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Chieminger Rathaus soll saniert werden

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Das Chieminger Rathaus wird saniert, der Anbau wird abgerissen und neu erstellt. An Gesamtkosten werden 2,8 Millionen Euro erwartet. (Foto: Humm)

Chieming. Der gemeindliche Bauantrag auf Sanierung, Teilabriss und Teilneubau des Rathauses wurde in der Sitzung mit neun zu sieben Stimmen vom Chieminger Gemeinderat gebilligt. Der knappen Entscheidung für ein neues Rathaus ging eine längere Diskussion voraus.


Georg Handwerker (CSU) hatte Bedenken wegen der unterschiedlichen Außengestaltung des Rathauses. »Bei der Sanierung des Altbaues sind kleine Fenster, beim Neubau des Anbaues sind große moderne Fenster geplant«, kritisierte er und meinte, dies passe nicht in das Ortsbild von Chieming. Auch sollte das Rathaus nicht höher als das nebenstehende »Denglhamer Anwesen« werden. Deshalb empfahl er, die Planung noch einmal zu überdenken, »um ein besseres Dorfbild zu haben«.

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Auch Elisabeth Heimbucher (Grüne) sprach sich gegen eine Aufstockung des Dachgeschosses aus. Sie meinte, der vorgestellte Bauplan sei nicht ausgereift. Sie plädierte für eine Rückstellung des Antrages und nannte als weiteres Argument, dass man auch darauf warten sollte, welche neue Art der Heizung das sanierte Rathaus erhalten wird.

Christian Schindler (CSU) war aus finanziellen Gründen für die Rückstellung dieses Bauantrages. Zuerst sollte die Gemeinde die Schulden (drei Millionen Euro) abbauen.

Bürgermeister Benno Graf sagte, er sehe bei der Finanzierung des Rathauses keine Probleme. Er ging auf die gute Finanzlage seiner Gemeinde ein und stellte die Sanierung des Rathauses mit Neubau des Anbaus als dringend und notwendig heraus. Der Umbau soll rund 2,8 Millionen Euro kosten.

»Unser Dorf soll doch lebendig sein«

Heinz Wallner (BBW) erinnerte, dass das jetzige Rathaus bereits in den 60er Jahren gebaut wurde. Nach der Gemeindereform 1972 kamen die ehemaligen Kommunen Hart und Ising noch dazu. Chieming sei aktuell für mehr als 4700 Bürger zuständig. »Ich finde es richtig, dass die Sanierung des Rathauses mit Neubau des Anbaues jetzt angegangen wird«, sagte er und sprach sich für die Einbindung des Sitzungssaales in das neue Rathaus aus.

Positiv sieht es auch Heinrich Hunglinger (SPD). Er erinnerte an die gute Finanzlage der Gemeinde durch die hohen Einnahmen bei der Gewerbesteuer von derzeit jährlich 1,2 Millionen Euro und sagte weiter, einem Rathaus müsse man eine moderne Gestaltung zugestehen. »Unser Dorf soll doch lebendig sein«, sagte er und vertrat die Meinung, Chieming dürfe kein Museumsdorf werden.

Anton Maier (BBW) hält den geplanten Neubau des Anbaues für zu groß und befürchtet bei Verwirklichung dieses Bauvorhabens ein hohes Ansteigen der Pro-Kopfverschuldung.

Sebastian Heller (Grüne) gab zu bedenken, dass die Denkmalbehörde ein modernes Rathaus im Vergleich zum »Denglhamer Anwesen« sicherlich kritisch sehen werde. Graf entgegnete, er könne nach Rücksprache mit dem Landratsamt mitteilen, dass es dazu keine Einwände gebe.

Wenig Begeisterung zeigte auch Andrea Roll (Grüne) für das nach ihrer Meinung zu modern werdende Rathaus und regte die Bestellung eines Ortsplaners an.

Sein Einvernehmen erteilte der Gemeinderat dem Planentwurf zur Errichtung einer Ampelanlage am Ortseingang von Chieming auf Höhe der Ortsstraßen Am Winkelzaun und Theresienstraße.

Bürgermeister Benno Graf sagte, diese Anlage werde um etliche Meter höher errichtet als die derzeit provisorisch vorhandene. Der Bürgermeister erwartet die Fertigstellung der Ampelanlage noch für heuer und sagte, an Kosten werden 25 000 Euro erwartet, die Hälfte davon muss die Gemeinde Chieming tragen.

Neue Ampelanlage an der Staatsstraße

Einig waren sich alle über die Notwendigkeit dieser Ampelanlage, die besonders den Kindern auf dem Weg zur Chieminger Grund- und Mittelschule beim Überqueren der vielbefahrenen Staatsstraße wesentlich mehr Sicherheit geben wird. OH

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