Strahlende Gesichter bei Leiterin Martina Mitterer und ihrem Team: Nach tagelangem Regenwetter und kühlen Temperaturen bescherte Petrus dem Jubiläum ein Traumwetter. Und so stellte sich eine unerwartet große Besucherzahl aus der gesamten Region zum Mitfeiern im Freien ein.

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Bürgermeister blickte stolz zurück

Nicht ohne Stolz blickte Bürgermeister Marc Nitschke in die Chronik der Einrichtung. Bereits 1977 hatte es aus dem bayerischen Staatsministerium einen Vorschlag zur Errichtung eines Naturschutz-Informationspavillons gegeben. Doch es brauchte danach noch neun Jahre bis zur Umsetzung. Schließlich wurde der Naturpavillon im Jahr 1986 als gemeinsames Projekt der Gemeinde und vom Tourismusverein Übersee sowie der Regierung von Oberbayern und der Wildbiologischen Gesellschaft eröffnet, die auch mit Wolfgang Dietzen zunächst den Betreuer stellte.

Seit 25 Jahren ist der Landesbund für Vogelschutz (LBV) als naturschutzfachlicher Partner mit dabei und seit 22 Jahren leitet die Diplom-Biologin Martina Mitterer die Einrichtung, »die damit in den besten Händen ist«, wie der Gemeindechef betonte. Er dankte ihr für den stets engagierten und liebevollen Einsatz rund ums Jahr. Dazu gehörten die jährlich wechselnden Ausstellungen, die Umweltbildung für Erwachsene und Kinder mit diversen Veranstaltungen, die Familiennachmittage sowie der Mai- und Herbstmarkt.

Wolfgang Dietzen ein Mann der ersten Stunde

Als »Mann der ersten Stunde« machte Wolfgang Dietzen deutlich, »dass eine Einrichtung wie der Naturpavillon vor 30 Jahren absolutes Neuland war«. Und der damalige Bürgermeister Peter Stöger ergänzte: »Generell war der Naturschutz seinerzeit auch politisch höchst umstritten, und mit dem Tourismus gab es ebenfalls immer wieder Konflikte.« Niemand hätte der Einrichtung bei der Gründung mehr als zehn Jahre gegeben. Vor allem Leiterin Martina Mitterer sei das heutige 30. Bestehen zu verdanken, so Stöger. Vorstand Norbert Schäffer vom LBV sah die etwa gleichzeitige Ausweisung des Achen-Deltas zum Naturschutzgebiet als Hauptinitiator für die Gründung des Naturpavillons. Man hatte sich damit zum Ziel gesetzt, den Naturschutz zu kommunizieren.

Wenige Worte, dafür aber ein schönes Geschenk in Form eines handbemalten Eingangsschildes »Naturpavillon« hatte LBV-Kreisvorstand Frank Weiss mitgebracht. Es wird die bisherige schmucklose Beschilderung »Ausstellung« ersetzen.

Traditionelle Handwerkskünste

Beim anschließenden Jubiläumsmarkt gab es für Jung und Alt die Möglichkeit, an verschiedenen Ständen die unterschiedlichsten traditionellen Handwerkskünste auszuprobieren. Man konnte schnitzen, filzen, spinnen, Salben herstellen, Weiden flechten, mit Treibholz basteln, Steine schleifen, Blumen bestimmen, Fackeln ziehen, Nisthilfen bauen und beim Team vom Familienstützpunkt seine eigene Pizza aus dem Holzofen bestellen.

Musikalisch umrahmt wurde das Fest mit einem gemeinsamen »Holzkonzert«, und danach gab die Jugendblaskapelle unter der Leitung von Andrea Harand den Ton an. bvd

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