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»Chiemgauer« zeigt sein neues Gesicht

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Präsentierten die neuen Scheine vor der Stadtpfarrkirche in Traunstein: Vorsitzender Christophe Levannier (von links), Elke Kummetz und Margarete Wehweck vom Organisationsteam und Schatzmeisterin Susanne Leitner vom Verein Chiemgauer. (Foto: Effner)

Seit dem Start vor bald 13 Jahren hat sich die Regionalwährung »Chiemgauer« von einem Schülerprojekt zu einer international beachteten Währungsalternative in den Landkreisen Traunstein und Rosenheim entwickelt. Nicht nur renommierte Wirtschaftswissenschaftler, Studien und Medien beschäftigen sich ernsthaft damit.


Auch in einem Raum zum Thema »Euro« des British Museum in London und im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main sind mittlerweile Exemplare des »Chiemgauer« ausgestellt. Beachtlich ist zudem der Nutzen für rund 260 Förderprojekte, die der Verein Chiemgauer  unterstützt: Als Beitrag zur Stärkung der Region flossen den Vereinen und Organisationen seit Gründung 2003 mehr als 440 000 Euro zu.

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Mit professionellem Design, einem handlicheren Format und einem frischeren, komplett überarbeiteten Erscheinungsbild präsentieren sich ab dem morgigen Samstag die neuen Geldscheine des »Chiemgauer«. Sie haben den Gegenwert von ein, zwei, fünf, zehn, 20 und 50 Euro und sind in den 38 Ausgabestellen erhältlich. Die Scheine zeigen Fotomotive aus den Orten, die den »Chiemgauer« aktiv unterstützen: die Große Kreisstadt Traunstein und die Gemeinden Siegsdorf, Ruhpolding, Inzell, Grassau, Altenmarkt, Obing, Rimsting und Stephanskirchen. Dazu kommt noch der Abwasserzweckverband Chiemsee als weiteres Mitglied.

Von der Stadtpfarrkirche bis zum Gleitschirmflieger

Als Bildmotive dienen zum Beispiel die Stadtpfarrkirche Traunstein, die malerische Thoraualm bei Ruhpolding, eine idyllische Bootsszene am Obinger See, das Schloss Herrenchiemsee, der Rauschberg mit Gleitschirmflieger oder ein Blick auf das Alztal mit dem Rokokojuwel der Baumburg. Auf der Rückseite versinnbildlicht dazu ein schwungvolles Motiv mit dem Chiemsee als Zentrum die geografische Lage der jeweiligen Gemeinde.

Bei der Vorstellung der neuen Geldscheine und des von einer Grafikerin konzipierten, neuen Designs erklärten die beiden Vorstandsmitglieder Christophe Levannier und Susanne Leitner zusammen mit Geschäftsführerin Elke Mathe vom Verein Chiemgauer weitere Neuerungen. Um das Regiogeld im Kreislauf zu halten, musste die Gültigkeit bisher in jedem Quartal – also viermal im Jahr – mit einer Aufwertmarke in Höhe von zwei Prozent des Betrags verlängert werden. Künftig müssen die Scheine nur noch alle sechs Monate mit einer Aufwertmarke von drei Prozent verlängert werden. Der jeweilige Termin steht deutlich auf den fünf Feldern für die Klebemarken. Insgesamt verlängert sich die Laufzeit der Scheine damit auf drei Jahre. Aktuell im Umlauf sind »Chiemgauer« im Wert von über einer Million Euro.

Zehn Sicherheitsmerkmale schützen vor Falschgeld

Seit seiner Einführung gab es noch nie Falschgeld vom »Chiemgauer«. Rund zehn Sicherheitsmerkmale – unter anderem Wasserzeichen, Farbpartikel und UV-Licht-Fasern – stellten dies bisher sicher. Zudem verfügen die neuen »Chiemgauer« ab sofort über ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal in Form eines Silberstreifens mit »SP«-Hologramm an der Seitenkante mit ausgestanztem »Chiemgauer«-Logo.

Mit 587 Betrieben verfügt die Regionalwährung über ein gut vernetztes System an Anbietern. Dazu zählen Apotheken und Ärzte, Bekleidungsgeschäfte und Drogerien, Lebensmittelgeschäfte und Finanzinstitute, viele Handwerker oder auch Rad- und Sportgeschäfte, Gastrobetriebe und Immobilienanbieter. Derzeit ist der »Chiemgauer« an den Euro gebunden. Im Krisenfall eines Crashs ließe sich aber schnell als Alternative ein funktionierendes Wertsystem mit Warenabsicherung installieren.

Durch den »Aufwertimpuls« in Form von Wertmarken zirkuliert der Chiemgauer viermal schneller als der Euro. Dadurch hält das Regiogeld die Wirtschaft der beiden Landkreise in Schwung. Mit der Regiocard können die Kunden auch bargeldlos zahlen oder per »eChiemgauer« Rechnungen überweisen.

Über die beim Rücktausch in Euro von den Geschäften einbehaltene Fördersumme von drei Prozent werden regionale Projekte und Vereine unterstützt. Dazu zählen Kindergärten, Trachten- und Sportvereine, Musikkapellen, Naturschutz- und Kulturinitiativen, Theatergruppen, Feuerwehren, eine Bürgerstiftung sowie Verbraucherschutzeinrichtungen sowie das Forum Ökologie. ae

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