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Zahlreiche Lobreden auf den Bergener Bürgermeister Bernd Gietl – Schweiger möchte von seiner Erfahrung profitieren

»Bürgermeister zu sein war seine Berufung«

Bergen. »Bürgermeister sein war für dich eine wahre Berufung!« Mit warmen, herzlichen Worten wie diesen wurde in Bergen Bürgermeister Bernd Gietl verabschiedet. Zahlreiche Redner würdigten ihn im vollbesetzten Festsaal und betonten durch die Bank seine große Menschlichkeit. Gietl konnte aus Altersgründen nicht mehr als hauptamtlicher Bürgermeister wiedergewählt werden. Sein Nachfolger ist Josef Schweiger (SPD).

Im Festsaal in Bergen übergab der ausgeschiedene Bürgermeister Bernd Gietl (rechts) an seinen Nachfolger Josef Schweiger symbolisch den Rathausschlüssel. (Foto: Humm)

Bernd Gietl kann auf 24 Jahre erfolgreiche Kommunalpolitik zurückblicken: Er war von 1978 bis 1984 Mitglied des Gemeinderats, von 1996 bis 2002 Zweiter Bürgermeister und ab 2002 Erster Bürgermeister der Gemeinde. Zudem ist er seit 1999 Geschäftsführer der Hochfelln-Seilbahn.

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Sein Nachfolger Josef Schweiger und 2. Bürgermeister Josef Gehmacher blickten auf die letzten zwölf Jahre zurück und lobten Gietls Teamarbeit, seine Zuverlässigkeit und sein Engagement zum Wohle der Bergener Bürger und der Region. Er habe Bergen zu einem Primus unter den 35 Landkreisgemeinden gemacht und für jedermann stets ein offenes Ohr gehabt.

Schweiger und Gehmacher erinnerten an die vielen Baumaßnahmen wie den Neubau der Kinderkrippe, die energetische Sanierung der Turnhalle und der Hochfelln-Seilbahn, die Kanalbaumaßnahmen und den Neubau des Rathauses. Gleichzeitig seien die Schulden der Gemeinde abgebaut worden: »Dank Gietl stehen wird finanziell und sehr gut da«, sagten sie.

Nun beginne der Rentner-Stress fügten die beiden Redner schmunzelnd an; jetzt habe Gietl mehr Zeit zum Skifahren, kann sein handwerkliches Geschick ausgiebig nutzen, im Garten aktiv sein und als Vereinsvorsitzender den TSV Bergen erfolgreich weiterführen. Auch seine Frau Karin werde ihn wieder öfter zu Gesicht bekommen.

»Ich möchte von seiner großen Erfahrung profitieren«, sagte Amtsnachfolger Schweiger. Gietl habe ihm in den letzten Wochen vieles gezeigt und ihm versichert, auch in Zukunft behilflich zu sein. Der ebenfalls ausgeschiedene Landrat Hermann Steinmaßl bezeichnete Gietl in seinem humorvollen Grußwort als einen hervorragenden Bürgermeister und Strategen der Politik, der viel für seine Gemeinde erreicht habe und auch wesentlich dazu beigetragen habe, dass die Chiemsee-Region und der Landkreis Traunstein eine Top-Region geworden seien. Rudi Jantke aus Grassau sprach als Vertreter der Bürgermeister des Ökomodells und würdigte Gietl für sein großes Engagement. Dem schlossen sich auch Vachendorfs Bürgermeister Rainer Schroll, Martin Hobmaier als Vorsitzender der Leader-Region »Chiemgau-Alpen« und Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm an, der im Namen des Tourismusverbandes Siegsdorf/Bergen und des Mittelschulverbundes Dankesworte sprach. Bergens Pfarrer Pater Augustin würdigte den menschlichen Umgang von Gietl gegenüber jedermann und überreichte als Präsent ein Bild mit einer Darstellung der 14 Nothelfer.

Auf die tiefe Verbundenheit von Gietl mit den Vereinen ging Ernst Lüdiger ein. Er hielt die Laudatio im Namen der 30 Ortsvereine. Gietl habe von Beginn an erkannt, dass das Vereinsleben die Seele einer funktionierenden Gemeinde sei und viel für das Vereinsleben getan. Im Beisein vieler Vertreter der Ortsvereine übergab Lüdiger dem scheidenden Bürgermeister einen Geschenkgutschein.

Unter der Amtszeit von Gietl sei auch die Qualität der Bergener Schule verbessert worden, lobte Schulleiterin Irmgard Thiele. Sie würdigte Gietl für seine zwölf Jahre Engagement für die Schule und das Interesse an der Zusammenarbeit mit Schulleitung und Elternbeirat. Dr. Jürgen Kraus, Gesellschafter der Hochfelln-Seilbahn, betonte, Gietl habe die Seilbahn modernisiert und sie zu einem Aushängeschild der Region gemacht.

Im Namen der Gemeindemitarbeiter trat Gemeindegeschäftsführer Andreas Schultes ans Mikrofon und dankte Gietl für die stets vorhandene Menschlichkeit. »Bürgermeister sein war für dich eine wahre Berufung.«

Gietl selbst wollte sich bei seinem Amtsabschied in erster Linie bedanken – nicht zuletzt bei seiner Frau, die in den letzten Jahren viel auf ihn verzichten musste. Bürgermeister zu sein habe ihm viel Freude bereitet. Wichtig sei ihm gewesen, Tag für Tag für den Bürger da zu sein und die Region zu fördern. Seinem Nachfolger wünschte Gietl alles Gute und sicherte ihm bei Bedarf seine Unterstützung zu.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Conny und Monika Mörtl, die Kinder des gemeindlichen und des Pfarrkindergartens sangen je ein Liedchen und die Bergener Musikkapelle spielte auf. OH