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Chancen der Partnerschaft erkannt und genutzt

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Mit der Unterzeichnung von Urkunden bekräftigten (von rechts) Bürgermeisterin Sandy Ellis, die Präsidentin der Twinning Association, Sue French, und Oberbürgermeister Manfred Kösterke die vor 20 Jahren zwischen Traunstein und Haywards Heath geschlossene Städtepartnerschaft. (Foto: Buthke)

Traunstein. Das 20. Jubiläum ihrer Städtepartnerschaft haben Traunstein und Haywards Heath in West Sussex (Großbritannien) mit einem Festakt im Traunsteiner Rathaus gefeiert. Mit der Unterzeichnung von Urkunden bekräftigten und erneuerten Oberbürgermeister Manfred Kösterke, Bürgermeisterin Sandy Ellis und die Präsidentin der Twinning Association von Haywards Heath, Sue French, die Städtepartnerschaft. Die musikalische Gestaltung der Feierstunde übernahm die Traunsteiner Harfenistin Silke Aichhorn.


»Unverzichtbares Instrument der Völkerverständigung«

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»Lebendige Städtepartnerschaften sind die Charakteristika unserer jüngsten Geschichte. Traunstein und Haywards Heath haben die Chancen einer solchen Freundschaft über Grenzen hinweg erkannt und für sich genutzt«, erklärte der Traunsteiner Oberbürgermeister in seiner Festansprache. Kommunale Partnerschaften seien nach wie vor ein unverzichtbares Instrument der Völkerverständigung und ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie vor allem die Bürger auf örtlicher Ebene den Austausch zwischen den Kulturen und die internationale Verständigung vorantreiben und gestalten. »Städtepartnerschaften ermöglichen es, sich gegenseitig kennenzulernen und sich besser zu verstehen. Sie lassen unsere Offenheit wachsen und fördern sie. Deshalb sind sie so bedeutend«, betonte das Stadtoberhaupt.

Die Freundschaft zwischen Traunstein und Haywards Heath sei 1993 in Großbritannien geschlossen und ein Jahr später in Traunstein urkundlich besiegelt worden, doch die Wurzeln der Städtepartnerschaft würden bis 1977 zurückreichen, als die Staatliche Realschule Traunstein und das Oathall Community College in Haywards Heath erstmals einen Schüleraustausch durchgeführt hätten, erklärte Kösterke. Um die Beziehungen weiter zu vertiefen, seien 1988 in Haywards Heath die Twinning Association und in Traunstein der Freundschaftsclub Haywards Heath gegründet worden.

Seit Bestehen der Städtepartnerschaft seien auf vielen Ebenen Beziehungen geknüpft worden. Der Oberbürgermeister erinnerte auch an das Aufstellen einer englischen Telefonzelle und eines englischen Briefkastens auf dem Maxplatz und an das Pflanzen einer Tanne vor der Town Hall in Haywards Heath. Ob das, was per Urkunde von Politikern besiegelt werde, mit Leben erfüllt sei, hänge im Wesentlichen davon ab, ob die Menschen sich tatsächlich begegneten. »Genau das zeichnet die Städtepartnerschaft zwischen Traunstein und Haywards Heath aus. Es ist eine freundschaftliche Partnerschaft, eine partnerschaftliche Freundschaft entstanden«, so Kösterke.

Die Stadt Traunstein sei sich der enormen Bedeutung von Städtepartnerschaften für das Zusammenleben in Europa sehr bewusst und pflege daher Jahrzehnte lange Freundschaften mit Wesseling am Rhein, Gap in Frankreich und Pinerolo in Italien. Für ihr langjähriges städtepartnerschaftliches Engagement sei Traunstein 1996 mit der Ehrenfahne des Europarats und kürzlich vom Forum Internationale Partnerschaft mit einer Friedensmedaille ausgezeichnet worden.

»Doch wie im richtigen Leben gilt auch bei den Städtepartnerschaften: Die freundschaftlichen Beziehungen sind mal stärker, mal schwächer. Wichtig jedoch ist, dass die Kontakte nie ganz abreißen«, sagte der Oberbürgermeister. Freundschaft sei nicht etwas, das selbstverständlich erwartet und hingenommen werden dürfe, sondern etwas, das ständig gepflegt werden müsse. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Twinning Association in Haywards Heath und den Freundschaftsclub Haywards Heath-Traunstein als »Motor für die Freundschaft zwischen unseren Städten«.

Die Ziele von Städtepartnerschaften hätten sich grundlegend geändert, meinte der Vorsitzende des Traunsteiner Freundschaftsclubs, Günter Miedaner. Nach dem Krieg seien die Erkenntnis und der Wunsch nach Frieden und Aussöhnung die Motivation gewesen. Später habe man darin die Basis für den europäischen Einigungsprozess und das Bindeglied im nachbarlichen Zusammenleben gesehen. »Auch wenn es um viele Städtepartnerschaften ruhig geworden ist, so geben sie auch heute noch einen offiziellen Rahmen vor und schaffen die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichsten Wegen auszutauschen und zu begegnen«, war Miedaner überzeugt.

Rund 1200 Schüler besuchten einander

In ihren Grußworten erinnerten Bürgermeisterin Ellis und Präsidentin French an viele persönliche, schöne Begegnungen und Erlebnisse in Haywards Heath und bei Besuchen in Traunstein. Besonders sprachen beide den Schüleraustausch an. Rund 600 Schüler sind von Traunstein nach Haywards Heath gefahren. Umgekehrt waren es ebenso viele englische Schüler, die den Chiemgau besucht haben. Beide Rednerinnen hoben den großen Erfolg der Städteverbindung hervor.

Die Glückwünsche der Traunsteiner Partnerstadt Wesseling am Rhein überbrachte die Zweite Bürgermeisterin Sabine Geyr. Bjr