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»Da hätt da Teifi bet in meiner Lage«

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Alles kommt allmählich in Ordnung (von links): Der Pfarrer (Richard Siglreitmaier) kriegt seine neue Glocke, der Xidinger (Josef Bauer) gibt seinem Sohn (Max Warislohner) sein Einverständnis zur Heirat, der Wirt (Hardi Reinmiedl) kann all diese neuen Wendungen kaum fassen, und die zwei Frauen (Sandra Glaner und Regina Wegscheider) sind glücklich, dass sie bald vor den Altar treten dürfen. (Foto: H. Eder)

Wonneberg – »Früher, als das Fensterln noch mehr Brauch war«, sinniert der zwiderne Wirt Emmeran Roßfeichtl (von Hardi Reinmiedl sehr lebensecht gespielt), ja, da hat ihm mal ein Konkurrent die Leiter angesägt, woraufhin er heruntergestürzt ist und seitdem an einem »krumpn Haxn« leidet. 20 Jahre ist das schon her, wirkt aber in Form einer lebenslangen Feindschaft bis heute fort. Das ist der Hintergrund der Geschehnisse, die im Mittelpunkt des neuen Stücks »Da Hochstandsjosef« stehen, dessen Premiere beim Wonneberger Dorftheater jetzt anstand.


Plötzlich aber geschehen merkwürdige Dinge. Der Verursacher des Leiter–sturzes, Josef Xidinger, Bauer und Bürgermeister (Josef Bauer), geht in sich und bittet den Wirt um Verzeihung. Das Umfeld, vor allem die zwei Bauern, die Dauergäste beim Wirt sind (Rupert Fenninger und Franz Aicher), können gar nicht fassen, was da los ist und was dahinter steckt.

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Und noch ein zweites Wunder: Der Xidinger hat die Pfarrerköchin (Regina Wegscheider) geschwängert, sehr zum Verdruss des gestrengen Herrn Pfarrer (Richard Siglreitmaier). Da verspricht er ihr, die er vor kurzem noch als »Küchen-Dragoner des Pfarrers« bezeichnet hatte, jetzt ganz unversehens die Ehe. Und es gibt noch eine Reihe weiterer Dinge,  mit  denen der Xidinger seine Gemeinde überrascht.

Irgendwann löst der noch ganz aufgewühlte Xidinger selbst das Rätsel. Auch ihm, dem passionierten Jäger, ist eine Leiter fast zum Verhängnis geworden, nämlich die seines Hochstands – daher der Titel des Stücks. Und als er da so zwischen Himmel und Erde hing und mit dem Leben schon fast abgeschlossen hatte, gingen merkwürdige Dinge in ihm vor: »Da hätt da Teifi bet in meiner Lage«, stellt er fest.

Weitere Folgen dieses Erlebnisses sind, dass er seinem Sohn Xaver (Max Warislohner die Verbindung mit der Tochter (Sandra Glaner) des verhassten Wirts erlaubt und dem Pfarrer verspricht, sich an der Finanzierung der neuen Glocke zu beteiligen. Immer wieder kommt er zwar ins Zweifeln ob seiner zahlreichen angekündigten Wohltaten – aber da kommt zu rechter Zeit die Stimme von oben, die ihn wieder in die Spur bringt.

Dieses mitunter etwas derbe Lustspiel, mit treffenden Sinnsprüchen und Lebensweisheiten sowie Wortspielen ausgestaltet, traf den Geschmack des Publikums, das dabei einen fröhlichen Abend verbrachte. Eine lustige Rolle hatte der Mesner (Christian Mühlthaler) übertragen bekommen: Als ständiger Begleiter und Adlatus des Pfarrers versuchte er – mal mehr, mal weniger erfolgreich – zwischendurch zu einem Schluck Alkohol zu kommen, was ihm dann jedes Mal einen kräftigen Anschiss des Pfarrers einbrachte. Siglreitmaier gab auf diese Weise so recht den Pfarrer aus der Zeit vor rund 100 Jahren, als diese noch als oberste Instanz für Recht und Ordnung galten und ihre Schäflein noch bestens im Griff hatten.

Passend zum guten Ende des Stücks gaben die beiden Wirtshausbrüder (Rupert Fenninger und Franz Aicher) noch sehr wohlklingend ein bayerisches »Liadl« zum Besten. Franz Aicher, der seit 30 Jahren beim Wonneberger Dorftheater mitspielt und seit 25 Jahren Vorsitzender des Vereins ist, wurde nach dem Schlussapplaus von Regisseur Josef Eder für sein langjähriges Engagement geehrt.

Weitere Aufführungstermine sind am heutigen Samstag um 20 Uhr, am morgigen Sonntag um 14 Uhr, am Freitag, 8. Dezember, um 20 Uhr und schließlich am Sonntag, 10. Dezember, um 19 Uhr. Platzreservierung ist möglich bei Hedwig und Josef Lohwieser unter Telefon 08681/49 06 (zwischen 17 und 20 Uhr). he

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