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Chorfreunde Traunwalchen schwelgten in Erinnerungen

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Traunreut – »Es wollte sich einschleichen …« – Den Text und die Noten dieses Volkslieds aus dem 19. Jahrhundert hat Hans Lauber am 9. Februar 1965 in einem Klassenzimmer im Altbau der heutigen Carl-Orff-Volksschule Traunwalchen auf die Tafel geschrieben. Das war die Geburtsstunde der Chorfreunde Traunwalchen. Fürchterlich aufgeregt sei er gewesen in der Erwartung, die Aufgabe als Chorleiter eines gemischten Chores auch erfüllen zu können, sagte Lauber bei einem Treffen mit ehemaligen Sängern anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Chorfreunde.


Rund 35 ehemalige Mitglieder waren zur »Chorprobe« in das selbe Klassenzimmer gekommen, in dem vor 50 Jahren die erste Probe stattgefunden hatte. 1963, als junger Lehrer an die Volksschule Traunwalchen beordert, erhielt Hans Lauber die Aufgabe, einen gemischten Chor aufzubauen. Die Sänger ließen auch nicht lange auf sich warten und es entwickelte sich eine enge Gemeinschaft, die bis heute besteht.

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Zu den Sängerinnen der ersten Stunde zählen Anna Huber und Giesela Ofensberger, die auch heute noch dem rund 20-köpfigen Chor die Treue halten, der sich regelmäßig am Dienstag zu den Proben trifft. Nachdem die ersten Lieder einstudiert waren, folgten auch schon die ersten öffentlichen Auftritte: Die Einweihung der Schulturnhalle und des Sportplatzes in Traunwalchen 1966 wurde von den Chorfreunden gestaltet und die legendären »Fein sein, beinander bleib'n«-Singen übertrafen seinerzeit alle Erwartungen.

Auch die Pertensteiner Mysterien- und Passionsspiele sind durch die Chorfreunde entstanden, die im Laufe der Jahre ihr Liedgut erweiterten und ein umfangreiches Repertoire vom Volkslied bis hin zum Madrigal aufweisen können. Seit 45 Jahren singen sie am Heiligen Abend im Trostberger Krankenhaus, gestalten die Christmette in Pertenstein oder den Neujahrsgottesdienst in Baumburg. In all den Jahren hat es Hans Lauber als Chorleiter verstanden, seine Sänger in den Bann zu ziehen und sie für deutsches Liedgut und Chorsätze zu begeistern. Sein Grundsatz lautet: Der Tradition verpflichtet, die gelebte Gemeinschaft zu fördern.

Dass singen nicht nur Freude macht, sondern auch gesund ist, ist allseits bekannt. Auch die »Ehemaligen«, hatten sichtlich Spaß an der Chorprobe und stimmten bei Cäsar Bresgens Chorsatz »Oh du stille Zeit« auch gleich freudig mit ein. Im Anschluss an die Chorprobe wurde im Pfarrheim bei einer Brotzeit und einer Diaschau mit alten Fotos, auf denen sich einige kaum wiedererkannten, noch ausgiebig in Erinnerungen geschwelgt.

Die Idee, alle ehemaligen Chorsänger nach so langer Zeit wieder zusammenzubringen, wurde allgemein begrüßt. Viele hatten sich aus den Augen verloren und hatten sich entsprechend viel zu erzählen. Dazwischen wurde selbstverständlich das eine und andere Lied geschmettert und mit einem Prosit auf das Jubiläum angestoßen.

Die Chorfreunde Traunwalchen haben im Jubiläumsjahr aber noch mehr vor: Am Dienstag, 12. Mai, findet um 20 Uhr ein festliches Jubiläumskonzert mit dem Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff statt. Der Chor unter der Leitung von Wanja Hlibka begeistert seit Jahrzehnten ein weltweites Publikum. Außerdem plant der Vorstand der Chorfreunde, Adalbert Huber, eine Veranstaltung mit allen Traunwalchner Chören. ga