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Claudia Koreck: »Weihnachten ist wie ein Hafen mit vertrauten Menschen«

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»Weihnachten ist für mich ein unheimlich heimeliges Gefühl«, sagt Claudia Koreck im Interview, und dieses Gefühl will sie auch mit ihrer Weihnachtsplatte verbreiten. (Foto: Lena Semmelroggen) Foto: Claudia Koreck

Es war ein bisschen still um dich im letzten Jahr. Heute erscheint ein neues Album von dir, Weihnachtsplatte. Wie kam es dazu?


»Wirklich ruhig war das letzte Jahr nicht. Ich hab das Album Holodeck rausgebracht und war lange auf Tour. Dann stand die zweite Kinderplatte an, die ich unbedingt machen wollte, weil die Kinder auf den Kinderkonzerten schon immer nachgefragt haben. Neue Geschichten hab ich schon gehabt und letztes Jahr zur Weihnachtszeit eine Geschichte erfunden und den Kindern erzählt. Anfang des Jahres hab ich dann beschlossen, für ein paar Tage wegzufahren, um diese Geschichte zu Papier zu bringen. Das war der Hintergrund, warum ich nach Schweden gefahren bin. Eine einsame Hütte im Wald, so ein richtiger Schriftstellertraum. In dieser Einsamkeit ist mir so viel eingefallen, dass ich, als ich heimkam, die Kinderplatte fertig hatte und ganz viele weihnachtliche Lieder.

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Es war also nicht Dein primäres Ziel, eine Weihnachtsplatte zu machen?

Ja, genau. Irgendwann wollte ich das schon mal machen. Wir haben auch vor drei Jahren in Hawaii mal ein Weihnachtslied aufgenommen, das jetzt auf der Platte drauf ist. Ich dachte: Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo ich inspiriert bin und über Weihnachten schreiben will. Und als ich dann aus Schweden mit diesen weihnachtlichen Liedern kam, haben wir beschlossen, jetzt ist der Zeitpunkt da.

War das nicht gruselig, so allein in Schweden in einer Hütte ohne Telefon- und Internetanschluss?

Ich hab mir erst überhaupt nichts gedacht. Ich musste auch noch einen Kilometer durch den Wald zur Hütte gehen, weil es keine Straße gab. Die Hütte lag am Meer inmitten eines Naturschutzgebietes. Da bin ich öfter entlanggelaufen, wenn ich Bewegung gebraucht hab. Ich hab die Ruhe so genossen und war so kreativ. Da hatte Angst keinen Platz. Erst am letzten Abend, da hat es gescheit und alles hat plötzlich ganz anders ausgeschaut, es war auf einmal so komisch hell und still. Da hab ich mich plötzlich gefürchtet.

Du sagst, die Platte ist so, wie Weihnachten für Dich ist. Wie ist Weihnachten für Dich?

Ich denke oft an meine Kindheit zurück, wie es früher war. Deshalb ist Weihnachten für mich ein unheimlich heimeliges Gefühl, wo nicht alles total perfekt ist, sondern man endlich mal wieder zusammenkommt und Familienmitglieder sieht, die man im Alltag nicht mehr so häufig sieht – wie ein Hafen mit Leuten, die einem ein warmes Gefühl geben, ein umschließendes, umarmendes Gefühl.

Du gehst jetzt auf Tour und gibst elf Weihnachtskonzerte in Bayern, Auftakt ist am 6. Dezember. Wie läuft der Vorverkauf, denn ich täte mich schwer mit der Vorstellung, Anfang Dezember auf ein Weihnachtskonzert zu gehen?

Ich war total überrascht, wie gut der Vorverkauf angelaufen ist. Noch bevor die Leute wussten, was das für eine CD ist, haben die so ein Vertrauen in mich, dass sie Tickets kaufen. Schon im Sommer war das erste Konzert ausverkauft.

Warum gibt es kein Konzert von Dir in der Region?

Ja, gute Frage. Das liegt an der Zeit. Man kann nur ein paar Termine im Dezember machen, denn im November wollte ich noch nicht anfangen mit Weihnachtskonzerten. Deshalb haben die Veranstalter die Konzerte bekommen, die am schnellsten waren. Aber wir wollen die Weihnachtskonzert-Reihe im nächsten Jahr auf jeden Fall fortführen. Und ich würde total gern hier ein Konzert spielen.

Zeitgleich mit Deiner Weihnachts-CD erscheint auch deine zweite Kinderplatte »Weihnachten im Wald«. Wie groß war der Druck deiner eigenen Kinder (4 und 8 Jahre), eine neue Kinder-CD zu machen?

Groß. Die wollen jetzt schon wieder am liebsten eine neue Kinderplatte. Es macht ihnen total viel Spaß, da mitzuwirken. Sie wollten auch unbedingt Rollen sprechen im Studio. Das hat ihnen total Spaß gemacht.

Hast Du mit dem Erfolg Deiner ersten Kinderplatte gerechnet?

Nein, eigentlich nicht. Ich hab sie ja auch nur gemacht, weil ich Lust darauf hatte – egal, wie das angenommen wird. Umso mehr hat es mich gefreut, wie viele Kinder die Figuren so lieb gewonnen haben. Das ist wirklich wunderschön, ein total erfüllendes Gefühl, wenn man sieht, wie sich die Kinder freuen, gerade auch auf den Kinderkonzerten.

»Fliagn« war das bayerische Lied, das Dich 2007 über Nacht bekannt gemacht hat. Was verbindet Dich noch mit diesem Titel?

Dem Song bin ich einerseits wahnsinnig dankbar, weil er so viel für mich ins Rollen gebracht hat. Andererseits hat man dann so ein Paperl drauf und es war schwierig, mich davon wieder zu befreien. Ich wollte mich nicht in eine Schublade pressen lassen. Mir war meine Freiheit immer so wahnsinnig wichtig. Deshalb hat sich das auch ergeben, dass wir unser eigenes Label haben. Und ich bin dankbar, dass ich meine komplette künstlerische Freiheit habe, auch wenn das nicht unbedingt den allergrößten kommerziellen Erfolg bedeutet. Aber ich muss mich nicht verstellen und freue mich so sehr, dass so viele Fans diesen Weg mit mir mitgehen.

Auf was können sich die Claudia-Koreck-Fans als nächstes einstellen?

Das wenn ich selber schon wüsste. Ich hab schon viel Neues geschrieben, aber ich brauche nach dieser Weihnachtszeit ein bisschen Pause. Aber es wird nächstes Jahr eine Best-of-Tournee geben, dann erneut eine Weihnachtstournee, zudem arbeiten wir an einem Buch für die Kinderplatte und sind in Gesprächen für eine Umsetzung der Figuren fürs Fernsehen. Das wird alles sehr spannend. ka