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Bürgermeister Josef Heigenhauser stellte Modell bei Versammlung des Verkehrsvereins vor – Übernachtungszahlen steigen

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Für ihren langjährigen Einsatz bei den Themenwanderungen wurden im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins Malvi Höflinger und Joe Massling (Zweiter von rechts) vom Vorsitzenden Florian Weindl (links) und Bürgermeister Josef Heigenhauser geehrt. (Foto: Ostermaier)

Reit im Winkl. Bekommt Reit im Winkl eine neue Gästekarte? Seit Jahren schon beschäftigt sich die Gemeinde, insbesondere die Tourist-Info mit diesem Thema. Bislang beobachteten die Verantwortlichen allerdings mehr die Erfahrungen von Nachbargemeinden. Geprüft wurden aber auch immer wieder eigene Vorschläge für den Heimatort. Nun stellte Bürgermeister Josef Heigenhauser im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Verkehrsvereins ein konkretes Modell vor, das bereits im kommenden Jahr verwirklicht werden könnte.


Fünf Prozent mehr Gäste als im Vorjahr

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Einen umfassenden Jahresrückblick gab anlässlich des Treffens der Vorsitzende dieser Interessensgemeinschaft, Florian Weindl. Er attestierte der touristischen Entwicklung einen positiven Verlauf, was er durch statistisches Material verdeutlichte. Über 300 Mitglieder zählt der Verkehrsverein, allerdings fanden sich nur gut 60 zur Jahresversammlung im Festsaal an der Tiroler Straße ein.

Laut Weindl ist seit 2006 ein steter Anstieg der Übernachtungszahlen zu beobachten. Im Vergleich bedeutet dies bei den Übernachtungen jeweils im Juli und August ein Anstieg von 21 Prozent (2006: 117 442 zu 2012 mit 142 984 Übernachtungen). Allein zum Vorjahr waren heuer fünf Prozent mehr Gäste in Reit im Winkl. Ein genauerer Blick auf die Altersstruktur zeige zudem, dass der Anstieg insbesondere bei Familien überproportional hoch gewesen sei. Dies begründete Weindl im umfangreichen Angebot für Familien, das ständig erweitert werde. Dazu zählen etwa die Straßenfeste oder insgesamt 200 geführte Wanderungen zu zehn verschiedenen Themen.

Geehrt wurden in diesem Rahmen vom Vorsitzenden Weindl mit einem kleinen Präsent für ihren langjährigen Einsatz Malvi Höflinger (Kulturwanderungen), Joe Massling (Fotowanderungen) und Lydia Willfert (»Waldschnecken«).

Ansprechen wollte der Vorsitzende, der für die Gemeinde in der örtlichen Tourist-Info als Teamleiter arbeitet, aber auch Verbesserungsmöglichkeiten bei der Vermietung. So appellierte er an die Vermieter, ihre Internetseiten stets aktuell zu halten, denn »nur wer die eigene Internetseite pflege, könne vermittelt oder gebucht« werden. Während sich 97 Prozent der Urlaubssuchenden gegenwärtig über das Internet informierten, würden heute auch rund 70 Prozent aller Reisen online gebucht, so Weindl abschließend.

Schwerpunkt der Rede von Bürgermeister Josef Heigenhauser war die Neufassung der Gästecard. Immer mehr würden die Gäste bei der Tourist-Info nach kostenlosen Zusatzangeboten nachfragen, die mittels der Gästecard eingelöst werden könnten. Konkret ginge es dabei um die kostenlose Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), aber auch um unentgeltlichen Eintritt in die beiden Bäder. Der Chiemgau-Tourismus e.V. habe hierzu vor kurzem bei einer Klausurtagung im Kloster Seeon eine Variante vorgestellt, dessen Finanzierung allerdings je Gast und Übernachtung 4,50 Euro veranschlagt hätte. Dies hätte für Reit im Winkl aber auch Leistungen beinhaltet, die hier für den Gast aber weniger relevant seien. Dazu zählen eine Schifffahrt auf dem Chiemsee oder eine Busfahrt nach Salzburg.

Wie viele Leistungen soll also die neue Gästecard beinhalten und wo liegt die Schmerzgrenze bei der Erhöhung des Kurbeitrags, um diese Angebote auch gegenfinanzieren zu können? Dazu stellte Heigenhauser ein Modell vor, das die bestehende Gästecard mit folgenden Leistungen ergänzen soll: Freier Eintritt in beide Bäder, freie Auffahrt auf Winklmoos, teils kostenlose Nutzung des ÖPNV und schließlich Ergänzungen des Angebots durch private Unternehmer.

Um diese Leistungen bezahlen zu können – Heigenhauser rechnet mit bis zu 180 000 Euro – soll der Kurbeitrag um 30 Cent steigen und dies unabhängig vom Aufenthaltszeitpunkt oder Alter des Gastes. Derzeit liegt dieser Kurbeitrag für einen Erwachsenen zur Hauptsaison bei 2,30 Euro. Nähere Informationen will Heigenhauser dann im Rahmen der Bürgerversammlung im März vorstellen.

Positive Reaktionen auf den Vorschlag des Bürgermeisters

Die wenigen Reaktionen auf diesen Vorschlag waren in der Versammlung durchaus positiv. Gerade weil der Kurbeitrag nicht übermäßig angehoben werden müsse. Sollte dieses Modell in den entsprechenden Gremium seine Zustimmung finden, soll es zum 1. Dezember 2013 eingeführt werden. Von der höheren Wertigkeit dieser Gästecard erhofft sich die Gemeinde noch einen zusätzlichen Effekt: Die Vermieter müssen ihre Gäste ordnungsgemäß an der Tourist-Info anmelden, damit sie in den Genuss der kostenlosen Leistungen kommen. ost

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