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Beim »6. Starkbierfest beim Wirt in Weibhausen« wurde kräftig ausgeteilt – Bruder Barnabas verschonte niemand

Bürgermeister Fenninger als Orgelspieler nur zweite Wahl

Wonneberg – Sehr lustig zu ging es beim »6. Starkbierfest beim Wirt in Weibhausen« im vollbesetzten Saal des Gasthauses Alpenblick. (Mit Bilder-Galerie)

Bruder Barnabas alias Alfons Mader holte beim Starkbierfest in Weibhausen wieder zum humorigen Rundumschlag aus. (Foto: Buthke)

Da durften Fastenprediger Bruder Barnabas (Alfons Mader) und seine Protagonisten, die Musikkapelle St. Leonhard, die Kapelle »ois Dabei«, der Kirchenchor und der Witzeerzähler Sepp Löx, auch ungeschoren die Zeit überziehen. Nach vier Jahren stieg Bruder Barnabas wieder auf die Bühne. Nachgeholfen hatte angeblich die Androhung, andernfalls werde er die Rolle selbst übernehmen, wie Bürgermeister Martin Fenninger in seiner Begrüßung augenzwinkernd sagte.

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Bruder Barnabas gab es Fenninger gleich zurück. Er habe die besten Voraussetzungen für einen Bürgermeister: gesellig, lustig, trinkfest, ein guter Ziachspieler. Sogar die Orgel könne er spielen. Allerdings wäre er bald der Organistin Wally Hasenknopf bei der neuen Orgel in die Quere gekommen. Im Oktober war die Einweihung der neuen Orgel. Hasenknopf ging natürlich davon aus, dass sie als erste auf der Orgel spielen dürfe.

Konkurrenz habe sie plötzlich vom Bürgermeister bekommen, der nach einem ausgiebigen Wirtshausbesuch in der Nacht heimlich auf der Orgel geübt habe. »Die Begabung unseres Bürgermeisters zum Orgelspielen hat sich in Grenzen gehalten. Darum hat unsere Wally als Erste bei der Einweihung auf der neuen Orgel gespielt.« Bei der Einweihung habe er angeblich gesagt, die Gemeinde habe eine super Blaskapelle, einen hervorragenden Chor und jetzt die wunderbare Orgel, sodass man sich in St. Leonhard sogar auf das Sterben freuen könne.

Außerdem habe er Großes vor, denn er möchte sich als »König von Plattenberg« mit einem großen Bauwerk in St. Leonhard verewigen: den König-Martin-Palast. Die Gegner hätten sich schon formiert, denn sie befürchteten die Beschattung und dass man den Leonharder Kirchturm aus der Ferne nicht mehr sehen werde.

Ob denn Pfarrer Kaspar Müller ein ganz normaler katholischer Pfarrer sei, wollte Bruder Barnabas wissen, denn ihm sei zu Ohren gekommen, dass er »strumpfsoggad« in die Kirche geht. »I kenn des hoid bei den Moslems, dass die de Schuhe ausziagn.«

In Otting lässt es sich gut sterben

Pfarrer Andreas Ager komme bei jedem Wetter, bei Nacht und Nebel mit dem Fahrrad von Waging nach St. Leonhard. Damit ihm nichts passiert, hatte der Fastenprediger eine gelbe Warnweste mit der Aufschrift »Unser Pfarrer« dabei. Mit dessen Aussage bei der Pfarrversammlung in Otting, in Otting könne man am besten sterben, könnten die Leonharder gut leben.

Vor drei Jahren sei Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei der Wahl in Traunstein zu Fall gekommen und es habe ein kräftiges Erdbeben gegeben. »Ist doch klar, wenn's 130 Kilo auf einmal umhaut«, so Bruder Barnabas. Der Boden unter Traunstein sei seitdem nicht mehr so richtig zur Ruhe gekommen. Wöchentlich gebe es immer wieder Nachbeben: Bürgerentscheide zur Landesgartenschau und Güterhalle, Tiefgarage Karl-Theodor-Platz, Klosterkirche, Schulden, Haushalt usw. Trotzdem behalte Oberbürgermeister Christian Kegel sein Lachen bei.

Der Fastenprediger vermutete, dass ihm ein Chip eingepflanzt worden sei, der dies bewirke. Bei den Bürgerentscheiden sei dann doch einmal das Lachen kurz vergangen. Kegel habe in einer Debatte über die Einsparungen vom Haushalt gesagt, man wolle bestimmte Kühe nicht gleich schlachten, nur nicht mehr so gut füttern. »Herr Kegel, fragen sie einen Landwirt, ob das Sinn macht.« Er übergab dem Oberbürgermeister eine Checkliste von A bis Z, die er in den kommenden Jahren abarbeiten soll.

Gewisse Stadträte in Traunstein klammerten sich schon seit Jahrzehnten an ihr Stadtratsmandat. »Manche haben sogar im Sitzungssaal ihr Testament hinterlegt. Darin steht unter anderem: 'Mein Vermögen bzw. meine Schulden soll die Stadt Traunstein erhalten, da ist es eh schon egal.'« Uwe Steinmetz, der um die 40 Jahre im Stadtrat ist, empfahl er, schon mal einen Zinnteller für seine besonderen Verdienste um die Stadt Traunstein zu gravieren. Außerdem wollte er vom Traunsteiner Stadtrat wissen, was für einen Kaffee er jetzt trinke. Vor einigen Jahren habe es doch über die Fair-Trade-Kaffee geheißen »Den kannst ned saufa«. Jetzt sei Traunstein aber Fair-Trade-Stadt.

Tachinger Gemeinderat haut zu stark auf den Tisch

Aus Taching habe er gehört, dass sie dort Probleme mit dem Feuerwehrhaus hätten. Es habe überall Risse. Zur Bürgermeisterin Ursula Haas sagte er, sie hätten dort ihre Gemeinderatssitzungen, wo auch mal auf den Tisch gehauen werde. Für so etwas sei ein Feuerwehrhaus einfach nicht geeignet.

Ein Singspiel führte wieder der Kirchenchor unter der Leitung von Wally Hasenknopf auf. Die Texte zwischen den Liedern trugen Mathilde Tradler, Heini Gebauer und Martin Brandner vor. Dem Kirchenchor kam auf die Idee, man könnte mit den Gemeinderäten einen Film drehen. Man war sich einig, dass sich St. Leonhard hervorragend für einen Western eignen würde, denn hinter Plattenberg fange – frei nach »Truck Stop« – der Wilde Westen an.

Den Gemeinderäten wurden in lustiger Weise ihre Rollen zugewiesen. Für die Rollen der Banditen werden noch freiwillige Gemeindebürger gesucht. Nach dem Bonanza-Lied sang der Chor fröhlich »Am Wonneberg ist Westernzeit, jetzt pack' ma's«. Alle waren am Schluss überzeugt, dass der Film so gut werde, dass er einen »Oscar« bekomme. Die Finanzierung des Bürgersaals sei damit gesichert. Der Namen war auch schon gefunden. »Bürgermeister-Martin-Fenninger I.-Saal«.

Mit einem Teil des Erlöses aus dem Starkbierfest werden Gemeindebürger, die schuldlos in Not geraten sind, finanziell unterstützt. Bjr