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Chiemsee-Summer-Festival war wieder ein voller Erfolg

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Laute Bässe und 27 000 Besucher: Deichkind brachte die Stimmung am Samstagabend in Übersee fast zum Überkochen. Mit einer einzigartigen Bühnenshow und ständig wechselnden Kostümen begeisterten sie das Publikum und unternahmen in einem großen Fass sogar einen Ausflug in die Menschenmenge. (Fotos: Artes)
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Umarmungen statt Raufereien: Heuer ging es laut Polizei besonders friedlich auf dem Festival zu. Diese jungen Besucherinnen verteilten kostenlose Umarmungen.

Übersee – Fünf Tage Chiemsee Summer sind vorbei, nun zogen die Verantwortlichen ein Fazit der vergangenen fünf Tage – und dieses fiel durchwegs positiv aus. Bis zu 27 000 Besucher waren während des Festivals auf dem Gelände. Sehr zur Freude der Veranstalter spielte heuer sogar das Wetter mit. Eine Neuerung teilte Amok-Geschäftsführer Martin Altmann aber auch mit: Im nächsten Jahr wird das Festival wieder verkürzt und findet nur vier Tage lang statt.


»Am meisten freuen wir uns übers Wetter«, so Altmann auf einer Pressekonferenz zum Abschluss des Festivals. Auch die Neuerungen, vor allem in der Gastronomie seien sehr gut bei den Besuchern angekommen. »Wir konnten einen Qualitätsschub generieren.« Positiv aufgefallen ist ihm auch der Trend, dass höherwertige Ticketangebote wie das Comfort-Camping von den Besuchern mehr genutzt wurde.

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Altmann gab auch einen Ausblick in die Zukunft des Festivals. Natürlich wird es den Chiemsee Summer auch im nächsten Jahr wieder geben – allerdings wird das Festival auf vier Tage verkürzt. »Sonntag wird der reine Abreisetag.« Musikgruppen spielen dann vielleicht nur noch auf den Campingplätzen. Als konkretes Datum nannte Altmann den 24. bis 27. August 2016. Was er aber bereits jetzt schon versprach: »Die Musikvielfalt wird bleiben.«

»Wir führen bereits Gespräche mit den ersten Künstlern für nächstes Jahr«, informierte Skorpio-Geschäftsführer Stephan Thanscheidt, der mit dem diesjährigen Verlauf ebenfalls »sehr sehr zufrieden« ist. Nur zwei Bandauftritte mussten ausfallen bzw. konnten von anderen noch kurzfristig ersetzt werden. Auch die Musikgruppen selbst seien begeistert vom Festival und von den Leuten gewesen – und selbst beim Dauerregen am Donnerstagabend »war die Laune nicht totzukriegen«.

Zu den meist umjubelten Auftritten gehörte sicher die aufwändige Bühnenshow von Deichkind am Samstagabend. 27 000 Musikfans waren begeistert von den ständig wechselnden Kostümen der Bandmitglieder, die in einem großen Fass sogar einen Ausflug ins Publikum unternahmen.

Äußerst wenig zu tun gab es heuer beim Festival für Feuerwehr, Malteser und das Rote Kreuz. Malteser-Pressesprecher Peter Volk informierte, dass rund um die Uhr 110 Helfer an acht Unfallhilfestationen im Einsatz waren. Bis Sonntagmittag wurden dort ungefähr 1400 Patienten behandelt. Meist ging es um kleinere Sachen, etwas Bedrohliches sei nicht dabei gewesen. »Pflaster haben wir vermutlich am Meisten ausgegeben«, erklärte er. Nur 42 Patienten mussten vom Roten Kreuz ins Krankenhaus gebracht werden, so Jakob Goess vom BRK. Dies ist in etwa auch die gleiche Zahl an Patienten wie bereits im vergangenen Jahr. Wenig zu tun gab es auch für die Überseer Feuerwehr. 86 Mal wurden die Feuerwehrmänner alarmiert, vor allem wegen Kleinigkeiten. »Bereits bei der geringsten Rauchentwicklung auf den Campingplätzen wird die Feuerwehr verständigt«, so Rupert Kink von den Überseer Floriansjüngern. Beim Eintreffen auf den Campingplätzen hatten die Sicherheitsmitarbeiter aber meist schon wieder alles unter Kontrolle gehabt, sodass oftmals kein Eingreifen mehr notwendig war.

Von einem »sehr ruhigen und angenehmen Festival« berichtete auch Rainer Wolf von der Polizei. Rund 100 Beamte waren während des Festivals sowohl auf dem Gelände, als auch im Außenbereich und auf den Anfahrtswegen im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen.

Das »Highlight negativer Art« gab es gleich am ersten Abend, als Taschendiebe auf dem sogenannten »Infield«, dem Bühnenbereich, ihr Unwesen trieben. Laut Wolf sei dies das erste Mal, dass man es mit professionellen Dieben beim Festival zu tun hatte. Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den Dieben um organisierte Banden handelt, die von Festival zu Festival reisen. Teilweise wurden Jacken aufgeschnitten, um an Geldbeutel und Handys zu gelangen. Nach den Vorkommnissen am Mittwochabend wurde das Polizeiaufgebot im Bereich der Bühne erhöht, sodass es in den Folgetagen zu keinen weiteren Diebstählen dieser Art mehr kam.

Auch zu körperlichen Auseinandersetzungen sei es kaum gekommen, sodass es die Ausnahme blieb, dass Besucher die Nacht bei der Polizei verbringen mussten. Unvermeidlich war dies allerdings im Fall eines Traunreuters, der sich auf dem Gelände der Überseer Feuerwehr aufhielt. Da er die Örtlichkeit nicht verlassen wollte, musste er die Nacht in der Arrestzelle verbringen. Grund für sein Verhalten dürfte wohl auch sein, dass der Mann betrunken war. Ein Test hatte rund drei Promille ergeben.

Auch Rauschgiftkontrollen fanden laut Polizei wieder statt. In 131 Fällen wurden die Beamten fündig und mussten Anzeigen aufnehmen. Überwiegend wurden kleinere Mengen Marihuana sichergestellt, aber auch die gefährliche Droge Chrystal Speed wurde bei Besuchern gefunden. Die größte sichergestellte Einzelmenge Drogen waren 113 Gramm Marihuana.

Äußerst positiv zu erwähnen ist laut Rainer Wolf aber vor allem das verbesserte Verkehrskonzept. Dieses sei voll aufgegangen und es habe heuer keine Probleme bei der Anreise gegeben. »In diesem Jahr ist es erfolgreich gewesen.«

Ein durchwegs positives Resümee zog auch Übersees Bürgermeister Marc Nitscke. Die Probleme des letzten Jahres seien vom Veranstalter professionell überarbeitet worden. »Das Festival ist eine ganz große Werbung für die Gemeinde und die ganze Region.« Der Chiemsee Summer hat laut Nitschke eine großartige Zukunft und die Qualität wird sich in den kommenden Jahren weiter verbessern.

Am gestrigen Sonntag zeigte sich das Wetter noch einmal von seiner besten Seite. Viele der Festivalbesucher nutzten die warmen Temperaturen für einen Ausflug an den Chiemsee oder einen Sprung in die Tiroler Achen. Am Abend sorgten zum Abschluss Sean Paul und Gentleman noch einmal für kräftige Stimmung. Für viele Besucher war danach klar: »Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder.« Julia Artes