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Bürgermeister Josef Mayr verabschiedet

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In einem launigen Rückblick zeigte der scheidende Bürgermeister Josef Mayr auf, was alles in den vergangenen 24 Jahren in der Gemeinde geschehen ist. (Foto: H. Eder)

Wonneberg. Sechs Jahre im Gemeinderat, danach 24 Jahre Bürgermeister: Nach 30 Jahren Kommunalpolitik verabschiedete sich der scheidende Bürgermeister Josef Mayr bei der Bürgerversammlung in Weibhausen von seinen Bürgern. In einem kurzweiligen Rückblick zeigte er die Höhepunkte dieser drei Jahrzehnte auf und stellte fest, die Zeit für einen Wechsel sei gekommen. Nachfolger Martin Fenninger, VG-Geschäftsleiter Franz Röckenwagner und Gemeindereferent Martin Riedl würdigten Mayrs Verdienste.


»Damit ihr seht, dass ich auch mal jung gewesen bin«

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Launig begann er seinen Rückblick mit einem Bild des Gemeinderats von 1984, »damit ihr seht, dass ich auch mal jung gewesen bin« – damals noch unter Bürgermeister Johann Kain, gegen den Mayr sechs Jahre später knapp gewann.

Die wichtigsten Ereignisse waren 1991 der erste Wertstoffhof, 1993 der erste Kindergarten als Notgruppe im heutigen Jugendhaus, 1994 der Bau der neuen Schule und der Baubeginn für den Kanal. Damit sei die Gemeinde finanziell ganz schön gefordert gewesen; ohne Schulden sei das nicht gegangen, aber man habe dies und vieles mehr geschultert und bis heute einen soliden Haushalt.

Martin Fenninger nannte in seiner Laudatio auf Mayr eine beeindruckende Zahl: Demnach habe Wonneberg in den vergangenen 24 Jahren 57 Millionen Euro ausgegeben – für eine so kleine Gemeinde eine gewaltige Summe.

Stets seien Baugebiete ausgewiesen und Straßen gebaut worden, wie Mayr weiter auflistete. 140 ausgewiesene Baugrundstücke hätten dazu beigetragen, dass die Einwohnerzahl von 1190 auf über 1500 gestiegen sei. Dadurch sei es auch gelungen, dass junge Familien am Ort bleiben konnten und dass Schule, Kindergarten und Vereine immer Nachwuchs gehabt hätten.

Weiter erinnerte Mayr an die gewaltige 1200-Jahr-Feier von St. Leonhard 1996. Da habe man wie beim Tag der offenen Gartentür, dem Landherbst oder dem Adventsmarkt im vergangenen Jahr erleben können, wie sehr die Menschen in der Gemeinde zusammenhelfen. Weitere Geschehnisse waren im Jahr 2000 die Dorfplatzgestaltung, wieder mit vielen Helfern, im gleichen Jahr der Einbau des ersten Glasfaserkabels, 2001 der Bau des Feuerwehrhauses mit Anschaffung eines neuen Fahrzeugs, 2002 die Sanierung des Gemeindehauses. 2002 ergab sich ein Gemeinderat mit einem Durchschnittsalter unter 40 Jahren – Mayr mit damals 49 Jahren war der Älteste. Weiter ging es mit dem Anbau an den Kindergarten 2003, der Einrichtung des Jugendtreffs 2004 und 2008 mit dem Ausbau der Straße von Weibhausen nach St. Leonhard. Im gleichen Jahr wurde die Stockbahn gebaut, in den folgenden Jahren standen Brücken- und Kanalbauten im Vordergrund und zum Schluss die Straße von St. Leonhard nach Töfenreut sowie die Umgehungsstraße von Weibhausen, die allerdings vom Staatlichen Bauamt finanziert wurde. »Jetzt können die Weibhauser wieder in Ruhe schlafen.«

Nach diesen 24 Jahren sei er etwas amtsmüde geworden, meinte Mayr. Er sei dankbar für die vielen Eigenleistungen der Wonneberger, die der Gemeinde viel Geld gespart hätten. Er habe sein Amt sehr gerne gemacht, er habe Kontakt zu Jung und Alt und immer das Gespräch gesucht: »Das ist das Wichtigste«. Er habe viele Jahre lang viel Freizeit in sein Amt gesteckt. Jetzt aber sei eine neue Generation an der Reihe, ihre Vorstellungen zu verwirklichen. »Unterstützt meinen Nachfolger«, appellierte Mayr.

Fenninger sagte, viele Wonneberger könnten sich gar nicht an einen anderen Bürgermeister als Josef Mayr erinnern. »Du hast gewaltig etwas geschaffen in den 24 Jahren«, stellte er fest. Mayr habe in seiner ruhigen und sachlichen Art alles gut hingekriegt, sei Ansprechpartner für alle gewesen, nicht zuletzt für die Vereine. 3700 Sitzungspunkte seien in den vergangenen 24 Jahren abzuarbeiten gewesen. Mayr hinterlasse eine wohlgeordnete Gemeinde, sagte Fenninger, und übergab im Namen der Gemeinde ein Porträt des scheidenden Bürgermeisters vor dem Hintergrund der St. Leonharder Kirche. Mayrs Frau Elisabeth erhielt einen Blumenstrauß.

VG-Geschäftsleiter Röckenwagner sprach von einer schönen Zeit, in der viel passiert sei. Der Erfolg der Gemeinde sei nicht zuletzt darin begründet, dass alle zusammengehalten und -gearbeitet haben. Er habe allergrößten Respekt vor dem, was hier geleistet worden sei. Die Zusammenarbeit im Rathaus sei immer gut gewesen; Mayr war auch stellvertretender VG-Vorsitzender und habe in den Krankheitszeiten von Sepp Daxenberger diesen häufig vertreten müssen. »Schade, dass du schon aufhörst«, meinte Röckenwagner.

Gemeinde ist zu einem gewaltigen Baum geworden

Gemeindereferent Martin Riedl übergab im Namen der Pfarrei einen Apfelbaum. Jetzt, da er viel mehr Zeit habe, könne er sich der Pflege von Obstbäumen intensiv widmen. Die Gemeinde habe sich gut entwickelt und sei zu einem gewaltigen Baum geworden. Dessen Krone solle Mayr Schatten spenden und ihm Gelegenheit bieten, sich zurückzulehnen.

Zwei Ereignisse hat Mayr in besonders guter Erinnerung: 1994, bei der 120-Jahr-Feier der Feuerwehr Wonneberg, durfte er zum ersten Mal ein Fass Bier anzapfen. 1997 köpfte er das Siegestor in einem von Sepp Daxenberger organisierten Fußballspiel einer VG-Auswahl gegen eine Landtagsmannschaft. Darauf ist er heute noch stolz. he