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Chance zum Mitmachen und Mitbestimmen

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Kirchanschöring. Der Informationsabend, den Bürgermeister Hans-Jörg Birner im Gasthaus Felber unter dem Motto »Wie schwierig ist die Arbeit im Gemeinderat?« veranstaltete, vermittelte zunächst Basiswissen über die kommunale Selbstverwaltung und ihre Akteure. Dabei ging es in erster Linie um kommunales Selbstverwaltungsrecht, um die Aufgaben der Gemeinden sowie um den Geschäftsgang des Gemeinderates. Die Besucher konnten sich ein Bild davon machen, wie interessant das Engagement im Gemeinderat sein kann. Zudem wurde klar, dass nicht nur die Vorbereitung von Sitzungen ausschlaggebend für den zeitlichen Aufwand ist, sondern auch der persönliche Einsatz des einzelnen Ratsmitgliedes.


Veranstaltet wurde dieser Abend, »weil es immer schwieriger wird, neue Kandidaten zu finden«, so Birner. Überall höre man das Klagelied über die stetig zurückgehende Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement und der damit verbundenen Arbeit. Ein Mandat im Gemeinderat sei aber die Chance, mitzumachen und mitzubestimmen. Keiner brauche sich vor den Aufgaben zu fürchten, denn das neu gewählte Ratsgremium werde im Rahmen einer Klausurtagung auf die kommunalpolitische Tätigkeit vorbereitet. Überdies gebe es spezielle Fachseminare unterschiedlichster Anbieter, die verhältnismäßig günstig seien, sagte Birner.

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Gemeinderätin Gitte Hofmeister fügte an, dass man sich in die kommunalen Bauangelegenheiten auch als Laie durchaus einarbeiten könne.

Birner bedauerte, dass das Aufstellen einer gemeinsamen Kandidatenliste in Kirchanschöring nicht geklappt hat und betonte, man freue sich, wenn sich Bürger zur Kandidatur entscheiden. Die Liste der CSU stehe auch Nichtmitgliedern offen, zumal es sich bei der Gemeinderatswahl vorwiegend um eine Persönlichkeitswahl handle. Weil es im Kirchanschöringer Gemeinderat ohnehin keine Fraktionen gebe, stimme jeder nach seinem Gewissen ab. Der Rat komme pro Jahr etwa 14 Mal zu einer Sitzung zusammen und damit ebenso oft, wie der nicht beschließende Bauausschuss, in dem Bauangelegenheiten vorberaten werden. Der Gemeindeentwicklungs-Ausschuss und der Sozialausschuss, wo auch keine Beschlüsse gefasst werden, tagen hingegen nur zweimal im Jahr. Aktuell sei ein Kindergartengremium eingerichtet, das Ausführungsbeschlüsse zum Bau des Hauses für Kinder fasse.

Hermann Gschirr betonte, dass die Sitzungen immer bestens vorbereitet seien, was die Gemeinderatsarbeit deutlich erleichtere. Dies sei der Grund für die meist einstimmig gefassten Beschlüsse der letzten Jahre. Gschirr erinnerte aber auch daran, was zu den Obliegenheiten eines Gemeinderatsmitgliedes zählt: Die Pflicht zur Sitzungsteilnahme und zur Vorbereitung, die Pflicht zur Verschwiegenheit und die Pflicht zur Teilnahme an Abstimmungen – also keine Stimmenthaltung.

Maria Scharbert unterstrich den positiven Effekt der Tätigkeit als Gemeinderat: Immer wieder fragen mich die Bürger um Rat; es ist sehr erfreulich, wenn ich ihnen helfen kann. Auch seien die Bürger mit Kritik oder Schelte eher zurückhaltend. »Im Allgemeinen sind sie sehr fair«, lobte sie.

»Die Arbeit im Kirchanschöringer Gemeinderat ist geprägt vom Miteinander. Das Denken in Parteien, Fraktionen und politischen Gruppen hat dabei nichts verloren. Diese Tatsache macht es sicher leichter, sich für ein Mandat im Kirchanschöringer Gemeinderat zu bewerben«, betonte Bürgermeister Birner abschließend. ca