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Christkindlmarkt wird zum »Adventsgarten«

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Marquartstein. Nachdem Zweiter Bürgermeister Günter Richter, der fast 30 Jahre den Marquartsteiner Christkindlmarkt in der Ortsmitte organisiert hatte, vor einigen Monaten gestorben ist, steht die Gemeinde vor der Frage, wie es mit dem Christkindlmarkt weitergehen soll.


Mit einem kurzen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des Marktes leitete Bürgermeister Andreas Scheck die Aussprache im Gemeinderat über eine neue Art von Christkindlmarkt ein. Er dankte der Vorsitzenden des Marquartsteiner Interessenteam, Gisela Ullrich, für ihre Initiative. Sie hatte mehrere Arbeitstreffen mit Vertretern von Gemeinde und Geschäftsleuten organisiert, um die Zukunft des Marktes zu planen.

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Vorsitzende des nun neu gegründeten Arbeitskreises ist Zweite Bürgermeisterin Claudia Kraus. Sie berichtete dem Gemeinderat, was der Arbeitskreis inzwischen beschlossen hat. Alle Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass am ersten Adventswochenende wie bisher »die Dorfgemeinschaft zusammengeführt werden soll«. Da das Flair im Laufe der Jahre beim Christkindlmarkt in der Ortsmitte eher abhandengekommen sei, suchte man nach einem neuen Standort und Konzept. Der neue Markt soll in einen sogenannten »Adventsgarten« umbenannt werden und auf der Auerbräuwiese vor Musikpavillon und Vereinsstadel angesiedelt werden.

Der Gartenbauverein habe sich bereit erklärt, für Kinder im Vereinsstadel eine Weihnachtswerkstatt einzurichten. Der neue Standort habe mehrere Vorteile, weil längere Auf- und Abbauzeiten als auf der Straße in der Ortsmitte möglich sind, keine Bühne mehr aufgebaut werden muss und ein barrierefreier Zugang für die Senioren besteht. Gedacht ist an verschiedene »natürliche Beleuchtungsquellen«, sodass eine gemütliche adventliche Stimmung aufkommen kann.

Damit die Wege bei jedem Wetter begehbar sind, sollen sie mit Hackschnitzeln vom Biomassehof belegt werden. Auch die Öffnungszeiten des neuen Adventsgartens sollen gestrafft werden, sodass nur noch an Samstag und Sonntag jeweils von 16 bis 21 Uhr geöffnet ist. »Das Konzept ist sicher ausbaufähig«, sagte Claudia Kraus, aber dies sei »die übereinstimmende Marschrichtung« des Arbeitskreises, dem sich auch noch Interessierte anschließen könnten.

Bei der Aussprache gab Roland Polleichtner zu bedenken, dass die Auslagerung des Marktes auf die Wiese eigentlich der grundsätzlichen Bestrebung der Gemeinde »Leben findet innen statt« widerspreche, woraufhin Toni Entfellner meinte, das zeige wieder, dass die Dorfmitte möglichst schnell ansprechender gestaltet werden müsse. Klaus Hell hielt es für wichtig, einen neuen Ansatz für den Markt zu finden, aber bei der Planung nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Josef Moritz sagte, dass die Vereine Essen und Trinken an den Ständen ohne Gewerbetreibende selbst anbieten sollten.

Das Grundstück habe Flair, meinte Bürgermeister Andreas Scheck, das habe auch gerade wieder das Waldfest gezeigt. Er schlug vor, dem Arbeitskreis eine finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde in Aussicht zu stellen. Die Höhe solle erst festgelegt werden, wenn klar sei, welche Ausgaben tatsächlich anfallen. Dem Vorschlag stimmte der Gemeinderat einhellig zu. gi