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»Da Himme wart ned«

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Die »Geister« Stefan Genghammer (von links) und Franz-Xaver Reiner staunen über die Geisterbeschwörer Maxi Schönsteiner und Gaby Schneider. (Foto: vom Dorp)

Übersee. »Das tut uns im Herzen gut«, sagte Waltraud Gries, Vorsitzende des Überseer Theatervereins nach dem langen Schlussapplaus zur gelungenen Premiere der geistreichen Komödie »Da Himme wart ned«, vor allem angesichts des enttäuschend geringen Besuchs von nur etwa 100 Theaterfreunden. Angekündigt hatte die Theaterchefin das neue Stück als »ganz was Anderes als das Übliche«. Und so erlebten die Premierengäste zwar nicht das übliche Bauchweh vor lauter Lachen, dafür aber einen abwechslungsreichen, vergnüglichen und im wahrsten Sinne »geistreichen« Theaterabend im Traditionssaal vom Wirtshaus »D' Feldwies«.


Man hätte den Laiendarstellern ein volles Haus gewünscht, auch wenn die erste halbe Stunde etwas dialoglastig und erlebnisarm war. Denn als das Stück in Fahrt kam, die Zuschauer mit der ungewöhnlichen Konstellation der Handlung vertraut wurden und die Spielfreude der acht Darsteller überschäumte, kam richtig Freude auf.

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So werden dem Theaterverein mit der Komödie von Markus Scheble und Sebastian Kolb auch heuer wieder erfolgreiche Theatertage sicher sein. Garanten dafür dürften – neben dem glänzenden Ensemble – vor allem die Lustspiel-Zutaten Witz, viel Identifikationsmaterial, ein tolles Happy End und eine Prise »Krimi« sein.

Der Polizeibeamte Stelzl ist verstorben und wartet im himmlischen Wartezimmer auf Einlass ins Paradies. Doch zuvor muss er noch eine letzte Aufgabe erfüllen und den soeben verstorbenen Schreinermeister Bömmerl »von unten« abholen. Etwas mürrisch wegen des vermeintlich leichten »Laufburschen-Jobs« macht er sich auf den Weg. Doch schon bald erkennt er, dass der 24-Stunden-Job eine harte Nuss ist.

Stelzl und Bömmerl müssen nämlich noch ein geplantes Verbrechen von bösen Erbschleichern aus der eigenen Familie verhindern und dafür sorgen, dass ein horrender Lottogewinn in die richtigen Hände kommt. Und das, obwohl sie als »Geister« unsichtbar sind und sich nicht verständlich machen können.

Ein besonderes Lob gebührt Doris Maier für ihre erste Regie-Arbeit. Zusammen mit Co-Regisseur Bernhard Schmidl führt sie die Laiendarsteller zu tollen Leistungen und würzt das Stück mit kreativen Einfällen. Seine Rolle als Engel-Anwärter-Geist des verstorbenen Stelzl füllt Hauptdarsteller Stefan Genghammer perfekt aus. Ebenso souverän mimt Franz-Xaver Reiner den zweiten Geist, der im Totenhemd noch höchst munter ist und im Irdischen noch Einiges zu erledigen hat. Glaubhaft und schnörkellos spielen Sophia Maier und Maxi Schönsteiner ihre Rollen als Bömmerls Tochter und sein Schreinergeselle.

Auch Kevin Strauch, erstmals dabei, und Angelika Puchinger meistern ihre schwierigen Rollen als erb-geile Familienangehörige mit krimineller Energie. Höhepunkte waren die urkomischen Auftritte der Routiniers Waltraud Gries und Gaby Schneider als Schnapsdrossel Resi und durchgeknallte Haushälterin Finni.

Mit seinem unnachahmlichen Gespür für das passende Ambiente sorgte Stefan Gries wie immer für ein perfektes Bühnenbild, und auch die Maske von Doris Maier und Andrea Leitner passte haargenau zum Gesamteindruck. Für das Publikum nahezu unbemerkt agierte Souffleuse Gabi Stinauer. Für die musikalische Unterhaltung sorgte Simon Berger mit seiner Ziach.

»Da Himme wart ned« wird jede zweite Woche freitags um 20 Uhr gespielt. Die nächste Aufführung ist am 28. Juni, die letzte am 22. September (ausnahmsweise sonntags). Diesen Freitag ist um 20 Uhr Premiere des zweiten Saisonstücks, des ländlichen Schwanks »Der Kartlbauer«. Karten gibt es im Vorverkauf in der Tourist-Information unter Telefon 08642/295 und an der Abendkasse. bvd