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Chiemgauerin entwarf »Halleiner Dirndl«

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Gabi Ramsauer in ihrem »Halleiner Dirndl«. Das Kleid der Traunwalchner Modeschülerin wird nun von einem namhaften Trachtenhersteller produziert. (Foto: Richard Schnabler)

Traunreut – Gabi Ramsauer hält nichts von einer aufgerüschten und knapp über den Hintern endenden Dirndl-Variante: »Das ist eine Vergewaltigung unserer Tradition«, sagte die 17-jährige Traunwalchnerin, Schülerin der Modefachschule Hallein. »Die Länge eines Dirndls muss knapp übers Knie gehen.« Und so präsentiert sie auch ihr wunderschönes, zeitloses Modell, das zum »Halleiner Dirndl« gekürt wurde. Im Rahmen eines Schulprojekts war ihr Entwurf unter 20 anderen Vorschlägen der Sieger. Damit hat neben weiteren 30 Salzburger Gemeinden, die sich in den letzten Jahren ihr eigenes Dirndl entwerfen ließen, auch Hallein ein eigenes Dirndl, kreiert von einer jungen Chiemgauerin.


Dass die Modefachschule ausgerechnet das Halleiner Dirndl als Thema gewählt hatte, fand Gabi Ramsauer, die jüngste Tochter des Traunwalchner Bundestagsabgeordneten Peter Ramsauer, spannend. »Ich trage selber voll gern ein Dirndl.« Ihre Klassenkameraden und sie entwarfen ganz unterschiedliche Modelle, aus denen eine Jury zunächst eine Vorauswahl traf, ehe die Leser der Tennengauer Nachrichten ihr »Halleiner Dirndl« kürten. Über 8000 Halleiner haben abgestimmt und sich mehrheitlich für das Modell der Traunwalchnerin entschieden.

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Ein Jahr hat es gedauert, bis das Dirndl fertig war. »Wir haben zunächst recherchiert, was wichtig ist bei einer Tracht.« In Salzburg und Umgebung hatten sich die angehenden Schneiderinnen in Trachtenhäusern nach Ideen umgeschaut. »Das Modell blieb uns komplett selbst überlassen. Hauptsache, es hat irgendetwas mit Hallein zu tun.« Die junge Modemacherin hat viele Ideen aufs Papier gebracht. »Ich habe bestimmt 40 Entwürfe gezeichnet.« Inspiriert von der tiefblauen Salzach und dem kräftigen Rot des Halleiner Stadtwappens hat sie zwei wesentliche Elemente gewählt, in denen sich die Geschichte, der Ursprung und die Gegenwart der Stadt im Tennengau widerspiegeln. Das Oberteil aus Leinen, mit einem eingestickten Stadtwappen am Rücken, besticht durch ein sattes Rot mit einer Knopfleiste. Auch auf den selbst entworfenen Knöpfen finden sich die Umrisse des Halleiner Wappens. Den tiefblauen, leicht gemusterten Rock ziert eine weiß-blau-rote Schürze.

»Es passt zu Hallein, zu unseren Traditionen und ist gleichzeitig auch zeitlos«, resümiert die Kulturstadträtin der Stadt Hallein, Eveline Sampl-Schiestl. Das Modell wird jetzt von einem namhaften österreichischen Trachtenhersteller produziert und ab 2. Juli in einem Halleiner Trachtengeschäft verkauft.

Gabi Ramsauer hat schon ganz klare berufliche Vorstellungen. Nach der Schule möchte sie noch gerne die Meisterprüfung absolvieren und dann entweder Modedesign oder Kunst studieren. »Der Job als Schneiderin beziehungsweise Designerin ist vielfältig, abwechslungsreich und fordert meine Kreativität«, schwärmt die 17-Jährige. ga