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Chiemseefischer Georg Trenkler sitzt »auf dem Trockenen«

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Noch fehlen die Holzplanken auf dem neu errichteten Steg von Chiemseefischer Georg Trenkler (vorne), doch ohne Wasser macht für ihn der ganze Steg keinen Sinn. Im Hintergrund ist Heinz Wallner zu sehen, dessen Frau in der Bucht ebenfalls Fischerrechte hat. (Foto: Müller)

Grabenstätt. »Dreiviertel des Jahres kann ich den Steg gar nicht mehr nutzen«, schüttelt Chiemseefischer Georg Trenkler aus Holzhausen den Kopf. Den Steg in der Hirschauer Bucht errichtete er erst im Oktober neu. Nun blickt er auf ein unübersichtliches Meer aus Schlamm und Schwemmholz, das sich um seinen Steg erstreckt. Das Wasser ist meterweit entfernt und auch dort viel zu flach.


An der tiefsten Stelle sei die Hirschauer Bucht bei Normalwasser gerade noch 1,50 Meter tief. Vor 60 Jahren seien es noch etwa sechs Meter gewesen, betont Heinrich Wallner aus Chieming, dessen Ehefrau Irmi ebenfalls zu den 16 Chiemsee-Berufsfischern gehört und im besagten Bereich Fischerrechte besitzt. Eigentlich möchte er von hier aus früh morgens mit seinem Boot hinausfahren und seinem Beruf nachgehen, doch daran sei derzeit – nicht nur wegen seiner gesundheitlichen Probleme – gar nicht zu denken, stellt Trenkler klar.

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Der Neubau des Steges sei notwendig geworden, weil der 20 Jahre alte Vorgängerbau vom Jahrhunderthochwasser im Juni mit Unmengen von Treibholz und Müll an Land gespült worden war. Die Verlandungsproblematik sei bei der Planung überhaupt nicht berücksichtigt worden, bedauert Trenkler. Vielmehr habe der neue Steg nach Absprache mit dem Landratsamt von der Länge, Breite und Höhe »wieder genauso errichtet werden müssen wie der alte«.

Auch wenn Trenkler, der den Steg seit 1994 gepachtet hat und seit 40 Jahren in der Bucht fischt, nach eigener Aussage der »Hauptbetroffene« ist, dürfte auch die Pipeline-Gesellschaft TAL (Transalpine Ölleitung von Triest nach Ingolstadt und Karlsruhe), die den Steg mitgepachtet hat, alles andere als erfreut über die Situation sein. Die TAL brauche den Steg nämlich für ihre Öl-Wehr-Übungen, betont Trenkler. Angesichts der immensen Baukosten von bis zu 20 000 Euro wolle er nun noch einmal mit dem Landratsamt und dem Mitpächter reden, so der 64-jährige Berufsfischer, der seinen Betrieb eigentlich 2015 einem Nachfolger übergeben wollte. Die aktuelle Situation würde dieses Vorhaben aber erheblich erschweren.

Das Flachwassergebiet Hirschauer Bucht fischereitechnisch aufzugeben, fände Trenkler sehr schade, da es sich um ein wahres Paradies für Aale, Schleien und Karpfen handle. Diese könnten ihren angestammten Lebensraum nun noch deutlich schneller verlieren, als von vielen Experten prophezeit. »Geht es mit der Verlandung in der Form weiter, ist die Hirschauer Bucht schon in 20 oder 30 Jahren zu«, ist sich Wallner sicher.

Dennoch zeigt er sich optimistisch, dass man in puncto Holzentnahme nach dem großen Runden Tisch vom Wasserwirtschaftsamt zeitnah in einem kleineren Gesprächsrahmen noch zu »einer einvernehmlichen Lösung« kommen werde. Der Plastikmüll ist bekanntlich im Herbst vom Wasserwirtschaftsamt beseitigt worden, das Holz, das teilweise im Schlamm versunken ist, sollte eigentlich nicht entnommen werden. mmü

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