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Bürgermedaille in Gold für Jochen Langer

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Die Bürgermedaille in Gold überreichte Unterwössens Bürgermeister Hans Haslreiter (links) an den langjährigen Chorregenten, Gründer und ehemaligen Leiter der Musikschule Wössen und Komponisten, Jochen Langer. Dabei wünschte er Langer und dessen Lebensgefährtin Hannerl Guglweid »a guade Gsundheit und a langs Leben«. (Foto: Flug)

Unterwössen. Die Bürgermedaille in Gold hat die Gemeinde Unterwössen an Jochen Langer für sein Lebenswerk verliehen – diese wurde bisher erst ein einziges Mal verliehen, und zwar an Altbürgermeister Josef Kurz-Hörterer. Langer ist Gründer und ehemaliger Leiter der Musikschule Wössen, Chorregent und Komponist. Anlass war, dass Langer die Chorregentschaft im Kirchenchor der Pfarrkirche St. Martin nach 52 Jahren in die Hände von Wolfgang Kurfer gibt.


Stehende Ovationen von den Kirchenbesuchern

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Einen Meilenstein in einem langen Musikerleben sah Pfarrer Klaus Wernberger im Lichtmessgottesdienst darin: »Das ist kein Abschiedsgottesdienst, sondern ein Dankgottesdienst.« Langer bleibt der Kirche als Organist erhalten. Im Anschluss an den Gottesdienst bereiteten der Kirchenchor und viele Musikschaffende Langer eine sehr emotionale Abschiedsfeier.

Stehende Ovationen überbrachten die Kirchenbesucher ihrem langjährigen musikalischen Wegbegleiter im Rahmen des Gottesdienstes mit Kirchenchor, Kirchenorchester, den Wössner Bläsern und der Musikkapelle. Und erst im letzten Moment besannen sich die Applaudierenden, sonst wäre der Beifall noch zum Einfordern einer Zugabe geworden. Schon da, und als Pfarrer Wernberger Jochen Langer im Altarraum einen Blumenstrauß überreichte, waren die Emotionen zu merken, die zwischen dem ehemaligen Musikschulgründer und seinen Unterwössnern bestehen.

Erst recht kamen diese Emotionen in der anschließenden Feier mit rund 80 Wegbegleitern im Pfarrheim zum Ausdruck. Die Dankesrede von Johanna Steiner stellte den Höhepunkt des Abends dar. Sie war schon vor ihrem Eintritt 1978 als Kind dem Kirchenchor sehr verbunden. Sie zitierte Langer: »Woaßt, I hob die Musischui gegründet, damit Wessen guade Sänger und Musikanten hat.« Er habe als einziger Lehrer jedem Kind und Jugendlichen im Dorf das Singen und das Erlernen eines Instrumentes ermöglicht. Besonders würdigte sie, dass er nicht nach internationalem Ruhm strebte, sondern mit beiden Beinen auf dem Dorfboden blieb.

Sie lobte die Kniffe, mit denen Jochen Langer seine Schüler zum Proben anhielt. Das gemeinsame Musizieren in der Gruppe war der Schlüssel. Das Selbstwertgefühl der Jugendlichen habe er regelrecht befeuert, wenn er ihnen Auftritte im Festspielhaus Salzburg, Filmlieder und Schallplattenaufnahmen bescherte. Gern erinnerte sie an die Auftritte vor dem heutigen Papst Benedikt XVI. Daneben schilderte sie Langer aber auch als warmherzigen Freund, der jedem seiner Musikanten und Chormitglieder in guten wie in schweren Stunden zur Seite stand.

Sie würdigte die Leistungen Langers, über so viele Jahre eine so gemischte Gemeinschaft wie einen Chor beieinanderzuhalten – ganz ohne Ansehen von Person und Stand. Weil Steiner ihre Schilderungen immer wieder mit Eindrücken aus ihrem eigenen Leben ins Licht rückte, berührte diese sehr humorvolle Dankesrede die Zuhörer sehr.

»Unendlich viel für unsere Kommune geleistet«

Bürgermeister Hans Haslreiter verlieh Langer die Bürgermedaille für dessen Persönlichkeit und sein Lebenswerk. Auch wenn er im Stillen werke, habe er »unendlich viel für unsere Kommune für die Pfarrgemeinde und für das kulturelle Dorfleben geleistet«. Er blickte zurück in Langers Anfänge im Zusammenwirken mit Monsignore Franz Niegel. Diese Zusammenarbeit habe sich bis zur heutigen Zusammenarbeit mit Pfarrer Klaus Wernberger fortgesetzt.

Langer habe schon früh Weichen richtiggestellt. Das habe begonnen mit Otto Dufter jun. als Leiter der Musikschule, mit Martin Nieß als Musikmeister der Musikkapelle und jetzt mit Wolfgang Kurfer als Chorregent des Kirchenchores St. Martin. Das Lebenswerk Langers bezeichnete Haslreiter als »bereits zu Lebzeiten legendär«. Er bescheinigte ihm ein über die Gemeindegrenzen hinweg »zu Recht hohes Ansehen«. Diese Wertschätzung teile auch der Gemeinderat, der einstimmig entschieden habe, Langers Lebenswerk mit der Bürgermedaille in Gold zu krönen. lukk