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Chiemgauer Patientenfälle begeistern in Harvard

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Als einziger Deutscher durfte der Bergener Zahnart Peter Christian Nies am Rednerpult im »Harvard Club of Boston« über seine Erfahrungen mit Kurzimplantaten berichten. Mehrere Hundert Experten aus der ganzen Welt lauschten gespannt und bekamen auf einer großen Leinwand auch zahlreiche Bilder von Chiemgauer Patienten zu sehen.

Bergen. Auch wenn viele Chiemgauer noch nie in ihrem Leben in der US-Großstadt Boston waren, so sind zumindest Bilder ihrer Zähne vor Kurzem dorthin gereist. Im Gepäck hatte sie der Bergener Zahnarzt Peter Christian Nies, der als einziger Deutscher bei einem wichtigen Kongress im »Harvard Club of Boston«, angesiedelt an der berühmten Eliteuniversität, am Rednerpult stehen durfte.


Noch nie hatte der 52-Jährige vor so vielen Menschen referiert und schon gar nicht an einem Ort, an dem auch John F. Kennedy vor 50 Jahren zu den US-Amerikanern sprach. Mehrere Hundert Experten aus der ganzen Welt verfolgten gespannt den Vortrag des Wahl-Chiemgauers, der sich rund um das Thema Kurzimplantate drehte. Dieses Verfahren bietet Nies nach eigenen Angaben als Einziger im südostbayerischen Raum an. Dabei können diese Implantate, im Gegensatz zu der weit verbreiteten Methode, mit einem kleineren Eingriff und auch weitestgehend schmerzfrei gesetzt werden.

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Zirka 100 Kurzimplantate, auf die im Anschluss die Krone gesteckt wird, hat der Zahnarzt mit dem Schwerpunkt Implantologie allein im letzten Halbjahr in seiner Praxis in Bergen verarbeitet. Mit ausgewählten Bildern dieser Fälle reiste er nun nach Boston, wo er über seine Tätigkeit berichtete. Und das in englischer Sprache: »Das war eindeutig das Schwierigste für mich«, erzählt der 52-Jährige im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

In den Chiemgau kam Nies erst vor einem guten halben Jahr. Er verkaufte seine große Zahnarztpraxis mit mehreren angestellten Ärzten in Bonn und zog mit seiner fünfköpfigen Familie in den Chiemgau. Einer der Hauptgründe für den Ortswechsel war das sportliche Talent seiner Tochter, die im Riesenslalom zeitweise zu den Besten im Nachwuchskader gehörte, jedoch momentan durch einen Kreuzbandriss außer Gefecht ist.

In Bergen übernahm der 52-Jährige zum 1. April die Praxis von Dr. Bernhard Schneller. Aber das Alpenvorland ist Nies nicht unbekannt.

Als ehemaliger Sportwart von Bayer Leverkusen und als Vater von wintersporttalentierten Kindern verbrachte er viele Winterwochenenden in der Region und fühlte sich auch nach seinem Umzug von Anfang an sehr wohl im südlichen Landkreis Traunstein.

Besuch aus seiner alten Heimat erhält Nies auch jetzt regelmäßig. Denn viele seiner westfälischen Patienten wollen auf »ihren« Zahnarzt nicht verzichten und kommen im Rahmen ihres Urlaubs bei ihm in der Praxis in Bergen vorbei. apo