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»Da fahren Radfahrer mit Vollgas durch«

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Dieser junge Mann macht es richtig: Bei der Unterführung an der Herzog-Friedrich-Straße müssen Radfahrer absteigen. Doch es gibt auch viele, die mit Vollgas durchfahren. »Das ist brandgefährlich«, sagte Robert Sattler im Stadtrat. (Foto: Reiter)

Traunstein – Ein Graffiti-Wettbewerb, rasende Radfahrer und Feuchtigkeit in der Bahnunterführung – das waren Themen, die die Traunsteiner Stadträte in der jüngsten Sitzung beschäftigten. Josef Kaiser (UW) sprach den Keller unter der Kurt-Binder-Halle an. Seiner Meinung nach sollte untersucht werden, was es kostet, diesen rauszureißen.


Zum Hintergrund: Derzeit ist geplant, beim Abriss der Halle die Wände und den Boden des Kellers zu belassen und mit Kies aufzuschütten. »Ich finde das schwierig«, sagte Josef Kaiser. »Da wird das Problem der Altlasten nur in eine spätere Zeit verschoben«, sagte er. Deshalb wolle er, dass untersucht werde, was es kosten würde, den Keller beim Abriss mit rauszureißen. Im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt sagte Kaiser, dass der Betonboden des Kellers perforiert werden müsse, damit das Wasser abfließen könne. »Das verursacht Kosten. Vielleicht ist es nicht viel teurer, das Ganze gleich rauszureißen. Das sollte untersucht werden«, betonte er.

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Dazu sagte Oberbürgermeister Christian Kegel im Stadtrat: »Wir werden versuchen, eine Untersuchung hinzubekommen.« Abgerissen werden sollen die Kurt-Binder-Halle und die Franz-Eyrich-Halle Anfang des Jahres 2018. Die Stadt rechnet hier mit einem Zeitraum von drei Monaten für den Abriss, sodass ab April mit der Gestaltung des Salinenparks begonnen werden kann. Dieser sollte bis zum Jahr 2019 fertig sein, wenn Traunstein »400 Jahre Soleleitung« feiert.

Ursula Lay (UW) sprach im Stadtrat die Bahnunterführung von der Güterhalle kommend in Richtung Stadt an. In der vergangenen Sitzung sei ja die mangelnde Sauberkeit angesprochen worden (wir berichteten). »An vielen Stellen dringt aber auch Feuchtigkeit ein«, sagte Ursula Lay. »Ist da die Stadt zuständig?«, fragte sie.

Das verneinte Oberbürgermeister Christian Kegel. Zuständig sei die Bahn. Aber die Stadt werde der Sache selbstverständlich nachgehen, betonte Kegel.

»Es handelt sich um eine weiterführende Schule«

Thomas Stadler (Grüne) fragte, warum das Tempo-30-Schild an der Wasserburger Straße auf Höhe der Berufsschule wieder weg sei. Manfred Bulka vom Ordnungsamt erklärte, dass nach der Diskussion um dieses Schild (wir berichteten) noch einmal mit der Polizei gesprochen worden sei. »Es handelt sich hier um eine weiterführende Schule und der Ausgang der Schule geht nicht direkt zur Straße«, sagte Bulka. Deshalb sei man zu dem Schluss gekommen, das Schild wieder zu entfernen. Aufgestellt worden sei es vom Landkreis, dem Straßenbaulastträger.

Außerdem hatte Jugendreferent Thomas Stadler noch ein weiteres Anliegen. Er fragte im Namen der jungen Leute, ob es möglich wäre, dass – bevor die Franz-Eyrich-Halle abgerissen wird – dort noch ein Graffiti-Wettbewerb veranstaltet werden könnte. Oberbürgermeister Christian Kegel sagte zu, das prüfen zu lassen.

Burgi Mörtl-Körner (Grüne) sprach einen Vorfall in der Unterführung an der Herzog-Friedrich-Straße an. Die Sicherheitswacht habe einem Radfahrer, der nicht abgestiegen sei, ein Bußgeld von 1200 Euro angedroht. »Dürfen die das überhaupt?«, fragte Burgi Mörtl-Körner. Auf dem Schild stehe »Radfahrer absteigen«. Die Stadträtin wollte wissen, ob das ein Gebotsschild sei.

»Es kann zu einer Verwarnung kommen«

In Bezug auf das Vorgehen der Sicherheitswacht sagte Manfred Bulka, dass dies eine zweischneidige Geschichte sei. Zum einen sollte die Sicherheitswacht natürlich auch auf solche Dinge ein Auge haben, auf der anderen Seite könnte sie natürlich kein Bußgeld verlangen. »Die Sicherheitswacht kann Anzeige erstatten, wie jeder andere Bürger auch. Dann kann es zu einer Verwarnung kommen«, informierte Bulka.

Zum Thema Schild sagte er, dass es sich um ein amtliches Zusatzzeichen handelt, das zu befolgen sei. Heißt konkret: Radfahrer müssen absteigen – was sie laut Robert Sattler (SPD) in der Regel nicht tun. »Das ist brandgefährlich. Da fahren Radfahrer mit Vollgas durch«, betonte er.

Oberbürgermeister Christian Kegel appellierte an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer. »Wenn das gegenseitige Verständnis füreinander fehlt, wird es nicht funktionieren.« Radfahrer und Fußgänger müssten gegenseitig aufeinander aufpassen, betonte er. KR

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