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»Da Moier Peter« wird 85

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»Da Moier Peter«, wie ihn ein jeder kennt: mit seinem Hut.

Waging am See. Wer kennt ihn nicht, mit seinem typischen Hut und mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht, den »Moier Peter« aus Mittermühle bei Waging. Am heutigen Freitag wird er 85 Jahre alt und feiert dies zusammen mit seinem Musikantenfreunden im Waginger Musikheim.


Peter Fenninger ist am 18. Januar 1928 auf dem Moier-Hof in Plattenberg auf die Welt gekommen – als ältester von vier Buben. Schon früh hat er alle möglichen »Jobs« angenommen, um sich nebenbei ein paar Mark zu verdienen. So kam es schließlich auch dazu, dass er einem seiner Brüder den Hof überließ und sich an anderem Ort sesshaft machte.

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Familie richtete alte »Mittermühle« her

Auch das ist wieder eine Geschichte für sich. Die alte »Mittermühle« stand zum Verkauf. Geld war aber keines da, so kam es zu einem ungewöhnlichen Deal. Die Familie Kraller, die hier wohnte, wollte sich in Richtung Bayerisch-Gmain verändern. Peter Fenninger konnte sich mit elterlicher Finanzhilfe dort ein Grundstück kaufen, auf dem er zusammen mit ein paar Freunden und kräftig unterstützt von seiner Frau Franziska den Krallers ein Haus hinstellte, nach dessen Fertigstellung dann getauscht wurde.

Aber dieser Tausch war nicht ganz unproblematisch, da die alte Mittermühle, die aus dem Jahr 1496 datiert, auch extrem renovierungsbedürftig war. Fazit war, dass Peter und Franziska Fenninger, die fast gleichzeitig mit dem Einzug in ihr Haus 1956 geheiratet hatten und im gleichen Jahr noch ihre Tochter Heidi bekamen, zeitlebens immer irgendwie am Bauen und Renovieren waren. Das Haus wurde nicht nur für ihren eigenen Bedarf ausgebaut, es gab auch Zimmer für Gäste und im Laufe der Zeit wurden auch die Voraussetzungen für eine Landwirtschaft geschaffen.

Diese begann 1960 mit einer trächtigen Kuh und zwölf Tagwerk Grund. Die Landwirtschaft brachte zwar wichtige Einnahmen, aber auch nicht enden wollende Arbeit mit sich – bis sie 1985 aufgegeben wurde.

Peter Fenninger wechselte des Öfteren seine Arbeitgeber und seine Beschäftigungsbereiche. Zumeist war er als Kraftfahrer tätig, die meiste Zeit davon – zusammengenommen insgesamt 30 Jahre – beim Sägewerk Umkehrer in Scharling. Sein erlernter Beruf war Maurer, da er bei der Firma Sedlaczek als »Altlehrling« noch eine Ausbildung samt Gesellenbrief abgeschlossen hatte. Nebenbei beschäftigte sich der Moier Peter daheim auch noch als Friseur für die Nachbarschaft und als Korbflechter.

Mit einer Sängergruppe trat er bei Hochzeiten auf

So ist mehr als erstaunlich, dass er nebenbei noch so viel Zeit für sein großes Hobby, die Musik, fand. Angefangen hatte es bei ihm mit dem Zitherspiel, dann folgte die Trompete. Er hatte allerdings kein Instrument. »Mindestens zehn Mal war ich beim Fackler in Traunstein«, erzählt das Geburtstagskind, »gegen drei Pfund Speck hat er mir dann die Trompete verkauft.«

Peter Fenninger war es dann, der mit Gleichgesinnten die zunächst noch sehr kleine »Leada Blechmusi« aus der Taufe hob. Außerdem war Fenninger Teil einer kleinen Sängergruppe, die etwa bei Hochzeiten auftrat. Später schloss er sich der Musikkapelle Waging an, nachdem er bei seiner ersten Anfrage abgelehnt worden war.

1993 ist er in Rente gegangen, musikalisch war er noch bis zum Frühjahrskonzert 2012 Mitglied der Musikkapelle Waging. Mit dem Alter kamen auch gesundheitliche Probleme, die er aber mit Kraft und Mut bewältigt – so wie er sich sein ganzes Leben vor keiner Arbeit und keiner Schwierigkeit hat unterkriegen lassen. he