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Chiemgau will mit Langlauf punkten

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Zwar lässt der Schnee noch auf sich warten, doch der Chiemgau-Tourismus hat im Bezug auf den winterlichen Breitensport große Pläne: Ziel ist, wie Stephan Semmelmayr beim Tourismustag im Stadtsaal Tittmoning erklärte, sich bis 2018 als eine der führenden Langlauf-Regionen zu profilieren: »2018 fällt den Leuten, wenn sie an Langlauf denken, das Engadin in der Schweiz, Seefeld in Tirol und der Chiemgau ein«, hofft der Chiemgau-Geschäftsführer.


»Beschneiung der Loipen wird ein Thema sein«

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»Die Beschneiung der Langlauf-Loipen wird ein Thema sein«, erläuterte Semmelmayr. Es gelte, zuerst die Infrastruktur zu stärken und dann das neue Profil gezielt zu bewerben. Wichtig sei auch, zur Kenntnis zu nehmen, dass nicht nur der Übernachtungsgast Wertschöpfung bringe. Der Tagesgast, etwa beim Langlauf, bringe »oft mehr Geld in die Region als der Übernachtungsgast.«

Ein Meilenstein auf dem Weg zur Langlauf-Top-Region soll die »Chiemgau Team Trophy« am 25. Januar sein, die erste Langlauf-Veranstaltung für Mannschaften ab drei Personen, bei der es nicht ums Gewinnen geht. Die Strecke führt von Inzell über Ruhpolding nach Reit im Winkl, wobei die Teilnehmer je nach Lust und Kondition zwischen fünf Etappenlängen wählen können. Darüber hinaus möchte der Chiemgau-Tourismus sogenannte »Langlauf-Qualitätsgastgeber« gewinnen. Sieben Vermieter haben diese Qualifikation inzwischen erworben.

Das regionale Selbstbewusstsein möchte Semmelmayr stärken, indem zum Beispiel in Hotels und Pensionen heimische Produkte, zum Beispiel Milch, angeboten werden. Durch einen Bergbahnen-Kooperationsverbund sollen mehr Werbemittel für diesen Bereich aquiriert werden.

Zu den neuesten Trends im Tourismus gehört laut Trendforscher Oliver Pube aus Hamburg der Wunsch, ein Erlebnis auf Augenhöhe mit anderen zu teilen und dabei nicht als Tourist aufzufallen. Als Beispiele dafür nannte er die Internet-Plattform »Eat with«, über die man bei Privatleuten essen kann, oder die Initiative »Flashback« an der Berliner Mauer: Wenn man diese an einer bestimmten Stelle fotografiere, tauche jeweils ein Foto aus der Geschichte auf. Diese Fotos würden geteilt. Ein Trend sei auch der »faire Tourismus«.

Es gelte, andere Geschäftsmodelle zu entwerfen, auch für Kultur und Tradition, betonte der Trendforscher. Eine Schatzsuche nach einem »Chiemgau-Koffer« am Chiemsee-Strand, ein Taxi in einer Radregion, in dem man selber in die Pedale treten kann und dadurch weniger zahlen muss, oder ein Baumhaus zum Übernachten waren nur einige seiner Anregungen in einer Zeit, in der Menschen über digitale Medien letztlich nach dem »Offline-Gefühl« suchen. vm