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Chieminger Rathaus soll neues Gesicht bekommen

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So soll die Rathausfassade nach der Sanierung aussehen. Einziger Unterschied: Die Dachneigung soll nach Willen des Chieminger Gemeinderats eine Dachneigung von 18 Grad haben – und nicht, wie hier angegeben, von 21 Grad.
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Das Chieminger Rathaus soll ein neues Gesicht bekommen. Der einstöckige Anbau, in dem derzeit das Bauamt untergebracht ist, wird einem Neubau weichen.

Chieming. Die Planung zur Sanierung des Chieminger Rathauses mit Abriss des Anbaues und dessen Neubau schreitet gut voran. Der Gemeinderat billigte in seiner jüngsten Sitzung mit zehn zu sechs Stimmen die von Architektin Ulrike Heide Oel vorgestellte Fassaden- und Dachgestaltung.


Einzige Abweichung vom Plan: Die Neigung des neuen Satteldaches auf Alt- und Neubau wird nicht 21, sondern 18 Grad betragen. Der neue Anbau mit Keller, Erdgeschoß und erstem Stock soll eine moderne Außengestaltung erhalten, unter anderem durch größere Fenster. Diese sollen mehr Bürgernähe ausstrahlen, erklärte die Architektin. Was die Farbgestaltung betrifft, könnte sich Oel einen Grau- oder Weißanstrich vorstellen.

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Kritisch äußerten sich einige Gemeinderäte darüber, dass der Altbau mit Ausnahme eines neuen Daches und neuer energetischer Fenster seine bisherige Außengestaltung beibehalten wird, der Anbau dagegen eine moderne, größere Fensterfront erhalten wird. Sie stimmten darum auch gegen den Planungsentwurf.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes für die Gemeinde Chieming. Dazu referierte Prokurist Michael König vom Unternehmen Greentech aus München. Er empfahl dem Gemeinderat als konkrete Maßnahme zuerst den Aufbau eines Nahwärmenetzes auf Biobasis und die Errichtung eines Bioenergie-Dorfes. Nach Aussagen von König würde sich für ein Nahwärmenetz der Bereich entlang der Hauptstraße inklusive Rathaus gut eignen.

Für sinnvoll hält der Experte zunächst eine Bürgerbefragung, um herauszufinden, ob Interesse besteht. Sinnvoll wäre in seinen Augen eine Fragebogenaktion, die unter anderem der Frage nach Art und Alter der Heizungen in der Gemeinde nachgeht. Geklärt, so König, gehöre außerdem die Frage, wo ein für die Maßnahmen nötiges Heizkraftwerk stehen könnte.

Bürgermeister Benno Graf informierte die Räte über die baldige Umrüstung der Beleuchtung entlang der Hauptstraße auf LED-Leuchten. Er hält die Bürgerbeteiligung beim Aufbau eines Nahwärmenetzes für sehr wichtig. Entscheidung für die Durchführung, so Graf, sei die Akzeptanz der Bürger. Der Rathauschef sprach sich auch dafür aus, die entsprechenden Mittel im Haushalt bereitzustellen.

Heinz Wallner von der Bayernpartei berichtete über die von ihm vor einigen Jahren erstellte Nahwärmeversorgung durch Biomasse für seine Immobilien im Chieminger Oberdorf und erläuterte die Kosteneinsparung durch den Wegfall des teuren Heizöls. Wolfgang Wimmer (CSU) forderte die Erstellung einer Machbarkeitsstudie mit anschließender Lokalisierung der Standorte.

Einig waren sich alle, dass man Schritt für Schritt vom teuren Heizöl wegkommen müsse. Nach Aussage von König sei der Gemeindebereich Chieming zu über 80 Prozent noch von Heizöl- und Stromimporten abhängig.

Der Gemeinderat beschloss einvernehmlich, für die beabsichtigten Maßnahmen zum Aufbau eines Nahwärmenetzes und eines Bioenergie-Dorfes im Gemeindehaushalt 2014 Geldmittel bis zu 40 000 Euro für eine Machbarkeitsstudie bereitzustellen. OH