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Carsharing-Modell für Waging trifft auf Skepsis

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Waging am See – Mehr Bedenken als Begeisterung hat der Waginger Gemeinderat der im Rahmen der Ökomodellregion entwickelten Idee eines Carsharings mit Elektroauto entgegengebracht. Zwar stimmten die Gemeinderäte mit 18 zu 1 Stimmen dafür, dass die Arbeitsgruppe weitermachen und einen unterschriftsreifen Vertrag vorlegen solle, aber in der Diskussion überwog die Skepsis.


Gemeinderatsmitglied Georg Huber übernahm es, das Konzept vorzustellen. Der Arbeitsgruppe sei es wichtig gewesen, das Konzept von Elektroautos »noch mehr unter die Leute zu bringen«. Daher habe man sich Gedanken um die Möglichkeit eines Carsharings gemacht. Bei der Suche nach Modellen und Möglichkeiten habe sich die Arbeitsgruppe nach einigen Überlegungen für ein Modell entschieden, das von einer Firma aus dem Bayerischen Wald unterstützt wird. Die Organisation über einen eigenen, noch zu gründenden  Verein wäre zu arbeitsaufwändig und zu kompliziert gewesen.

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Die Firma würde, so Huber, gegen eine Miete von etwa 500 bis 600 Euro im Monat ein Elektroauto zur Verfügung stellen, das dann vor Ort jedermann mieten könne. Das Auto könnte auch die Gemeindeverwaltung nutzen – zusätzlich zu Bürgern, die sich dadurch eventuell ein Zweitauto sparen könnten, und nicht zuletzt natürlich zu Urlaubsgästen, die auf diese Weise mobil wären, wenn sie ohne Auto angereist sind.

Ein Knackpunkt bei dem vorgestellten Modell, auf den in der Diskussion immer wieder verwiesen wurde, ist, dass es vor Ort jemanden geben müsste, der sich um die Abwicklung kümmert. Dies ist bisher noch nicht endgültig geregelt. Zwar hat sich Franz Krautenbacher bereit erklärt, sich um die Organisation zu kümmern – aber natürlich kann er keinen ständigen Service anbieten. Diese Frage müsse, wie in der etwa halbstündigen Diskussion ein ums andere Mal betont wurde, geklärt sein, ehe die Gemeinde einen solchen Vertrag unterschreibt. Denn weder die Gemeinde noch die Tourist-Info könne aus finanziellen wie personellen Gründen diese Aufgabe übernehmen.

Allerdings gab es – abgesehen von organisatorischen Problemen – im Gemeinderat auch Stimmen, die generell die Bereitstellung von Carsharing für überflüssig erachteten. Dies sei nicht Aufgabe der Gemeinde, hieß es.

Zweiter Bürgermeister Christian Reiter hält dagegen die Idee eines Carsharing durchaus für eine gute Sache. Dies wäre eine neue Attraktion, und Waging würde damit in der Region eine Vorreiterrolle spielen. Auch dritte Bürgermeisterin Hedwig Witzleben sprach sich mit Nachdruck für ein solches Projekt aus. Wie sie aus den zahlreichen Sitzungen von Leader, ILE oder Ökomodellregion wisse, sei Carsharing überall ein Thema, das in den nächsten Jahren sicherlich vielfach verwirklicht werde.

So wurde letztlich bei der Gegenstimme von Willi Reiter beschlossen, dass die Arbeitsgruppe weitermachen und vor allem die organisatorischen Details klären soll. he

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