weather-image
12°

Bürgerwille war mitentscheidend

0.0
0.0

Grassau. Eine Bürgerbefragung in Rottau hat ein mehrheitliches Votum gegen eine große Baulandausweisung in Rottau erbracht. Im Sinne der Bürger entschied sich der Grassauer Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung folglich auch einstimmig gegen eine Baulandausweisung am westlichen Ortsrand an der Bernauer Straße.


Beantragt worden war eine Baulandausweisung an der Wiese neben der Adersberger Straße auf einer Gesamtfläche von fast 20 000 Quadratmetern mit 25 bis 30 Bauparzellen. Die Erschließung hätte über die Adersberger Straße erfolgen müssen, entlang der B 305 wäre ein massiver Lärmschutz in Form eines Walls oder einer Wand nötig gewesen.

Anzeige

35 Prozent der 880 stimmberechtigten Rottauer über 16 Jahren hatten an der Bürgerbefragung teilgenommen. Für die Ausweisung entschieden sich 133 Bürger, also 43 Prozent, und dagegen stimmten 175 Bürger, rund 57 Prozent. Viele Rottauer, die für die Ausweisung stimmten, bemängelten aber trotz allem die Größe des geplanten Baugebiets. Bürgermeister Rudi Jantke informierte in der Sitzung, dass zudem die Stellungnahmen der Behörden überwiegend negativ ausgefallen seien.

Manfred Huber (AE) erkannte aus der Befragung, dass sich einige eine kleinere Baulandausweisung vorstellen können. Dann sei das Votum auch nicht mehr so eindeutig. Er wolle die Tür nicht komplett zumachen. Es sei aber nun über diesen Antrag zu entscheiden, entgegnete Hans Hornberger (SPD) – und hier gebe die Befragung ein eindeutiges Meinungsbild.

Mehdi Akbari (UGL) konnte sich vorstellen, dass sich die Situation eventuell in einigen Jahren ändern werde. Laut Jantke sei es aber schwer möglich, den Antrag fünf oder mehr Jahre zurückzustellen. Einstimmig entschied der Rat, nachdem sich die Rottauer Bürger mehrheitlich gegen die Baulandausweisung ausgesprochen hatten, keine Baulandplanung durchzuführen.

Einen Antrag auf einen neuen Milchviehlaufstall mit Fahrsilos, Güllegrube und Betriebsleiterwohnung, der gleich im Anschluss an die eben abgelehnte Baulandplanung vorgesehen ist, stellte das Gremium zurück. Der Bauwerber, so Jantke, hatte bereits einen Antrag auf Aussiedelung des Betriebs an der Hackenstraße gestellt. Nach einem vom Bauwerber in Auftrag gegebenem Gutachten bestehe aufgrund der Immissionsprognose kaum Erfolg auf eine Genehmigung an der Hackenstraße. Die Stallung würde zu weit an das FFH-Gebiet »Moore südlich des Chiemgaus« heranreichen.

Wie Jantke erinnerte, wurde der Aussiedelung an der Hackenstraße vom Marktgemeinderat unter der Maßgabe der Privilegierung zugestimmt. Nun plane der Bauwerber eine Aussiedlung am westlichen Ortseingang an der Bernauer Straße mit 56 Milchkühen, 29 Jungtieren und 22 Kälbern. Der bestehende Betrieb mit 29 Milchkühen, 18 Jungtieren und 18 Kälbern soll bestehen bleiben. Zu klären sei nun unter anderem, ob es sich um eine Aussiedlung handle und ob der Betrieb privilegiert sei. tb