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Chiemsee Summer bei perfektem Sommerwetter eröffnet

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Übersee – Das Warten hat endlich ein Ende, der Chiemsee Summer im Ortsteil Almau ist eröffnet.


Wir sind live vor Ort! Hier geht es zu unserem Live-Ticker.

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Tausende musikbegeisterte und feierwütige Besucher aus nah und fern sind bereits am Vormittag und Mittag mit dem Auto, dem Zug, dem Taxi oder mit einem der Shuttlebusse angereist, um sich bei herrlichem Sommerwetter schon einmal in Stimmung zu bringen und zu akklimatisieren. Denn die äußeren Verhältnisse sind fast karibisch-tropisch. Zuvor müssen aber noch die letzten Vorbereitungen getroffen werden, um für den viertägigen Partymarathon gerüstet zu sein.

Mit selbstgebauten Anhängern, Schubkarren und – wenn die Technik versagt – auch mit reiner schweißtreibender Muskelkraft werden die lebensnotwendigen Utensilien, darunter in erster Linie Zelte, Isomatten, Luftmatratzen und palettenweise Bierdosen zum Festivalgelände gekarrt. Wer Glück hat, kann sich einen der jungen Burschen aus Übersee und Umgebung schnappen, die sich kurzerhand selbstständig machen und private Transportservice mit Fahrrad und Anhänger anbieten.

„Wahnsinn jetzt habe ich mittags schon 70 Euro Trinkgeld bekommen“, ließ Schüler Moritz aus Grassau bei seiner Mittagspause sichtlich stolz verlauten, um mit einem Grinsen anzufügen: „Und jetzt komme ich auch noch in die Zeitung“. Er mache dies heuer zum ersten Mal und sei über Freunde und Bekannte zu diesem außergewöhnlichen „Ferienjob“ gekommen.

Am Chiemsee Summer-Gelände angekommen war dann aber erst einmal Geduld gefragt, denn an den Kassen und Sicherheitsschleusen bildeten sich hunderte Meter lange Schlangen. In geselliger Runde auf Klappstühlen und bei beruhigend-süffiger Gerstensaft-Verpflegung war aber auch dies kein Problem. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ heißt es bekanntlich und so war dann erst einmal Zeltaufbauen angesagt.

Die vom nächtlichen Gewitterregen ziemlich durchnässte Wiese gefällt zwar nicht jedem, doch sie hat auch etwas Gutes, denn weich schlafen wird man darauf auf jeden Fall. Er glaube auch nicht, dass er in den kommenden Tagen viel zum Schlafen komme, meinte Bob aus München und erzählte wie er vor knapp 15 Jahren als Bub mit seinem Onkel beim Vorgänger des heutigen Chiemsee Summer gewesen sei. Ob er noch einmal wieder kommen werde, wisse er aber nicht, denn: „Mir ist das mittlerweile alles zu kommerzialisiert und auch die Reggae-Musik ist leider in den Hintergrund gerückt“.

Rund 50 Meter entfernt hatte es sich eine zehnköpfige Gruppe aus Konstanz am Bodensee vor ihrem Zelt gemütlich gemacht. „Wir sind schon gestern angereist und haben im Auto geschlafen“, erzählte Timm. „Leider hat man uns an der Sicherheitskontrolle unseren Spirituskocher abgenommen und jetzt sitzen wir vor unseren Konservendosen – aber sieben Bier sind ja bekanntlich auch ein Schnitzel“, ließ die Gruppe schmunzelnd verlauten. Man wolle es jetzt so richtig krachen lassen bis zum krönenden Abschluss am Samstagabend mit „Scooter“.

Das dritte Jahr infolge ist bereits eine Gruppe junger Leute aus Steinhausen in Oberschwaben beim Chiemsee Summer und hat dafür auf dem Zeltplatz gleich einen Doppelsektor für sich reserviert. „Wir sind 20 Jungs und unsere zehn Mädels kommen noch nach“, erzählten sie vor ihrem imposanten Bierdepot. Besonders fiebern sie dem Auftritt der Band „The Offspring“ am Freitag entgegen. Von neun bis 20 Uhr müsse er jeden Tag arbeiten, berichtete ein Ordner am Zeltplatzeingang. Er wohne selbst auf dem Zeltplatz und werde das Festival in seiner Freizeit auch genießen können. mmü

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